Hypericum perforatum, das Johanniskraut, wird in der Materia medica als das Verletzungsmittel der Nerven beschrieben. Kennzeichnend sind heftige, oft unerträgliche Schmerzen nach Verletzungen an nervenreichen Körperstellen, die entlang der Nervenbahnen aufwärts zum Rumpf hin ausstrahlen. Klassisch genannt werden Quetschungen der Finger und Zehen, Sturz auf das Steißbein und Folgen von Kopfverletzungen.
Konstitution
Gemütsbild
Beschwerden nach SchreckVerzweiflung durch anhaltende SchmerzenGefühl, wie abgetrennt oder losgelöst zu seinBenommenheit nach Kopfverletzungen
Das Gemütskapitel ist bei Hypericum schmal besetzt und ganz auf den Verletzungszusammenhang bezogen. Verzeichnet sind Beschwerden nach Schreck, Verzweiflung durch Schmerzen, Bewusstlosigkeit nach Anstrengung und das eigentümliche Gefühl, wie abgetrennt zu sein. Die klassische Literatur beschreibt, dass die Schmerzen so heftig sein können, dass Mut und Fassung verlorengehen; hinzu kommen Benommenheit und Wesensveränderungen nach Kopfverletzungen. Ein eigenständiges seelisches Bild im Sinne eines konstitutionellen Mittels ist nicht ausgearbeitet. Bemerkenswert ist die verzeichnete Empfindung, als sei etwas Lebendiges im Kopf.
Ängste: Verzweiflung, die aus dem anhaltenden Schmerz entsteht, Beschwerden und Angst nach Schreck, In den vorliegenden Rubriken keine weiteren Angstrubriken ausgewiesen
Leitsymptome
- Kälte und kalte, feuchte Luft
- Berührung und Erschütterung der verletzten Stelle
- Bewegung
- Nebel und geschlossene, dumpfe Räume
- Ruhe und Stillhalten
- Wärme und warmes Einhüllen
- Nach vorn Beugen bei Rückenbeschwerden
- Reiben, das die Empfindung mildert
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach warmen Getränken ist verzeichnet
- Die Literatur nennt ein Verlangen nach Wein und anregenden Getränken
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Verletzungen nervenreicher Körperteile mit heftigen Schmerzen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Folgen von Stich- und Quetschverletzungen an Fingern und ZehenBei Beschwerden nach Sturz auf das Steißbein genanntBei Folgen von Kopfverletzungen und Gehirnerschütterung verzeichnetBei Schmerzen, die entlang der Nervenbahnen zum Rumpf ziehen, aufgeführtBei Nagelbettentzündung in der klassischen Literatur beschrieben
Abgrenzung
Arnica montana ist das Mittel der stumpfen Gewebsverletzung mit Zerschlagenheitsgefühl und dem Empfinden, das Bett sei zu hart; Hypericum steht dagegen für die Verletzung der Nerven mit ausstrahlenden, schießenden Schmerzen. Ledum palustre passt zu Stichverletzungen, bei denen die betroffene Stelle kalt ist und Kälte bessert, während Hypericum Wärme bevorzugt. Ruta graveolens wird bei Verletzungen von Sehnen, Bändern und Knochenhaut genannt. Bei Beschwerden nach Wirbelsäulenverletzung ist auch Natrium sulfuricum zu bedenken, besonders bei anhaltenden Folgen einer Kopfverletzung mit Wesensveränderung.
Verwandte Mittel
Arnica montanaLedum palustreRuta graveolensCalendula officinalisNatrium sulfuricumRhus toxicodendron
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.