HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1773

Hippomanes

Hipp.

In 548 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Hippomanes ist ein selten geprüftes Mittel tierischen Ursprungs, gewonnen aus dem gleichnamigen Gebilde aus der Fruchthülle der Stute. In den Repertorien tritt es fast ausschließlich über ein sehr geschlossenes Gemütsbild hervor: tiefe Traurigkeit, stilles Sitzen in sich versunkener Gedanken, Abneigung gegen Gesellschaft und gegen jedes Angesprochenwerden. Daneben stehen Schwäche, unwillkürliche Zuckungen und ein auffallender Wunsch, fortzureisen.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; das Mittel ist nur unvollständig geprüft.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie stärksten Rubriken zeichnen eine in sich zurückgezogene, schweigsame Verfassung: Die Person sitzt still, in traurige Gedanken versunken, und nimmt die Umgebung kaum wahr. Ansprache wird als Belastung empfunden und verschlimmert den Zustand. Zugleich besteht ein Drang, den gegenwärtigen Ort zu verlassen und zu reisen.

Gemütsbild

Tiefe Traurigkeit und NiedergeschlagenheitStilles Sitzen, in schwere, traurige Gedanken versunkenAbneigung gegen Gesellschaft und gegen AngesprochenwerdenSchweigsamkeit, Wunsch, nicht zu sprechenVerlangen zu reisen und fortzugehen

Das Gemütsbild trägt dieses Mittel fast allein. Die Repertorien führen Traurigkeit und Niedergeschlagenheit im höchsten Grad auf, ebenso die Neigung, sich hinzusetzen und still zu verharren. Kennzeichnend ist die Beschreibung, dass die Person wie in tiefe, traurige Gedanken eingehüllt dasitzt und von ihrer Umgebung nichts bemerkt. Gesellschaft wird gemieden, Ansprache verschlimmert; es besteht ein ausdrücklicher Wunsch zu schweigen. Neben diesem Rückzug steht ein scheinbar gegensätzlicher Zug: das Verlangen, fortzureisen. Die Verbindung aus stiller innerer Erstarrung und dem Drang nach Ortswechsel ist das eigentliche Kennzeichen des Mittels. Ausgeprägte Ängste sind in den Rubriken nicht ausgewiesen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Allgemeine Schwäche und Nervenerschöpfung, ausgeprägt schon beim Erwachen, mit Neigung, sich hinzulegen
Unwillkürliche, zuckende Bewegungen; in den Repertorien beim Veitstanz aufgeführt
Schläfenkopfschmerz
Eiskaltes Gefühl im Magen mit Leere- und Schwächegefühl in der Magengrube
Krampfartiges Zusammenschnüren im Mastdarm
Jucken am Rücken zwischen den Schulterblättern; kalte Füße
Verschlechterung
  • Angesprochen werden
  • Gesellschaft
  • Nachmittags
  • Beim Erwachen
Verbesserung
  • Stilles Sitzen und Alleinsein
  • Hinlegen
  • Ortswechsel und Reisen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Saures
Abneigung
  • Süßigkeiten

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei stiller, in sich gekehrter Schwermut mit Abneigung gegen Ansprache aufgeführtBei unwillkürlichen Bewegungen und Veitstanz verzeichnetBei allgemeiner Nervenschwäche mit Erschöpfung schon beim Erwachen genanntBei Kältegefühl und Leere im Magen in den Repertorien vermerkt

Abgrenzung

Natrium muriaticum teilt den Rückzug, die Abneigung gegen Trost und die stille Traurigkeit, zeigt aber deutliches Verlangen nach Salz und Kopfschmerzen mit Sonnenbezug. Ignatia ähnelt in der Kummerreaktion, ist jedoch von Seufzen, Widersprüchlichkeit und Krampfneigung geprägt. Sepia verbindet Gleichgültigkeit mit dem Wunsch nach Alleinsein, bessert sich aber deutlich durch heftige Bewegung. Für Hippomanes spricht die Verbindung aus versunkenem, stillem Dasitzen und dem gleichzeitigen Verlangen fortzureisen; wegen der schmalen Prüfungsgrundlage bleibt das Bild jedoch lückenhaft.

Verwandte Mittel

Natrium muriaticumIgnatiaSepiaPhosphoricum acidumAgaricus muscarius

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.