HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1779

Histaminum

Hist.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Histaminum ist die homöopathische Zubereitung des Histamins, eines körpereigenen Botenstoffs, der bei allergischen Reaktionen aus den Mastzellen freigesetzt wird und zugleich die Magensäurebildung anregt. In den Repertorien erscheint das Mittel entsprechend an zwei Stellen: bei allergischen Zuständen und bei Geschwüren des Zwölffingerdarms. Es zählt zu den modernen, aus der Physiologie abgeleiteten Mitteln und ist klassisch nicht ausgeprüft.

Konstitution

KörperbauKein Konstitutionstyp beschrieben; Histaminum wird als Wirkstoffmittel und nicht über einen Körperbau charakterisiert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperamentsbild im Sinne der klassischen Materia medica liegt nicht vor. Verzeichnet ist lediglich eine Langsamkeit im Gemütsbereich, die sich als Verlangsamung des Denkens und Reagierens lesen lässt, wie sie auch von der dämpfenden Wirkung mancher Histaminwirkungen her bekannt ist. Weitergehende Charakterzüge sind nicht belegt.

Gemütsbild

Langsamkeit als einziger verzeichneter GemütszugVerlangsamung von Denken und Reaktionim Übrigen kein ausgearbeitetes Gemütsbild

Der einzige Gemütseintrag zu Histaminum ist Langsamkeit. Er beschreibt eine Verzögerung im Denken, Sprechen und Handeln, ein Nachhinken hinter dem eigenen Antrieb. Weitere Gemüts- oder Geistessymptome sind in den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet, und die Literatur zu diesem Mittel ist knapp, weil es aus der physiologischen Forschung und nicht aus einer breiten Arzneimittelprüfung stammt. In der Praxis wird Histaminum daher meist über den körperlichen Bezug zu allergischen Reaktionen erwogen und nicht über ein Gemütsbild. Alles Weitere wäre eine Übertragung von Vorstellungen aus der Pharmakologie und nicht durch die Prüfung gedeckt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine Ängste verzeichnet, Zur Angstthematik liegt für dieses Mittel nichts Belastbares vor

Leitsymptome

Allergische Zustände, in den klinischen Rubriken als Allergie geführt - der bekannteste Bezug dieses Mittels
Geschwüre des Zwölffingerdarms, in den Repertorien unter Bauch und Oberbauch verzeichnet - entspricht der säuresteigernden Wirkung des Histamins
Beschwerden des Oberbauchs mit Bezug auf den Zwölffingerdarm
Verlangsamung im Denken und Reagieren als begleitender Allgemeinzug
Verschlechterung
  • Zu Verschlechterungen liegen keine geprüften Angaben vor
  • Der Kontakt mit auslösenden Stoffen wird als Umstand genannt, unter dem allergische Beschwerden auftreten, ist als Modalität aber nicht eigens repertorisiert
Verbesserung
  • Zu Verbesserungen liegen keine geprüften Angaben vor
  • Die Rubrikenlage enthält keine Besserungsmodalitäten

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Keine charakteristischen Nahrungsverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Unverträglichkeiten histaminreicher Speisen gehören in den medizinischen, nicht in den repertorialen Zusammenhang

In Repertorien häufig zugeordnet

Allergische Reaktionsbereitschaft, klassisch der Hauptbezug dieses MittelsGeschwüre des ZwölffingerdarmsOberbauchbeschwerden mit Bezug auf den ZwölffingerdarmZustände geistiger Verlangsamung

Abgrenzung

Histaminum unterscheidet sich von den ausgearbeiteten Mitteln des allergischen Formenkreises wie Apis mellifica oder Urtica urens dadurch, dass es kein eigenes Symptombild aus einer Prüfung mitbringt, sondern über den Wirkstoff selbst zugeordnet wird. Apis trägt die charakteristische Schwellung mit stechendem Schmerz und Besserung durch Kälte, Urtica das brennende Nesselgefühl. Gegenüber Argentum nitricum, das bei Geschwüren im Magen-Darm-Bereich genannt wird, fehlt Histaminum das ganze Gemüts- und Modalitätengerüst.

Verwandte Mittel

Apis mellificaUrtica urensArgentum nitricumSulphurAnacardium orientale

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.