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Materia medica · Nr. 1643

Gentiana cruciata

Gent-c.

In 212 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gentiana cruciata, der Kreuzenzian, ist ein wenig geprüftes Pflanzenmittel, das die Literatur vor allem den Beschwerden des Verdauungstrakts zuordnet. Im Vordergrund stehen krampfartige Schmerzen um den Nabel und in der Leistengegend, ein Völlegefühl im Kopf und ein auffallend heißhungriger Appetit. Die Rubriken sind überwiegend in niedrigen Graden verzeichnet, das Bild ist entsprechend zurückhaltend zu lesen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie vorliegenden Rubriken verzeichnen eine unruhige, nervöse Verfassung mit Weinerlichkeit und Furcht sowie eine Verwirrtheit, die sich durch Aufstoßen bessert. Ein ausgearbeitetes Temperamentsbild liegt in der Literatur nicht vor.

Gemütsbild

Nervöse Unruhe, besonders während KopfschmerzenWeinerliche StimmungFurchtsamkeit ohne benannten InhaltVerwirrung im Kopf, die sich durch Aufstoßen bessert

Zu Gentiana cruciata liegt nur ein knappes Gemütsbild vor, sämtliche Rubriken sind im niedrigsten Grad verzeichnet. Genannt werden Unruhe und Nervosität, die sich während der Kopfschmerzen verstärken, dazu eine weinerliche Verstimmung und eine allgemeine Furchtsamkeit. Kennzeichnend ist die Verbindung zur Verdauung: Die Verwirrung im Kopf bessert sich, sobald Aufstoßen eintritt. Damit spiegelt das Gemütsbild dieselbe Abhängigkeit von Magen und Darm, die auch die körperlichen Symptome bestimmt. Über diese Angaben hinaus ist das Mittel in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: Furchtsamkeit, in den Rubriken ohne näheren Inhalt verzeichnet, Innere Unruhe während Kopfschmerzen

Leitsymptome

Krampfartige, kneifende Schmerzen um den Nabel, verzeichnet im Stehen und Gehen sowie nach dem Mittagessen
Ziehende Schmerzen in der Leistengegend, besser im Sitzen und Liegen; in der Literatur der Zuordnung zu Leistenbrüchen entsprechend
Völlegefühl im Kopf
Übelkeit und drückender Schmerz im Magen
Heißhunger, besonders am Abend, mit gesteigertem Appetit
Pulsieren an den Seiten des Halses
Krämpfe und stechende Schmerzen in der Fußsohle, beim Gehen verschlimmert; ziehender Schulterschmerz, verstauchungsartiger Knieschmerz
Verschlechterung
  • Nach dem Mittagessen
  • Stehen und Gehen, bei den Bauchschmerzen
  • Beim Stuhlgang
  • Abends, der Heißhunger
Verbesserung
  • Nach dem Stuhlgang
  • Sitzen und Liegen, bei den Leistenbeschwerden
  • Aufstoßen, bei der Verwirrtheit im Kopf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Gesteigerter Appetit bis zum Heißhunger, besonders am Abend
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

Klassisch zugeordnet zu Beschwerden der Leistengegend einschließlich LeistenbrüchenIn Repertorien bei krampfartigen Nabelschmerzen im Stehen und Gehen aufgeführtBei Magenbeschwerden mit Übelkeit und Druckschmerz verzeichnetBei Völlegefühl im Kopf genanntBei Heißhunger am Abend aufgeführtBei Fußsohlenkrämpfen beim Gehen verzeichnet

Abgrenzung

Nux vomica teilt die krampfartigen Bauchbeschwerden nach dem Essen, zeigt aber die ausgeprägte Reizbarkeit, den vergeblichen Stuhldrang und die Empfindlichkeit gegen Reize. Lycopodium teilt Blähung und Völle, mit dem kennzeichnenden Zeitfenster am späten Nachmittag und der Rechtsseitigkeit. Für Gentiana cruciata spricht der eng umschriebene Bezug zur Leistengegend mit Besserung im Sitzen und Liegen sowie die Erleichterung der Kopfsymptome durch Aufstoßen. Wegen der schmalen Prüfungsgrundlage bleibt die Abgrenzung vorläufig.

Verwandte Mittel

Nux vomicaLycopodiumGentiana luteaAesculus hippocastanumCocculus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.