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Materia medica · Nr. 1649

Gentiana quinquefolia

Gent-q.

In 4 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gentiana quinquefolia ist ein nordamerikanischer Enzian und teilt mit seinen europäischen Verwandten die ausgeprägte Bitterkeit, die den Enzian seit jeher zu einer Pflanze des Magens und des Appetits gemacht hat. Die homöopathische Datenbasis ist schmal, aber in sich stimmig: verzeichnet sind wiederkehrende Wechselfieber sowie im Gemütskapitel die Appetitverweigerung.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Die Literatur beschreibt die Enziane bei geschwächten Menschen mit darniederliegender Verdauung und Appetitverlust; Angaben zum Körperbau fehlen.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Temperament liegen keine ausgearbeiteten Angaben vor. Die einzige Gemütsrubrik betrifft die Appetitverweigerung und weist damit auf einen Zusammenhang zwischen seelischer Verfassung und Nahrungsaufnahme, ohne dass daraus ein Charakterbild abzuleiten wäre.

Gemütsbild

Appetitverweigerung mit seelischem HintergrundGestörtes Verhältnis zur NahrungsaufnahmeEin weitergehendes Gemütsbild ist nicht überliefert

Die einzige Gemütsangabe des Mittels ist die Appetitverweigerung, in den Repertorien unter dem Stichwort der Magersucht geführt. Das ist bemerkenswert, weil die Enziane traditionell als Bittermittel gerade bei fehlendem Appetit genannt werden; die Rubrik verbindet damit die stoffliche Wirkrichtung mit dem seelischen Kapitel. Ein darüber hinausgehendes Gemütsbild mit Ängsten, Wahnideen oder charakteristischen Wesenszügen ist für Gentiana quinquefolia nicht überliefert. Das Mittel gehört zu den kleinen Arzneien, die aus wenigen Beobachtungen heraus verstanden werden; jede weitergehende Zuschreibung wäre nicht belegt.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Wiederkehrende Wechselfieber; in Repertorien bei chronischem, in Anfällen auftretendem Fieber aufgeführt
Appetitverweigerung, im Gemütskapitel unter der Magersucht verzeichnet
Klassisch den Bittermitteln zugeordnet, für die Wirkungen auf Magen, Appetit und Verdauung beschrieben sind
Die Literatur nennt für die Gattung außerdem Halsbeschwerden mit Trockenheit sowie Völlegefühl nach dem Essen
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Fehlender Appetit bis zur Verweigerung der Nahrung ist als Gemütsangabe verzeichnet
  • Eine bestimmte Speiseabneigung ist nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei chronischen, wiederkehrenden Wechselfiebern aufgeführtBei Appetitverweigerung im Gemütskapitel verzeichnetKlassisch den bitteren Verdauungsmitteln mit Bezug zu Magen und Appetit zugeordnet

Abgrenzung

Gentiana lutea, der Gelbe Enzian, ist die bekannteste Art der Gattung und in der Literatur vor allem bei Verdauungsschwäche mit Aufstoßen und Völlegefühl beschrieben; Gentiana cruciata wird traditionell im Zusammenhang mit Brüchen genannt. Bei wiederkehrenden Wechselfiebern sind China officinalis mit dem regelmäßigen Anfallsablauf, Natrium muriaticum mit dem Beginn am späten Vormittag und Arsenicum album mit Frost und ängstlicher Unruhe weit genauer gezeichnet. Gentiana quinquefolia bleibt ein kleines Mittel mit vier Rubriken und ohne eigene Modalitäten.

Verwandte Mittel

Gentiana luteaGentiana cruciataChina officinalisNatrium muriaticumNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.