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Materia medica · Nr. 1711

Gunpowder

Gunp.

In 26 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gunpowder — Schwarzpulver, ein Gemisch aus Kaliumnitrat, Schwefel und Holzkohle — wurde von John Henry Clarke in einer eigenen kleinen Schrift in die homöopathische Literatur eingeführt. Beschrieben wird es dort als Mittel für eitrige und septische Zustände: Furunkel, Karbunkel, Abszesse, verschmutzte oder vereiterte Wunden, Knochenmarkentzündung und Zustände nach Impfung. Das Bild ist ganz auf die Ebene der Eiterung und der Blutvergiftung ausgerichtet, nicht auf Konstitution oder Gemüt.

Konstitution

KörperbauKein Konstitutionstyp überliefert; Gunpowder wird in der Literatur als Zustandsmittel bei septischen Prozessen geführt, nicht als Konstitutionsmittel.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine Angaben vor. Clarke beschreibt das Mittel über den Zustand des Gewebes und des Blutes, nicht über eine Wesensart. Was an Beeinträchtigung genannt wird, ergibt sich aus dem allgemeinen Krankheitsgefühl bei eitrigen Prozessen.

Gemütsbild

kein eigenständiges Gemütsbild überliefertdas Mittel ist über Gewebszustände beschrieben, nicht über Seelischesallgemeines Krankheitsgefühl bei eitrigen Prozessen

Für Gunpowder sind in der Datenbasis keine Gemütsrubriken verzeichnet. Clarke, der das Mittel im Ersten Weltkrieg als Wundmittel bekannt machte, beschreibt es ausschließlich über den Zustand von Haut, Knochen und Blut. Seelische Symptome spielten in seiner Darstellung keine Rolle. Das Mittel gehört damit zu jenen Arzneien, die über ein enges, aber klar umrissenes klinisches Feld charakterisiert sind. Eine Gemütscharakterisierung müsste erfunden werden und unterbleibt daher.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Furunkel und Karbunkel, wiederkehrend und mit Neigung zur Ausbreitung
Abszesse und eitrige Prozesse, die nicht abheilen wollen
Verschmutzte, vereiterte Wunden und Schnittverletzungen
Bisswunden, auch durch giftige Tiere
Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)
Mandelentzündung mit Eiterung
Akne im Gesicht
Beschwerden nach Impfung
Verschlechterung
  • durch Verschmutzung von Wunden
  • nach Impfung
  • bei fortschreitender Eiterung
Verbesserung
  • bei Abklingen der eitrigen Entzündung
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Furunkel und KarbunkelAbszesse und schlecht heilende, verunreinigte Wundenseptische Zustände und BlutvergiftungKnochenmarkentzündungeitrige MandelentzündungWurmbeschwerden bei KindernBeschwerden nach Impfung

Abgrenzung

Hepar sulfuris calcareum ist das große Mittel eitriger Prozesse mit ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit, Splittergefühl und Frostigkeit — beides fehlt bei Gunpowder in der Überlieferung. Silicea wird bei langsamer, schlecht abheilender Eiterung und Fremdkörperausstoßung geführt und hat ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild. Pyrogenium steht bei septischem Fieber mit dem charakteristischen Missverhältnis von Puls und Temperatur. Gunpowder ist demgegenüber ein schmal umrissenes Wund- und Eitermittel aus der Clarke-Tradition.

Verwandte Mittel

Hepar sulfuris calcareumSiliceaPyrogeniumEchinacea angustifoliaKalium nitricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.