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Materia medica · Nr. 1712

Gymnocladus

Gymn.

In 293 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gymnocladus, der Kentucky-Kaffeebaum, ist ein kleines Mittel der nordamerikanischen Materia medica. Sein bekanntestes Zeichen ist die bläulich verfärbte Zunge, die in den Rubriken im höchsten Grad verzeichnet ist. Daneben stehen Druck- und Brenngefühl in den Augen, Hitze und Schwellungsgefühl im Gesicht sowie Blähungsbeschwerden, die nach unten auf die Blase drücken.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; die Prüfung ist zu schmal, um einen Konstitutionstyp anzugeben.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin Gemüts- oder Temperamentsbild ist nicht überliefert. Die vorliegenden Rubriken enthalten kein Kapitel Gemüt; das Bild beruht ganz auf örtlichen Zeichen und Empfindungen.

Gemütsbild

Keine kennzeichnenden Gemütsrubriken verzeichnetInnere Unruhe im Zusammenhang mit den BauchbeschwerdenIn der Literatur nicht näher beschrieben

Für Gymnocladus liegt kein ausgearbeitetes Gemütsbild vor. Weder die vorhandenen Rubriken noch die klassische Materia medica beschreiben kennzeichnende seelische Züge; das Mittel ist über Zunge, Augen, Gesicht und Bauch bestimmt. Verzeichnet ist lediglich eine Unruhe im Zusammenhang mit den Bauchbeschwerden. Die alten Autoren führen Gymnocladus als kleines Mittel mit schmaler Prüfung, dessen Wert vor allem in dem auffälligen örtlichen Zeichen der bläulichen Zunge liegt. Weitergehende Aussagen über ein Gemütsbild wären nicht belegt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Bläulich verfärbte Zunge, in den Rubriken im höchsten Grad verzeichnet und das kennzeichnende Zeichen dieses Mittels
Druckgefühl in den Augen, ausdrücklich links, mit Brennen und Beißen um die Mittagszeit, Wundgefühl und dem Bedürfnis, die Augen zu reiben; Gefühl von Fülle und Hervortreten
Hitze im Gesicht mit dem Gefühl, es sei geschwollen
Blähungen, die nach unten auf die Blase drücken; dünner Harnstrahl
Schmerzen in den Fingern, besonders im dritten Finger, dazu Schmerz in Ellbogen, Unterarm, Knie und Fuß; Empfindung, als sei der Unterarm gebrochen
Schmerzen in der Nabelgegend am Vormittag, Wundgefühl im Bauch, Schmerz in der Leistengegend und in den dortigen Drüsen, Milzschmerz; Appetitlosigkeit am Morgen
Verschlechterung
  • Kälte allgemein
  • Vormittags, hinsichtlich der Bauchschmerzen
  • Mittags, hinsichtlich des Brennens der Augen
  • Morgens, mit fehlendem Appetit
Verbesserung
  • Wärme
  • Reiben der Augen
  • Abgang von Blähungen
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Appetitlosigkeit am Morgen; eine bestimmte Abneigung ist nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei bläulich verfärbter Zunge im höchsten Grad aufgeführtBei Druck- und Brenngefühl in den Augen verzeichnetBei Hitze im Gesicht mit Schwellungsgefühl genanntBei Blähungsbeschwerden mit Druck nach unten auf die Blase beschriebenBei Schmerzen in Fingern und Gelenken aufgeführtBei Schmerzen in der Leistengegend mit Beteiligung der dortigen Drüsen verzeichnet

Abgrenzung

Die bläuliche Zunge findet sich auch bei den Schlangenmitteln, dort jedoch eingebettet in ein breites Bild aus Halsempfindlichkeit, Verschlimmerung nach dem Schlaf und ausgeprägtem Gemütsbild. Bei Hitze und Schwellungsgefühl im Gesicht sind Belladonna und Apis mellifica deutlich besser belegt. Für Blähungen mit Druck nach unten steht Lycopodium im Vordergrund. Gymnocladus bleibt ein kleines Mittel mit schmaler Prüfung; es kommt vor allem dann in Betracht, wenn die bläuliche Zunge zusammen mit den beschriebenen Augen- und Gesichtszeichen auftritt.

Verwandte Mittel

LachesisBelladonnaApis mellificaLycopodiumBaptisia tinctoria

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.