Hydrastinum muriaticum ist das salzsaure Salz des Hydrastins, eines Bitterstoffs aus der kanadischen Gelbwurz Hydrastis canadensis. Die amerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts führte dieses Präparat neben der Mutterpflanze und ordnete es geschwürigen Prozessen an Schleimhäuten und herabgekommenen, zehrenden Zuständen zu. Die Datenbasis nennt Geschwüre allgemein, Geschwüre im Mund, das übelriechende Nasenleiden Ozäna und einen Eintrag unter den klinischen Krebsrubriken. Das Bild ist schmal und ganz auf Zerfall und Absonderung an Schleimhäuten gerichtet.
Konstitution
Gemütsbild
Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetFür die Mutterpflanze werden Verdrossenheit und Gleichgültigkeit beschriebenKein eigenständiges seelisches Bild überliefert
Hydrastinum muriaticum ist ein aus einem Einzelstoff bereitetes Präparat und trägt in der Datenbasis kein Gemütsbild. Die klassische Materia medica beschreibt für die Mutterpflanze Hydrastis canadensis einen verdrossenen, wortkargen Zustand bei großer Schwäche, verbunden mit einer eigentümlichen Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Zustand. Ob diese Züge für das Salz gelten, ist nicht belegt. Die vorliegenden Rubriken betreffen ausschließlich körperliche Vorgänge, und dabei sollte es für dieses Mittel bleiben. Die Einträge der klinischen Rubriken stammen aus der älteren Literatur und beschreiben Zustandsbilder, nicht Behandlungsaussagen; ernsthafte Erkrankungen gehören in ärztliche Abklärung.
Ängste: In der Datenbasis sind keine Angstrubriken verzeichnet, Für die Mutterpflanze wird eine gleichmütige Erwartung des Todes beschrieben
Leitsymptome
- In den vorliegenden Rubriken sind keine Verschlechterungsmodalitäten verzeichnet
- Für die Mutterpflanze werden kalte Luft und Bewegung als verschlimmernd beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
- Für die Mutterpflanze werden Wärme und Ruhe als bessernd beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- In der Datenbasis nicht verzeichnet
- Für die Mutterpflanze wird eine Abneigung gegen Brot und Gemüse beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Geschwüre der SchleimhäuteGeschwüre im MundÜbelriechendes Nasenleiden mit Borkenbildung, in den Repertorien als Ozäna geführtZehrende Zustände mit Abmagerung und SchwächeBegleitung schwerer chronischer Erkrankungen, wie sie die ältere Literatur beschreibt
Abgrenzung
Hydrastis canadensis ist die Mutterpflanze und in jeder Hinsicht besser belegt; sie bringt zusätzlich den zähen, fadenziehenden Schleim, die hartnäckige Verstopfung und das ausgeprägte Schwächebild mit. Für Geschwüre im Mund sind Mercurius solubilis, Borax und Nitricum acidum die klassisch zugeordneten Mittel, für die Ozäna Kalium bichromicum, Aurum metallicum und Elaps corallinus. Hydrastinum muriaticum bleibt ein Randmittel mit sehr schmaler Datenbasis, dessen Einträge aus der älteren amerikanischen Literatur stammen.
Verwandte Mittel
Hydrastis canadensisKalium bichromicumMercurius solubilisNitricum acidumAurum metallicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.