Hydrocyanicum acidum, die Blausäure, ist in der Materia medica das Mittel der plötzlichen, tiefen Erschöpfung der Lebenskräfte. Beschrieben werden Zustände mit Bewusstlosigkeit, kalter, blasser Haut, bläulichen Lippen, verlangsamter Atmung und krampfhaft geballten Fäusten, dazu ein ausgeprägtes Ausbleiben jeder Reaktion. Die in den Repertorien verzeichneten Zustände sind durchweg akut und bedrohlich; sie erfordern in jedem Fall unverzügliche ärztliche Versorgung.
Konstitution
Gemütsbild
Bewusstlosigkeit, im höchsten Grad ausgewiesenAusbleiben jeder Reaktion auf ReizeÄngstlicher Gesichtsausdruck vor dem BewusstseinsverlustVerwirrtheit mit dem Eindruck, Gegenstände bewegten sich
Ein Gemütsbild im herkömmlichen Sinn ist zu diesem Mittel nicht ausgearbeitet. Die Repertorien verzeichnen im höchsten Grad die Bewusstlosigkeit sowie einen allgemeinen Reaktionsmangel: Der Kranke antwortet nicht mehr auf Ansprache, Schmerzreiz oder Erschütterung. Vor dem Bewusstseinsverlust werden Schwindel mit Taumeln, ein verzerrter Gesichtsausdruck und die Sinnestäuschung beschrieben, dass sich Gegenstände bewegen. Die klassische Materia medica schildert die Zustände als plötzlich einsetzend, mit rascher Abfolge von Schwindel, Krampf und Erlöschen des Bewusstseins. Für die Mittelwahl tragen deshalb ausschließlich die körperlichen Zeichen; seelische Feinheiten sind hier nicht zu erheben.
Ängste: Ängstlicher Ausdruck und Beklemmung vor dem Zusammenbruch, Erstickungsangst bei verlangsamter Atmung
Leitsymptome
- Jede Anstrengung und Bewegung im Zustand der Schwäche
- Aufrichten, wegen des Taumelschwindels
- Enge, stickige Räume
- Kälte, bei bereits kalter Haut
- Frische Luft
- Flaches Liegen
- Wärmezufuhr von außen
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Zuständen mit ausbleibender Reaktion und Bewusstlosigkeit im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu krampfartigen Zuständen mit geballten Fäusten und KiefersperreBei verlangsamter, ringender Atmung mit bläulichen Lippen verzeichnetBei kalter Haut mit grauer Gesichtsfarbe genanntIn der älteren Literatur bei schweren Kollapszuständen beschrieben; solche Zustände sind stets ein Notfall und gehören sofort in ärztliche Behandlung
Abgrenzung
Laurocerasus, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, enthält denselben Wirkstoff in geringerer Menge und zeigt ein ähnliches Bild in milderer Ausprägung, mit Atemnot, Bläue und mangelnder Reaktion, jedoch weniger stürmisch. Camphora steht bei plötzlichem Kollaps mit eisiger Kälte, wobei der Kranke sich trotz der Kälte nicht zudecken lässt. Carbo vegetabilis teilt die kalte, bläuliche Haut mit Lufthunger und dem Verlangen nach Fächeln. Cuprum metallicum und Cicuta virosa teilen die krampfartigen Zustände mit Erstarrung. Für Hydrocyanicum acidum spricht die Verbindung von plötzlichem Bewusstseinsverlust, verlangsamter Atmung, Bläue und völligem Ausbleiben jeder Reaktion.
Verwandte Mittel
LaurocerasusCamphoraCarbo vegetabilisCuprum metallicumCicuta virosaOpium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.