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Materia medica · Nr. 170

Hypericum perforatum

Hyper.

In 1.888 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hypericum perforatum, das Johanniskraut, wird in der Materia medica als das Verletzungsmittel der Nerven beschrieben. Kennzeichnend sind heftige, oft unerträgliche Schmerzen nach Verletzungen an nervenreichen Körperstellen, die entlang der Nervenbahnen aufwärts zum Rumpf hin ausstrahlen. Klassisch genannt werden Quetschungen der Finger und Zehen, Sturz auf das Steißbein und Folgen von Kopfverletzungen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird zustandsbezogen nach Verletzungen verordnet, nicht konstitutionell.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken nennen Beschwerden durch Schreck, Verzweiflung durch Schmerzen und das Gefühl, wie abgetrennt zu sein. Beschrieben wird ein Zustand, in dem der Schmerz so beherrschend ist, dass er den Menschen mutlos macht; ein konstitutionelles Gemütsbild ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Beschwerden nach SchreckVerzweiflung durch anhaltende SchmerzenGefühl, wie abgetrennt oder losgelöst zu seinBenommenheit nach Kopfverletzungen

Das Gemütskapitel ist bei Hypericum schmal besetzt und ganz auf den Verletzungszusammenhang bezogen. Verzeichnet sind Beschwerden nach Schreck, Verzweiflung durch Schmerzen, Bewusstlosigkeit nach Anstrengung und das eigentümliche Gefühl, wie abgetrennt zu sein. Die klassische Literatur beschreibt, dass die Schmerzen so heftig sein können, dass Mut und Fassung verlorengehen; hinzu kommen Benommenheit und Wesensveränderungen nach Kopfverletzungen. Ein eigenständiges seelisches Bild im Sinne eines konstitutionellen Mittels ist nicht ausgearbeitet. Bemerkenswert ist die verzeichnete Empfindung, als sei etwas Lebendiges im Kopf.

Ängste: Verzweiflung, die aus dem anhaltenden Schmerz entsteht, Beschwerden und Angst nach Schreck, In den vorliegenden Rubriken keine weiteren Angstrubriken ausgewiesen

Leitsymptome

Verletzungen nervenreicher Körperteile mit heftigen, den Nerven entlang aufwärts ziehenden Schmerzen: Finger, Zehen, Nagelbett, Steißbein
Folgen von Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen, ausdrücklich auch nach Gehirnerschütterung; wunder Schmerz entlang der Wirbelsäule
Stichverletzungen und Quetschwunden, die außergewöhnlich schmerzhaft sind, sowie Kieferklemme
Kopfschmerz im Hinterkopf, berstend im Scheitel, mit dem Gefühl, der Kopf sei länger oder größer geworden
Taubheit, Ameisenlaufen und Pelzigsein in Händen und Unterschenkeln; Lähmungsgefühl im Knie nach dem Gehen
Nagelbettentzündung mit heftigem Schmerz; Schwindel mit dem Gefühl zu schweben
Verschlechterung
  • Kälte und kalte, feuchte Luft
  • Berührung und Erschütterung der verletzten Stelle
  • Bewegung
  • Nebel und geschlossene, dumpfe Räume
Verbesserung
  • Ruhe und Stillhalten
  • Wärme und warmes Einhüllen
  • Nach vorn Beugen bei Rückenbeschwerden
  • Reiben, das die Empfindung mildert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach warmen Getränken ist verzeichnet
  • Die Literatur nennt ein Verlangen nach Wein und anregenden Getränken
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Verletzungen nervenreicher Körperteile mit heftigen Schmerzen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Folgen von Stich- und Quetschverletzungen an Fingern und ZehenBei Beschwerden nach Sturz auf das Steißbein genanntBei Folgen von Kopfverletzungen und Gehirnerschütterung verzeichnetBei Schmerzen, die entlang der Nervenbahnen zum Rumpf ziehen, aufgeführtBei Nagelbettentzündung in der klassischen Literatur beschrieben

Abgrenzung

Arnica montana ist das Mittel der stumpfen Gewebsverletzung mit Zerschlagenheitsgefühl und dem Empfinden, das Bett sei zu hart; Hypericum steht dagegen für die Verletzung der Nerven mit ausstrahlenden, schießenden Schmerzen. Ledum palustre passt zu Stichverletzungen, bei denen die betroffene Stelle kalt ist und Kälte bessert, während Hypericum Wärme bevorzugt. Ruta graveolens wird bei Verletzungen von Sehnen, Bändern und Knochenhaut genannt. Bei Beschwerden nach Wirbelsäulenverletzung ist auch Natrium sulfuricum zu bedenken, besonders bei anhaltenden Folgen einer Kopfverletzung mit Wesensveränderung.

Verwandte Mittel

Arnica montanaLedum palustreRuta graveolensCalendula officinalisNatrium sulfuricumRhus toxicodendron

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.