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Materia medica · Nr. 1776

Hippozaenium

Hippoz.

In 268 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hippozaeninum ist eine Nosode, die aus dem Sekret der Rotzkrankheit (Malleus) des Pferdes bereitet wurde. Die Literatur ordnet sie schweren, zerstörerischen Eiter- und Geschwürsprozessen zu: übelriechender Nasenkatarrh mit Borken und Zerstörung der Nasenscheidewand, Wundrose, Abszesse und septische Zustände. Ein zweiter Schwerpunkt sind Bronchial- und Lungenentzündungen alter, geschwächter Menschen mit rasselndem Atem.

Konstitution

KörperbauBeschrieben wird ein abgemagerter, hinfälliger Zustand; Bauch und Lymphdrüsen können dabei geschwollen sein. Ein Konstitutionstyp im engeren Sinn ist nicht überliefert - die Nosode wird nach dem Krankheitszustand gewählt.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen kaum geprüfte Angaben vor. Die Literatur schildert vor allem Hinfälligkeit, Teilnahmslosigkeit und Erschöpfung, wie sie schwere septische Verläufe begleiten. Ein eigenständiges Charakterbild ist in der Materia medica nicht näher beschrieben.

Gemütsbild

Hinfälligkeit und Teilnahmslosigkeit im schweren KrankheitszustandErschöpfung bei zehrenden ProzessenGemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben

Hippozaeninum ist eine Nosode ohne breite Arzneimittelprüfung am Gesunden; das Bild stammt weitgehend aus dem Krankheitsbild selbst und aus klinischen Berichten. Entsprechend ist die Rubrik Gemüt nahezu unbesetzt. Was die Literatur beschreibt, ist der Zustand des schwer Kranken: matt, apathisch, ausgezehrt, ohne Kraft zur Auseinandersetzung mit der Umgebung. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf die körperlichen Zeichen - Beschaffenheit der Absonderungen, Art der Geschwüre, den Zustand von Atemwegen und Lymphdrüsen - und nicht auf seelische Merkmale.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Übelriechender chronischer Nasenkatarrh mit Krusten und wund machender Absonderung, bis zur Zerstörung der Nasenscheidewand
Rasselnde, schwere Atmung durch Schleim in der Luftröhre, besonders bei alten Menschen - eine der höchstbewerteten Angaben
Lungen- und Bronchialentzündung im höheren Lebensalter, auch Lungenabszess
Wundrose des Gesichts, phlegmonös bis brandig, mit aufgedunsenen Zügen
Tiefe, unreine, fistelnde und um sich greifende Geschwüre, die nicht heilen wollen
Vergrößerung von Leber und Milz, geschwollene Leistendrüsen, fortschreitende Abmagerung
Verschlechterung
  • Höheres Lebensalter und allgemeine Schwäche
  • Kalte, feuchte Witterung bei den Atemwegsbeschwerden
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Appetitlosigkeit im Rahmen der zehrenden Zustände

In Repertorien häufig zugeordnet

Chronischer, übelriechender Nasenkatarrh mit VerkrustungRasselnde Bronchitis und Lungenentzündung älterer MenschenWundrose, besonders im GesichtAbszesse und schlecht heilende, tiefe GeschwüreSeptische Zustände mit AbmagerungKehlkopfkatarrh mit Heiserkeit und Geschwürsbildung

Abgrenzung

Von Pyrogenium, der anderen großen Sepsis-Nosode, unterscheidet Hippozaeninum die deutliche Betonung von Nase, Nasenscheidewand und Wundrose sowie das Rasseln alter Menschen; Pyrogenium ist stärker durch das Missverhältnis von Puls und Temperatur und die Zerschlagenheit gekennzeichnet. Kali bichromicum teilt den zähen, krustigen Nasenkatarrh mit Septumbefall, zeigt jedoch keine septische Allgemeinlage. Antimonium tartaricum ähnelt im rasselnden Atem des alten Menschen, ohne den geschwürigen Zerstörungsprozess.

Verwandte Mittel

PyrogeniumKali bichromicumAntimonium tartaricumAnthracinumAurum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.