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Materia medica · Nr. 1802

Hydrastinum muriaticum

Hydrin-m.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hydrastinum muriaticum ist das salzsaure Salz des Hydrastins, eines Bitterstoffs aus der kanadischen Gelbwurz Hydrastis canadensis. Die amerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts führte dieses Präparat neben der Mutterpflanze und ordnete es geschwürigen Prozessen an Schleimhäuten und herabgekommenen, zehrenden Zuständen zu. Die Datenbasis nennt Geschwüre allgemein, Geschwüre im Mund, das übelriechende Nasenleiden Ozäna und einen Eintrag unter den klinischen Krebsrubriken. Das Bild ist schmal und ganz auf Zerfall und Absonderung an Schleimhäuten gerichtet.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden für die Hydrastis-Gruppe abgemagerte, kraftlose Menschen mit fahler Haut und schlechtem Ernährungszustand, bei denen die Verdauung nicht mehr trägt.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin eigenes Temperamentsbild ist für Hydrastinum muriaticum nicht überliefert; die Datenbasis enthält keine Gemütsrubriken. Für die Mutterpflanze Hydrastis canadensis beschreibt die Materia medica einen mürrischen, verdrossenen Zustand mit dem Gefühl, sterben zu müssen, und einer gleichmütigen Gleichgültigkeit gegenüber dieser Vorstellung.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetFür die Mutterpflanze werden Verdrossenheit und Gleichgültigkeit beschriebenKein eigenständiges seelisches Bild überliefert

Hydrastinum muriaticum ist ein aus einem Einzelstoff bereitetes Präparat und trägt in der Datenbasis kein Gemütsbild. Die klassische Materia medica beschreibt für die Mutterpflanze Hydrastis canadensis einen verdrossenen, wortkargen Zustand bei großer Schwäche, verbunden mit einer eigentümlichen Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Zustand. Ob diese Züge für das Salz gelten, ist nicht belegt. Die vorliegenden Rubriken betreffen ausschließlich körperliche Vorgänge, und dabei sollte es für dieses Mittel bleiben. Die Einträge der klinischen Rubriken stammen aus der älteren Literatur und beschreiben Zustandsbilder, nicht Behandlungsaussagen; ernsthafte Erkrankungen gehören in ärztliche Abklärung.

Ängste: In der Datenbasis sind keine Angstrubriken verzeichnet, Für die Mutterpflanze wird eine gleichmütige Erwartung des Todes beschrieben

Leitsymptome

Geschwüre allgemein, in den klinischen Rubriken als Schwerpunkt geführt
Geschwüre im Mund, in den Mundrubriken eigens verzeichnet
Ozäna, das übelriechende Nasenleiden mit Borkenbildung und fauligem Geruch
Zehrende Zustände mit Abmagerung, wie sie die ältere amerikanische Literatur beschreibt
Zäher, fadenziehender Schleim an den Schleimhäuten, ein Kennzeichen der Hydrastis-Gruppe
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine Verschlechterungsmodalitäten verzeichnet
  • Für die Mutterpflanze werden kalte Luft und Bewegung als verschlimmernd beschrieben
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • Für die Mutterpflanze werden Wärme und Ruhe als bessernd beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
Abneigung
  • Für die Mutterpflanze wird eine Abneigung gegen Brot und Gemüse beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Geschwüre der SchleimhäuteGeschwüre im MundÜbelriechendes Nasenleiden mit Borkenbildung, in den Repertorien als Ozäna geführtZehrende Zustände mit Abmagerung und SchwächeBegleitung schwerer chronischer Erkrankungen, wie sie die ältere Literatur beschreibt

Abgrenzung

Hydrastis canadensis ist die Mutterpflanze und in jeder Hinsicht besser belegt; sie bringt zusätzlich den zähen, fadenziehenden Schleim, die hartnäckige Verstopfung und das ausgeprägte Schwächebild mit. Für Geschwüre im Mund sind Mercurius solubilis, Borax und Nitricum acidum die klassisch zugeordneten Mittel, für die Ozäna Kalium bichromicum, Aurum metallicum und Elaps corallinus. Hydrastinum muriaticum bleibt ein Randmittel mit sehr schmaler Datenbasis, dessen Einträge aus der älteren amerikanischen Literatur stammen.

Verwandte Mittel

Hydrastis canadensisKalium bichromicumMercurius solubilisNitricum acidumAurum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.