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Materia medica · Nr. 156

Glonoinum

Glon.

In 3.717 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Glonoinum (Nitroglycerin) ist in der Materia medica das Mittel des plötzlichen, heftigen Blutandrangs zum Kopf. Beschrieben wird ein hochrotes, heißes Gesicht bei eiskalten Händen, ein Kopf, der zu bersten scheint, und ein Klopfen, das bei jedem Pulsschlag wie ein Schlag empfunden wird. Alles kommt schlagartig und mit großer Wucht.

Konstitution

KörperbauKein bestimmter Konstitutionstyp; das Mittel wird nach dem akuten Kongestionsbild bestimmt, nicht nach dem Körperbau.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentIm Anfall besteht Verwirrung und Benommenheit. Die Rubriken führen Gedächtnisschwäche, erschwerte Konzentration und Abneigung gegen Reden im Grad 3; besonders charakteristisch ist, dass gut bekannte Straßen und Wege nicht wiedererkannt werden. Zwischen den Anfällen tritt das Gemütsbild zurück.

Gemütsbild

Verwirrung und Benommenheit im BlutandrangsanfallOrientierungsverlust an vertrauten OrtenAbneigung gegen Reden, Rückzug

Das seelische Bild ist eng an den körperlichen Zustand gekoppelt: Solange der Kopf voll und klopfend ist, ist auch das Denken benommen. Die Repertorien verzeichnen im höchsten Grad, dass gut bekannte Straßen vergessen werden, dass die Konzentration schwerfällt und dass Reden als Zumutung empfunden wird. Beschrieben wird ein Mensch, der sich in dieser Phase am liebsten still und ungestört hinsetzt und jede geistige Anstrengung meidet, weil sie den Kopfschmerz sofort steigert. Nach dem Abklingen des Anfalls kehrt die gewohnte Klarheit meist zurück.

Ängste: Angst und Beklemmung bei heftigem Herzklopfen, Furcht, die Kontrolle über sich zu verlieren, wenn der Kopf zu bersten scheint

Leitsymptome

Plötzlicher Blutandrang zum Kopf mit berstendem, hämmerndem Kopfschmerz und dem Gefühl, der Kopf sei vergrößert oder wolle zerspringen
Klopfen und Pulsieren in Schläfen und Stirn, bei jedem Pulsschlag wie ein Schlag empfunden; wogendes Gefühl im Kopf
Hochrotes, heißes Gesicht bei gleichzeitig eiskalten Händen
Kopfschmerz nimmt mit dem Stand der Sonne zu und ab; deutliche Verschlimmerung durch Sonneneinwirkung
Heftiges, ungestümes Herzklopfen mit Völlegefühl in der Brust und schnellem Puls, dabei Ohnmachtsneigung
Empfindlichkeit des Kopfes bei jeder Erschütterung, schon beim harten Auftreten
Verschlechterung
  • Sonne, Hitze, Warmwerden
  • Jede Erschütterung, Kopfschütteln, hartes Auftreten, Gehen
  • Geistige Anstrengung
  • Grelles Licht (Sonnen- wie Kunstlicht)
  • Während der Menses
Verbesserung
  • Ruhiges Sitzen und Stillhalten
  • Kühle und frische Luft
  • Entblößen des Kopfes

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen, tief zu atmen
  • In den Speiserubriken nicht näher ausgewiesen
Abneigung
  • Abneigung gegen Reden und geistige Beschäftigung im Anfall
  • Abneigung gegen Wärme und Sonne

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Kopfschmerz durch Sonneneinwirkung und Überhitzung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Blutandrang und Blutwallungen zum KopfBei Hitzewallungen, die von unten nach oben aufsteigen, genanntBei heftigem Herzklopfen mit Ohnmachtsneigung verzeichnetIn der Literatur bei Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Wechseljahren und mit der Menstruation beschrieben

Abgrenzung

Belladonna teilt den heißen roten Kopf, das Klopfen und die Empfindlichkeit gegen Erschütterung; dort besteht jedoch stärkere Reizbarkeit gegen Licht und Geräusch und der Beginn ist zwar rasch, aber nicht so schlagartig wie bei Glonoinum, dessen Wallungen wie eine Woge kommen und gehen. Melilotus zeigt ähnlichen Kongestionskopfschmerz mit Besserung durch Nasenbluten. Amylium nitrosum steht dem Mittel chemisch und im Bild der Hitzewallung nahe, betont aber die Beklemmung um das Herz stärker. Der Kopfschmerz, der mit der Sonne zu- und abnimmt, führt außerdem zum Vergleich mit Natrium muriaticum, das jedoch schleichender verläuft.

Verwandte Mittel

BelladonnaAmylium nitrosumMelilotusVeratrum virideOpium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.