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Materia medica · Nr. 157

Gnaphalium polycephalum

Gnaph.

In 202 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gnaphalium polycephalum, das amerikanische Ruhrkraut, ist in der Materia medica das Mittel der Ischiasbeschwerden mit Taubheitsgefühl. Kennzeichnend ist der Wechsel: heftiger Schmerz im Verlauf des Nervs, der von einem pelzigen Taubheitsgefühl abgelöst wird, und umgekehrt. Die Repertorien führen das Taubheitsgefühl der unteren Gliedmaßen im höchsten Grad und verzeichnen die Besserung im Sitzen als eigenes Kennzeichen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben sind vor allem Menschen mit rheumatisch-gichtiger Neigung.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen keine Rubriken vor. Das Bild ist körperlich geprägt; die Literatur beschreibt Menschen, die vor allem durch den anhaltenden Schmerz und die Bewegungseinschränkung belastet sind, ohne dass ein eigenes seelisches Bild ausgearbeitet wäre.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken keine Gemütssymptome ausgewiesenIn der Literatur nicht näher beschriebenDas Mittelbild ist überwiegend körperlich geprägt

Zu Gnaphalium sind im Repertorium keine Gemütsrubriken verzeichnet. Die klassischen Quellen beschreiben das Mittel als Arznei der Nervenschmerzen und der rheumatisch-gichtigen Beschwerden, ohne ein seelisches Bild zu entwerfen. Was sich beobachten lässt, ergibt sich mittelbar aus dem Beschwerdebild: Der Wechsel zwischen heftigem Schmerz und tauber Gefühllosigkeit ist zermürbend, weil beides schwer einzuordnen ist und der Betroffene die Haltung ständig anpassen muss. Weitergehende Aussagen über das Gemüt wären nicht belegt und werden daher nicht getroffen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Taubheitsgefühl der unteren Gliedmaßen im höchsten Grad verzeichnet, auch als Taubheit gerade der schmerzenden Teile
Ischiasschmerz im Verlauf des Nervs, der mit Taubheitsgefühl abwechselt; die Repertorien führen diesen Wechsel eigens auf
Schmerz im Oberschenkel entlang der Nervenbahnen, dazu Wadenkrämpfe
Gichtige Schmerzen im Großzehengrundgelenk
Kreuzschmerz mit Taubheitsgefühl in der Lendengegend
Reichliche, hellrote Regel
Erbrechen während Durchfall, dazu Schwäche nach dem Durchfall; Völlegefühl der Blase, dumpfer Schmerz in der Vorsteherdrüse
Schmerzhafte Hautausschläge
Verschlechterung
  • Bewegung und Gehen
  • Liegen, in einem Teil der Rubriken ausdrücklich als Verschlimmerung verzeichnet
  • Morgens beim Erwachen und nachts, die Schwäche
  • Kälte und Nässe
Verbesserung
  • Sitzen, besonders aufrecht im Stuhl, im hohen Grad verzeichnet
  • Ruhe
  • Liegen, in mehreren Rubriken im hohen Grad als Besserung aufgeführt
  • Vermeiden längerer Bewegung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Ischiasbeschwerden mit begleitendem Taubheitsgefühl aufgeführtBei Taubheitsgefühl der unteren Gliedmaßen im höchsten Grad verzeichnetKlassisch zugeordnet zu gichtigen Schmerzen des GroßzehengrundgelenksBei Wadenkrämpfen genanntBei Kreuzschmerz mit Taubheit in der Lendengegend aufgeführtBei reichlicher, hellroter Regel verzeichnet

Abgrenzung

Colocynthis steht bei Ischiasschmerzen, die sich durch festen Druck und Zusammenkrümmen bessern, ohne den kennzeichnenden Wechsel mit Taubheit. Rhus toxicodendron bessert sich durch fortgesetzte Bewegung und verschlimmert sich in Ruhe, also gerade umgekehrt. Chamomilla teilt die Unerträglichkeit des Schmerzes mit ausgeprägter Reizbarkeit und nächtlicher Verschlimmerung. Für Gnaphalium spricht der Wechsel zwischen heftigem Nervenschmerz und pelziger Taubheit sowie die Besserung im aufrechten Sitzen.

Verwandte Mittel

ColocynthisRhus toxicodendronChamomillaPulsatillaKalium bichromicumMagnesium phosphoricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.