Hura brasiliensis, der Milchsaft des brasilianischen Assacu-Baumes aus der Familie der Wolfsmilchgewächse, wird in der Materia medica vor allem bei hartnäckigen Hautleiden und bei einem tief gedrückten Gemütszustand beschrieben. Die neuere Literatur hebt das Gefühl hervor, ausgestoßen, verachtet und von den Freunden verlassen zu sein. Körperlich stehen eine auffallende Schwäche zwischen den Schulterblättern und in den Beinen im Vordergrund, die sich beim Treppensteigen zeigt.
Konstitution
Gemütsbild
Traurigkeit und tiefe NiedergeschlagenheitGefühl, verlassen, gemieden und verachtet zu werdenSchreckhaftigkeit, Zittern bei GeräuschenNagen an den Fingernägeln als Zeichen innerer AnspannungEmpfindung, als schwebe man
Die Repertorien führen Traurigkeit und seelische Niedergeschlagenheit auf; hinzu treten Zittern nach Schreck und bei Geräuschen sowie das Benagen der Finger und Nägel. Die neuere Materia medica, die dieses Mittel eingehender beschreibt, stellt in den Mittelpunkt das Erleben, ein Ausgestoßener zu sein: Der Kranke fühlt sich von den Menschen seiner Umgebung gemieden, hält sich für abstoßend und erwartet Zurückweisung, ohne dass ein äußerer Anlass vorliegt. Daraus entsteht ein Rückzug, der die Vereinsamung noch verstärkt. Ergänzend nennen die Rubriken eine eigentümliche Empfindung des Schwebens sowie ein Gefühl, als rolle eine Kugel im Kopf umher. Ein Wechsel zwischen Hitzewallungen und Ohnmachtsneigung ist verzeichnet.
Ängste: Furcht vor Zurückweisung und Verachtung, Schreckhaftigkeit bei plötzlichen Geräuschen, Angst vor dem Alleinsein bei gleichzeitigem Rückzug
Leitsymptome
- Treppensteigen und Aufwärtsgehen
- Nachmittags
- Schreck und plötzliche Geräusche
- Anhaltende körperliche Anstrengung
- Ruhe und Liegen
- Wärme bei den umschriebenen Kälteempfindungen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Klassisch zugeordnet zu hartnäckigen, entstellenden Hautveränderungen mit Verdickung und RissenIn Repertorien bei Schwäche der Schulterblattgegend und der Beine beim Treppensteigen aufgeführtBei Niedergeschlagenheit mit dem Erleben, ausgestoßen zu sein, in der neueren Literatur beschriebenBei dumpfen Kreuz- und Rückenschmerzen mit Druckgefühl verzeichnetBei brennenden Halsbeschwerden mit gelbem, schaumigem Auswurf genannt
Abgrenzung
Von Thuja, das ebenfalls bei chronischen Hautveränderungen und dem Gefühl innerer Hässlichkeit genannt wird, unterscheidet Hura die ausgeprägte Rückenschwäche und die Verschlimmerung beim Aufwärtssteigen; Thuja hat die charakteristische Verschlimmerung durch Feuchtigkeit und die Empfindung, aus Glas zu sein. Lachesis teilt die Erlebniswelt des Argwohns und der Zurückweisung, zeigt aber die Verschlimmerung nach dem Schlaf und die Unverträglichkeit von Enge am Hals. Carcinosinum wird ebenfalls bei einem Gefühl der Wertlosigkeit beschrieben, jedoch mit Pflichtbewusstsein und Empfindlichkeit gegen Zurechtweisung. Für Hura spricht die Verbindung von Ausgestoßenheitsgefühl, Schulterblattschwäche und Verschlimmerung beim Treppensteigen.
Verwandte Mittel
Thuja occidentalisLachesisCarcinosinumGraphitesArsenicum albumEuphorbium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.