Guaco (Mikania guaco) ist eine südamerikanische Kletterpflanze aus der Familie der Korbblütler, die in ihrer Heimat traditionell gegen Schlangenbisse verwendet wurde. In der Homöopathie gilt sie als seltenes Mittel mit Bezug zum Nervensystem: Die Repertorien führen sie bei Lähmungen, besonders der Zunge, bei rheumatischen Zuständen und bei Wasserscheu auf.
Konstitution
Gemütsbild
Wasserscheu, in den Gemütsrubriken als einziger Eintrag verzeichnetWiderwille und Schrecken beim Anblick von FlüssigkeitKein weiter ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert
Das gesamte Gemütsbild von Guaco besteht aus einem einzigen Zeichen: der Wasserscheu. Damit ist jener Zustand gemeint, in dem der Anblick oder das Geräusch von Wasser Schrecken, Widerwillen und Krampf im Hals auslöst — ein Bild, das die klassische Literatur bei Tollwut und bei Zuständen nach Tierbissen beschreibt. Die volksmedizinische Verwendung der Pflanze gegen Schlangenbisse in Südamerika hat diesen Eintrag in die Repertorien getragen. Über diesen Zug hinaus ist zu Guaco kein seelisches Bild überliefert; die Mittelwahl stützt sich auf die Lähmungserscheinungen und die rheumatischen Zeichen.
Ängste: Wasserscheu: Schrecken beim Anblick von Wasser, Weitere Ängste in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Anblick oder Geräusch von Wasser, bei bestehender Wasserscheu
- Feuchtes, kaltes Wetter, bei rheumatischen Beschwerden
- Anstrengung, mit zunehmender Lähmigkeit
- Wärme
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken kein Speiseverlangen verzeichnet
- Wasser und Flüssigkeiten, im Sinne der verzeichneten Wasserscheu
In Repertorien häufig zugeordnet
Lähmung der Zunge und erschwertes Sprechen, in Repertorien dem Mittel zugeordnetLähmungserscheinungen nach NervenschädigungRheumatische BeschwerdenBeschwerden der WirbelsäuleZustände mit Wasserscheu, klassisch dem Mittel zugeordnet
Abgrenzung
Lachesis muta und Crotalus horridus, beide aus Schlangengift bereitet, sind die breit geprüften Mittel für Zustände nach Schlangenbiss; Guaco steht ihnen als pflanzliches Gegenmittel der Volksmedizin gegenüber, ohne deren Belegdichte zu erreichen. Bei Wasserscheu ist Hyoscyamus niger, bei Zuständen nach Hundebiss Lyssinum das geläufigere Mittel. Bei Zungenlähmung stehen Causticum, Gelsemium sempervirens und Plumbum metallicum im Blick.
Verwandte Mittel
Lachesis mutaHyoscyamus nigerLyssinumCausticumGelsemium sempervirens
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.