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Materia medica · Nr. 1777

Hirudo medicinalis

Hir.

In 11 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hirudo medicinalis, der Medizinische Blutegel, ist ein Tiermittel, dessen Ausgangssubstanz seit der Antike zum Blutentzug verwendet wurde und deren Speichel gerinnungshemmende Stoffe enthält. In der homöopathischen Anwendung ist es ein kleines, wenig geprüftes Mittel; die Repertorien führen es vorwiegend im Umkreis von Blutungen - Blutung aus dem Mastdarm, Geschwüre des Zwölffingerdarms - sowie bei allergischen Reaktionslagen. Ein ausgearbeitetes Arzneimittelbild im klassischen Sinn liegt nicht vor.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild ist für dieses Mittel nicht überliefert. Es wird über die Beziehung zum Blut und zur Blutungsneigung beschrieben, nicht über einen Menschentyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Die wenigen Rubriken betreffen ausschließlich die körperliche Ebene; ein Gemütsbild wurde bei diesem Mittel nie erarbeitet.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertSchwächegefühl und Abgeschlagenheit bei BlutverlustIn der Literatur nicht näher beschrieben

Für Hirudo medicinalis verzeichnen die Repertorien keine Gemütsrubriken. Das Mittel ist über die Ausgangssubstanz und deren Beziehung zum Blut in die Materia medica gelangt; eine umfassende Arzneimittelprüfung, aus der ein seelisches Bild hervorgehen könnte, ist nicht überliefert. Was an Mattigkeit oder Antriebslosigkeit beschrieben wird, gehört zum Zustand nach Blutverlust und ist nicht mittelspezifisch. Der Zugang zu diesem Mittel führt ausschließlich über die wenigen körperlichen Zeichen.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Neigung zu Blutungen; die Repertorien führen das Mittel in der klinischen Gruppe unter Hämorrhagie
Blutung aus dem Mastdarm
Geschwüre des Zwölffingerdarms, mit Beschwerden im Oberbauch
Allergische Reaktionslagen, in der klinischen Gruppe verzeichnet
Verzeichnet ist außerdem eine Zuordnung zum Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose)
Verschlechterung
  • Zu den Modalitäten liegen in der Datenbank keine Angaben vor
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Zu den Modalitäten liegen in der Datenbank keine Angaben vor
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

BlutungsneigungBlutung aus dem MastdarmGeschwüre des ZwölffingerdarmsAllergische ReaktionslagenZustände im Umkreis des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Abgrenzung

Bei Blutungen sind die geprüften Mittel weit klarer gezeichnet: Phosphorus mit der Neigung zu hellroten Blutungen aus verschiedenen Öffnungen und der bekannten Konstitution, Hamamelis virginiana mit der dunklen, venösen Sickerblutung und dem Wundgefühl, Millefolium mit der schmerzlosen hellroten Blutung. China officinalis steht für die Schwäche nach Säfteverlust. Hirudo medicinalis bleibt demgegenüber ein Randmittel ohne durchgearbeitete Prüfung und wird nur selten erwogen.

Verwandte Mittel

Hamamelis virginianaPhosphorusMillefoliumChina officinalisCrotalus horridus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.