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Materia medica · Nr. 1696

Guaco

Gua.

In 18 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Guaco (Mikania guaco) ist eine südamerikanische Kletterpflanze aus der Familie der Korbblütler, die in ihrer Heimat traditionell gegen Schlangenbisse verwendet wurde. In der Homöopathie gilt sie als seltenes Mittel mit Bezug zum Nervensystem: Die Repertorien führen sie bei Lähmungen, besonders der Zunge, bei rheumatischen Zuständen und bei Wasserscheu auf.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die schmale Prüfungsgrundlage lässt keinen eigenen Körpertyp erkennen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperament ist nicht überliefert. Aus den Berichten geht ein Zustand von Schwäche und Lähmigkeit hervor, der Zunge, Rücken und Gliedmaßen betrifft. Verzeichnet ist ferner die Wasserscheu — eine Empfindung des Widerwillens und Schreckens beim Anblick von Flüssigkeit, wie sie bei Tollwut auftritt und die den Ruf der Pflanze als Gegenmittel bei Tierbissen begründet hat.

Gemütsbild

Wasserscheu, in den Gemütsrubriken als einziger Eintrag verzeichnetWiderwille und Schrecken beim Anblick von FlüssigkeitKein weiter ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert

Das gesamte Gemütsbild von Guaco besteht aus einem einzigen Zeichen: der Wasserscheu. Damit ist jener Zustand gemeint, in dem der Anblick oder das Geräusch von Wasser Schrecken, Widerwillen und Krampf im Hals auslöst — ein Bild, das die klassische Literatur bei Tollwut und bei Zuständen nach Tierbissen beschreibt. Die volksmedizinische Verwendung der Pflanze gegen Schlangenbisse in Südamerika hat diesen Eintrag in die Repertorien getragen. Über diesen Zug hinaus ist zu Guaco kein seelisches Bild überliefert; die Mittelwahl stützt sich auf die Lähmungserscheinungen und die rheumatischen Zeichen.

Ängste: Wasserscheu: Schrecken beim Anblick von Wasser, Weitere Ängste in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Lähmung der Zunge mit erschwertem Sprechen, in den Rubriken verzeichnet
Lähmungserscheinungen allgemein, klassisch dem Mittel zugeordnet
Beschwerden der Wirbelsäule und rheumatische Zustände
Weißfluss
Durchfall und choleraartige Entleerungen
Phosphathaltiger Bodensatz im Harn
Verschlechterung
  • Anblick oder Geräusch von Wasser, bei bestehender Wasserscheu
  • Feuchtes, kaltes Wetter, bei rheumatischen Beschwerden
  • Anstrengung, mit zunehmender Lähmigkeit
Verbesserung
  • Wärme
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Wasser und Flüssigkeiten, im Sinne der verzeichneten Wasserscheu

In Repertorien häufig zugeordnet

Lähmung der Zunge und erschwertes Sprechen, in Repertorien dem Mittel zugeordnetLähmungserscheinungen nach NervenschädigungRheumatische BeschwerdenBeschwerden der WirbelsäuleZustände mit Wasserscheu, klassisch dem Mittel zugeordnet

Abgrenzung

Lachesis muta und Crotalus horridus, beide aus Schlangengift bereitet, sind die breit geprüften Mittel für Zustände nach Schlangenbiss; Guaco steht ihnen als pflanzliches Gegenmittel der Volksmedizin gegenüber, ohne deren Belegdichte zu erreichen. Bei Wasserscheu ist Hyoscyamus niger, bei Zuständen nach Hundebiss Lyssinum das geläufigere Mittel. Bei Zungenlähmung stehen Causticum, Gelsemium sempervirens und Plumbum metallicum im Blick.

Verwandte Mittel

Lachesis mutaHyoscyamus nigerLyssinumCausticumGelsemium sempervirens

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.