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Materia medica · Nr. 1800

Hydrangea arborescens

Hydrang.

In 26 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hydrangea arborescens, die Wilde Hortensie, trägt in der amerikanischen Literatur den Beinamen „Steinbrecher" und ist dort klassisch dem Bereich der ableitenden Harnwege zugeordnet. Charakteristisch sind ein reichlicher, weißer, sandiger Bodensatz im Urin, Neigung zu Grieß und Nierensteinen sowie Beschwerden bei vergrößerter Prostata. Das Repertorium bestätigt diesen engen Organbezug; Gemüt und Konstitution sind kaum beschrieben.

Konstitution

KörperbauKein festgelegter Konstitutionstyp; die Literatur beschreibt Hydrangea arborescens als organbezogenes Harnwegsmittel.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Die Quellen beschreiben Hydrangea arborescens fast ausschließlich über den Urin, die Blase und die Prostata; ein Wesensbild wurde in der Prüfung nicht herausgearbeitet.

Gemütsbild

kein eigenständiges Gemütsbild überliefertBeeinträchtigung durch nächtlichen Harndrangdas Mittel ist über Organbezug charakterisiert

Für Hydrangea arborescens sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Die klassische amerikanische Literatur, in der das Mittel seinen Platz hat, beschreibt es durchgehend über die Harnwege. Was an seelischer Beteiligung genannt werden kann, ergibt sich mittelbar aus den Beschwerden selbst: gestörter Nachtschlaf durch Harndrang und die Belastung durch wiederkehrende Steinkoliken. Eine darüber hinausgehende Charakterisierung wäre nicht belegt.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Reichlicher weißer, sandiger oder amorpher Bodensatz im Urin — das kennzeichnendste Zeichen des Mittels
Neigung zu Nierengrieß und kleinen Steinen
Beschwerden bei vergrößerter Prostata mit erschwertem Wasserlassen
Brennen in der Blase, schleimig-eitriger Blasenkatarrh
Unwillkürlicher Harnabgang
Rauheitsgefühl im Kehlkopf
Verschlechterung
  • beim Wasserlassen, mit Brennen
  • nachts durch wiederholten Harndrang
  • Weitere Verschlimmerungsmodalitäten sind nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • durch reichliches Trinken und vermehrte Harnausscheidung
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Nierengrieß und Neigung zur Steinbildungsandiger, trüber Bodensatz im UrinBeschwerden bei vergrößerter ProstataBlasenentzündung mit Brennenunwillkürlicher Harnabgangin der älteren Literatur auch bei Zuckerkrankheit aufgeführt

Abgrenzung

Berberis vulgaris ist das bekanntere Mittel der Nierenkolik mit strahlenden Schmerzen aus der Nierengegend und dem ziegelmehlfarbenen Bodensatz; Hydrangea arborescens zeigt demgegenüber den weißen, sandigen Satz und weniger heftige Schmerzen. Lycopodium clavatum wird bei rotem Sandsediment und rechtsseitiger Betonung geführt und hat ein weit umfassenderes Gesamtbild. Sabal serrulata steht ebenfalls bei Prostatabeschwerden, jedoch ohne den ausgeprägten Sedimentbefund.

Verwandte Mittel

Berberis vulgarisLycopodium clavatumSabal serrulataOcimum canumPareira brava

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.