HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 160

Guaiacum officinale

Guaj.

Auch: Guai

In 3.305 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Guaiacum officinale, das Harz des Pockholzbaums, gilt in der Materia medica als Mittel der rheumatischen und gichtischen Beschwerden. Beschrieben werden reißende Gelenkschmerzen mit Gefühl von Verkürzung der Sehnen, Steifheit und Gichtknoten, dazu eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen Berührung und Bewegung. Kälte bessert, Wärme verschlimmert die Schmerzen.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei mageren, vorzeitig gealtert wirkenden Menschen mit steifen, verkürzten Sehnen und Gichtknoten an den Gelenken.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentVerzeichnet sind Trägheit und Schwerfälligkeit sowie eine Neigung zum Sitzen, beide im höchsten Grad. Beschrieben wird eine schwerfällige, unbewegliche Verfassung, in der jede Anstrengung gescheut wird.

Gemütsbild

Trägheit und SchwerfälligkeitNeigung zum Sitzen, Abneigung gegen BewegungAufschrecken und Schreien im Schlaf

Die Repertorien führen für das Gemüt vor allem Trägheit und die Neigung zum Sitzen im höchsten Grad auf, dazu Schreien im Schlaf. Das seelische Bild entspricht damit dem körperlichen: Was steif und unbeweglich ist, wird auch innerlich schwerfällig. Beschrieben wird ein Mensch, der sich zu nichts aufraffen mag, weil jede Bewegung Schmerz auslöst, und der zugleich unter der Enge der Steifheit leidet. Über diese Züge hinaus ist das Gemütsbild in der Literatur nicht ausgearbeitet.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Reißende Schmerzen in den Gelenken mit Steifheit und dem Gefühl, Muskeln und Sehnen seien verkürzt und zusammengezogen
Gichtknoten an den Gelenken; Entzündung und Abszessbildung, besonders am Knie
Schmerzen bessern sich durch Kälteanwendung und verschlimmern sich durch Wärme, besonders durch Bettwärme
Ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit; Bewegung verschlimmert, Abneigung gegen Bewegung
Ziehende, zusammenziehende Rücken- und Nackenschmerzen; Steifheit des Halses
Entzündung der Mandeln mit Vereiterung; übelriechender Auswurf; vorzeitig gealtert wirkendes, abgemagertes Gesicht
Verschlechterung
  • Wärme, besonders Bettwärme
  • Berührung und Druck
  • Bewegung
  • Kauen und Zusammenbeißen der Zähne
  • Frische Luft, Vormittag, Sommerhitze
Verbesserung
  • Kalte Anwendungen auf die schmerzenden Gelenke
  • Reiben
  • Sitzen und ruhiges Gehen (Kopfschmerz)

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur wird ein Verlangen nach Äpfeln erwähnt
Abneigung
  • Abneigung gegen Milch
  • Fader Geschmack im Mund wird beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei rheumatischen und gichtischen Gelenkbeschwerden mit Steifheit aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Gichtknoten und Verkürzung von Muskeln und SehnenBei Nacken- und Rückenschmerzen mit Steifheit genanntBei Mandelentzündung mit Vereiterung verzeichnetBei Gesichtsschmerzen mit stechendem, periodisch auftretendem Charakter in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Rhus toxicodendron teilt Steifheit und rheumatische Schmerzen, bessert sich jedoch durch fortgesetzte Bewegung und durch Wärme, während Guaiacum bei Bewegung schlechter wird und Kälte sucht. Bryonia verschlimmert sich ebenfalls durch Bewegung, verlangt aber festen Druck und Ruhe, ohne die Verkürzungsempfindung der Sehnen. Ledum wird ebenfalls bei Gicht mit Besserung durch Kälte genannt, dort mit aufsteigendem Schmerzverlauf von unten nach oben. Causticum zeigt Sehnenverkürzung und Steifheit, bessert sich aber bei feuchtem Wetter.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronBryoniaLedum palustreCausticumAcidum phosphoricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.