Gossypium herbaceum, die Baumwollpflanze, wird in der Materia medica fast ausschließlich als Frauenmittel beschrieben. Alle kennzeichnenden Rubriken kreisen um die Regelblutung und die weiblichen Organe: eine Blutung, die stoßweise hervorbricht und nur kurz anhält, ausbleibende oder verzögerte Regel, ziehende Schmerzen in der Leistengegend. Daneben führen die Repertorien das Mittel bei Knoten in der Brust und bei polypenartigen Wucherungen.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild in den Rubriken ausgewiesenErschöpfung und Mattigkeit um die Zeit der RegelblutungUnruhe bei ausbleibender oder verzögerter RegelEmpfindlichkeit im Zusammenhang mit den Unterleibsbeschwerden
Für Gossypium herbaceum enthalten die vorliegenden Rubriken keinen Eintrag im Kapitel Gemüt, und auch die klassische Materia medica beschreibt keine ausgearbeitete seelische Thematik. Was sich sagen lässt, ist mittelbar: Die Kranken sind um die Zeit der Regel matt und appetitlos, was in der Rubrik zum fehlenden Appetit während der Menses ausdrücklich verzeichnet ist. Die allgemeinen Rubriken nennen Schwäche bis zur Entkräftung. Ein Gemütsbild darüber hinaus zu zeichnen, wäre nicht belegt. Die Mittelwahl gründet hier vollständig auf den Zeichen der weiblichen Organe und den Schmerzqualitäten.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Während der Regelblutung
- Bettwärme, besonders für das Schweregefühl in den Händen
- Kälteeinwirkung, bei der Neigung zu Erkältungen
- Bewegung des Unterleibs, bei ziehenden Schmerzen
- Eintreten und freies Fließen der Regelblutung
- Ruhe
- Kühle Luft, entsprechend der Verschlimmerung durch Bettwärme
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Fehlender Appetit während der Regelblutung, ohne Angabe bestimmter Speisen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei stoßweise hervorbrechender und kurz dauernder Regelblutung im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ausbleibender oder verspäteter RegelblutungBei Knoten in der Brustdrüse verzeichnetBei polypenartigen Wucherungen im höchsten Grad geführtBei schmerzhafter Regel mit Stechen in der Leistengegend genanntBei allgemeiner Schwäche im Zusammenhang mit Störungen der Regelblutung beschrieben
Abgrenzung
Pulsatilla teilt die verspätete, spärliche und wechselhafte Regelblutung, zeigt aber das kennzeichnende Verlangen nach frischer Luft, die Tränenneigung und das Bedürfnis nach Zuspruch. Sepia steht bei herabdrängendem Gefühl im Becken mit Gleichgültigkeit gegenüber den Angehörigen und Besserung durch heftige Bewegung. Conium maculatum ist bei harten Knoten in der Brust zu bedenken, dort mit Verschlimmerung durch Erschütterung. Cimicifuga zeigt krampfartige Schmerzen, die quer durch den Unterleib schießen und mit der Stärke der Blutung wechseln. Für Gossypium spricht die eigentümliche Verbindung von stoßweiser, kurz dauernder und zäher Blutung.
Verwandte Mittel
PulsatillaSepiaConium maculatumCimicifuga racemosaUstilago maydisSabina
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.