HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 167

Hydrastis canadensis

Hydr.

In 2.233 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hydrastis canadensis, die kanadische Gelbwurz, wird in der Materia medica als Schleimhaut- und Kachexiemittel beschrieben. Kennzeichnend sind zähe, fadenziehende, gelbe Absonderungen aus allen Schleimhäuten und ein Zustand von Auszehrung, Verstopfung und Magenschwäche. Typischerweise beschrieben wird ein abgemagerter, blasser Mensch mit hartnäckiger Obstipation und einem Gefühl der Leere im Magen.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei mageren, abgezehrten Menschen mit gelblich-fahler Haut und eingezogener Bauchdecke; die Rubrik der abgehärmten Gesichtszüge ist verzeichnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen nur wenige Rubriken vor; ausgewiesen ist eine Verschlechterung in Menschenmengen. Die Literatur beschreibt vor allem eine begleitende Niedergeschlagenheit und Reizbarkeit im Rahmen der körperlichen Auszehrung, kein eigenständig ausgeprägtes Gemütsbild.

Gemütsbild

Beschwerden in MenschenmengenNiedergeschlagenheit bei körperlicher ErschöpfungAngstgefühl, das im Bauch empfunden wirdReizbarkeit bei langwierigen Verdauungsbeschwerden

Das Gemütsbild ist bei Hydrastis vergleichsweise schwach entwickelt; die Repertorien führen im Kapitel Gemüt nur wenige Einträge, darunter Beschwerden durch Menschenmengen. Charakteristisch ist stattdessen, dass Angst körperlich im Bauch empfunden wird und sich nach dem Stuhlgang bessert. Die klassische Literatur beschreibt eine mürrische, hoffnungslose Verstimmung, die die chronische Verdauungsschwäche und die Auszehrung begleitet, sowie eine Neigung zu Grübeln über die eigene Gesundheit. Die Kraftlosigkeit steht dabei deutlich im Vordergrund vor dem seelischen Erleben.

Ängste: Angst, die im Bauch empfunden wird und nach dem Stuhlgang nachlässt, Beklommenheit in Menschenansammlungen, Sorge um den eigenen körperlichen Zustand

Leitsymptome

Zähe, klebrige, fadenziehende und gelbe Absonderungen aus Nase, Rachen, Ohr, Harnröhre und Scheide: das durchgehende Kennzeichen des Mittels
Hartnäckige Verstopfung mit vergeblichem Stuhldrang, im Wechsel mit Durchfall; wunder, brennender After, Fissuren und Fisteln sind verzeichnet
Gefühl der Leere und Schwäche im Magen, das durch Essen nicht besser wird; Magenschmerz mit dem Gefühl eines Klumpens, Aufstoßen bessert
Dicker, gelber, zäher Schnupfen mit Absonderung in den Rachen, dazu chronischer Halskatarrh
Verhärtung und Schrumpfung der Leber sowie Schmerzen in der Milzgegend
Dicker, gelber, zäher Scheidenausfluss, besonders nach der Regelblutung; Risse in den Brustwarzen und Wundheit der Gebärmutter
Verschlechterung
  • Kalte Luft und feuchtes Wetter
  • Nach dem Essen, bei fetten Speisen und Brot
  • Bei geistiger und körperlicher Erschöpfung
  • In Menschenmengen
Verbesserung
  • Aufstoßen
  • Nach dem Stuhlgang, besonders das Angstgefühl im Bauch
  • Druck und Ruhe
  • Warme Umgebung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Die Literatur nennt eine allgemein verminderte Esslust
Abneigung
  • Verminderter Appetit, Abneigung gegen Nahrung allgemein
  • In der Literatur genannt: Abneigung gegen Brot und Gemüse

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei zähem, gelbem Katarrh der Nase und des Rachens aufgeführtKlassisch zugeordnet zu hartnäckiger Verstopfung mit vergeblichem Drang und wundem AfterBei Magenschwäche und Verdauungsstörung mit Leeregefühl genanntBei dickem, fadenziehendem Scheidenausfluss verzeichnetIn der klassischen Literatur bei Auszehrung und Kräfteverfall bösartiger Erkrankungen als begleitendes Mittel beschriebenBei chronischer Mittelohr- und Harnröhrenabsonderung aufgeführt

Abgrenzung

Kalium bichromicum teilt die zähen, fadenziehenden gelben Absonderungen, zeigt jedoch typischerweise punktförmig begrenzte Schmerzen und Beschwerden, die zwischen Schleimhäuten und Gelenken wechseln; Hydrastis steht stärker für Auszehrung, Magenschwäche und Verstopfung. Pulsatilla hat ebenfalls milde gelbe Absonderungen, aber ein weiches, tränenreiches Gemüt und Besserung im Freien, während Hydrastis kein ausgeprägtes Gemütsbild zeigt. Arsenicum album ähnelt in der Abmagerung und Erschöpfung, hat jedoch brennende Schmerzen, Ruhelosigkeit und ausgeprägte Todesfurcht.

Verwandte Mittel

Kalium bichromicumPulsatillaArsenicum albumStannum metallicumNux vomicaSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.