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Materia medica · Nr. 1690

Granatum punica

Gran.

In 777 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Granatum punica, der Granatapfelbaum, wird in der Materia medica seit alters im Zusammenhang mit Wurmbeschwerden und den davon begleiteten Bauchsymptomen beschrieben. Kennzeichnend sind ein Drängen in der Leistengegend, als wolle sich dort ein Bruch hervorschieben, ein eigentümliches Gefühl des Schwebens wie auf Wellen sowie Schwindel mit Verdunkelung des Sehens, besonders bei älteren Menschen. Der Puls ist klein, das Bild insgesamt von Schwäche getragen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden schwächliche, blasse Menschen mit erschlafftem Bauchgewebe und Neigung zu Brüchen in der Leistengegend. Auch bei älteren Menschen mit Schwindel und Kreislaufschwäche ist das Mittel verzeichnet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin eigenständiges Temperamentsbild liegt nicht vor; die vorliegenden Rubriken enthalten keine Gemütssymptome. Beschrieben wird eine matte, wenig belastbare Verfassung, in der Schwindel und Übelkeit den Kranken zurückhaltend und vorsichtig machen.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken sind keine eigenständigen Gemütssymptome ausgewiesenBenommenheit und Schwindelgefühl beeinträchtigen die AufmerksamkeitSchlaflosigkeit ohne fassbare UrsacheMattigkeit und geringe Belastbarkeit

Zu Granatum punica liegen in den vorliegenden Rubriken keine eigentlichen Gemütssymptome vor. Verzeichnet ist Schwindel im Bereich des Verstandes, also eine Benommenheit, die das Denken erschwert, sowie Schlaflosigkeit im Allgemeinen. Die klassische Materia medica beschreibt kein ausgearbeitetes Gemütsbild: Das Mittel ist über Jahrhunderte vor allem als Wurmmittel verwendet worden, und die homöopathische Prüfung hat dementsprechend vorwiegend Bauch-, Kreislauf- und Empfindungssymptome hervorgebracht. Was an seelischer Verfassung berichtet wird, ist Ausdruck der körperlichen Schwäche — Mattigkeit, Unlust, gestörter Schlaf. Weitergehende Aussagen wären an dieser Stelle nicht belegt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Drängen in der Leistengegend nach außen, als wolle sich ein Bruch hervorschieben — im hohen Grad verzeichnet; ziehende Schmerzen in Leiste und Schambereich, rechtsseitig betont
Gefühl des Schwebens, wie auf Wellen getragen — im hohen Grad aufgeführt und ein Kennzeichen dieses Mittels
Empfindung von Blutaustritt ins Gewebe, im hohen Grad verzeichnet
Schwindel mit Verdunkelung des Sehens, besonders bei älteren Menschen; Schwindel begleitet die Übelkeit
Kleiner Puls; Ohrgeräusche
Wundheits- und Zerschlagenheitsschmerz allgemein, gichtartige Gelenkschmerzen, Taubheit der schmerzenden Teile, inneres Prickeln
Kribbeln und Ameisenlaufen der äußeren Körperteile; reißende Schmerzen innerlich
Eingeklemmte Blähungen, Gärung im Bauch, dumpfer Bauchschmerz; Stuhldrang mit Beschwerden nach dem Stuhl
Sodbrennen und Wasserzusammenlaufen im Mund; verminderter Speichel; erweiterte Pupillen
Ausschlag an den Schläfen; Schmerz in der Stirn; Schmerz auf der rechten Rückenseite
Verschlechterung
  • Nach dem Essen
  • Gehen und Bewegung
  • Abends (Bauchbeschwerden)
  • Nach dem Stuhlgang
  • Aufrichten, wegen des Schwindels
Verbesserung
  • Kalte Getränke (Bauchbeschwerden)
  • Ruhe im Liegen
  • Abgang von Blähungen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Obst, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Klassisch zugeordnet zu Wurmbeschwerden mit Bauchschmerzen und ÜbelkeitIn Repertorien im hohen Grad bei dem Gefühl aufgeführt, ein Bruch wolle sich in der Leiste hervorschiebenBei Schwindel mit Verdunkelung des Sehens, besonders im höheren Lebensalter, verzeichnetBei Blähungsbeschwerden mit eingeklemmten Winden und Gärung genanntBei Sodbrennen und Wasserzusammenlaufen im Mund beschriebenBei dem Empfindungsbild des Schwebens wie auf Wellen aufgeführt

Abgrenzung

Cina steht ebenfalls im Zusammenhang mit Wurmbeschwerden, dort jedoch mit Nasenbohren, Heißhunger und ausgeprägter Reizbarkeit bei Kindern, die Granatum punica nicht kennzeichnet. Spigelia teilt Bauchschmerzen bei Wurmbelastung, betont aber die stechenden Nerven- und Herzschmerzen. Nux vomica zeigt eingeklemmte Blähungen mit vergeblichem Stuhldrang, verbunden mit Reizbarkeit und Kälteempfindlichkeit. Für Granatum sprechen das Drängen in der Leiste wie bei einem Bruch, das Schwebegefühl und der kleine Puls bei allgemeiner Schwäche.

Verwandte Mittel

CinaSpigelia anthelmiaNux vomicaNux moschataLycopodium clavatumChina officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.