Hippomanes ist ein selten geprüftes Mittel tierischen Ursprungs, gewonnen aus dem gleichnamigen Gebilde aus der Fruchthülle der Stute. In den Repertorien tritt es fast ausschließlich über ein sehr geschlossenes Gemütsbild hervor: tiefe Traurigkeit, stilles Sitzen in sich versunkener Gedanken, Abneigung gegen Gesellschaft und gegen jedes Angesprochenwerden. Daneben stehen Schwäche, unwillkürliche Zuckungen und ein auffallender Wunsch, fortzureisen.
Konstitution
Gemütsbild
Tiefe Traurigkeit und NiedergeschlagenheitStilles Sitzen, in schwere, traurige Gedanken versunkenAbneigung gegen Gesellschaft und gegen AngesprochenwerdenSchweigsamkeit, Wunsch, nicht zu sprechenVerlangen zu reisen und fortzugehen
Das Gemütsbild trägt dieses Mittel fast allein. Die Repertorien führen Traurigkeit und Niedergeschlagenheit im höchsten Grad auf, ebenso die Neigung, sich hinzusetzen und still zu verharren. Kennzeichnend ist die Beschreibung, dass die Person wie in tiefe, traurige Gedanken eingehüllt dasitzt und von ihrer Umgebung nichts bemerkt. Gesellschaft wird gemieden, Ansprache verschlimmert; es besteht ein ausdrücklicher Wunsch zu schweigen. Neben diesem Rückzug steht ein scheinbar gegensätzlicher Zug: das Verlangen, fortzureisen. Die Verbindung aus stiller innerer Erstarrung und dem Drang nach Ortswechsel ist das eigentliche Kennzeichen des Mittels. Ausgeprägte Ängste sind in den Rubriken nicht ausgewiesen.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Angesprochen werden
- Gesellschaft
- Nachmittags
- Beim Erwachen
- Stilles Sitzen und Alleinsein
- Hinlegen
- Ortswechsel und Reisen
Verlangen und Abneigungen
- Saures
- Süßigkeiten
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei stiller, in sich gekehrter Schwermut mit Abneigung gegen Ansprache aufgeführtBei unwillkürlichen Bewegungen und Veitstanz verzeichnetBei allgemeiner Nervenschwäche mit Erschöpfung schon beim Erwachen genanntBei Kältegefühl und Leere im Magen in den Repertorien vermerkt
Abgrenzung
Natrium muriaticum teilt den Rückzug, die Abneigung gegen Trost und die stille Traurigkeit, zeigt aber deutliches Verlangen nach Salz und Kopfschmerzen mit Sonnenbezug. Ignatia ähnelt in der Kummerreaktion, ist jedoch von Seufzen, Widersprüchlichkeit und Krampfneigung geprägt. Sepia verbindet Gleichgültigkeit mit dem Wunsch nach Alleinsein, bessert sich aber deutlich durch heftige Bewegung. Für Hippomanes spricht die Verbindung aus versunkenem, stillem Dasitzen und dem gleichzeitigen Verlangen fortzureisen; wegen der schmalen Prüfungsgrundlage bleibt das Bild jedoch lückenhaft.
Verwandte Mittel
Natrium muriaticumIgnatiaSepiaPhosphoricum acidumAgaricus muscarius
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.