HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 1638

Gaultheria procumbens

Gaul.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gaultheria procumbens, das Niederliegende Scheinbeere oder Wintergrün, ist ein nordamerikanisches Heidekrautgewächs, aus dessen Blättern das Wintergrünöl gewonnen wird - ein Salicylsäureester, der dem Mittel seinen Bezug zu rheumatischen und neuralgischen Schmerzen gibt. Das überlieferte Bild ist entsprechend ein Schmerzbild: neuralgische Schmerzen, rheumatische Beschwerden, Ischiasschmerz im Bein und Schmerz in der Brustwand. Daneben steht eine Reizung des Magens.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert; das Mittel wird über die Art und den Sitz der Schmerzen bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine Repertoriumsrubriken vor. Die Literatur beschreibt lediglich die Reizbarkeit und Unruhe, die anhaltende neuralgische Schmerzen mit sich bringen. Ein eigenständiges Gemütsbild ist für dieses Mittel nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetReizbarkeit durch anhaltenden NervenschmerzUnruhe, weil keine Lage den Schmerz nachlassen lässtErschöpfung nach schmerzgestörten Nächten

Gaultheria procumbens ist im Repertorium ausschließlich über körperliche Rubriken erfasst; ein Gemütsbild fehlt. Was sich über die Verfassung sagen lässt, ergibt sich aus dem Schmerz: Neuralgische und rheumatische Schmerzen, die sich weder durch Lagewechsel noch durch Ruhe verlieren, machen unleidlich und rauben den Schlaf. Bei Ischiasschmerz kommt hinzu, dass jede Bewegung des Beins den Schmerz erneuert, was den Bewegungsraum einengt. Die klassische Materia medica führt das Mittel als Schmerzmittel der salicylathaltigen Pflanzenreihe und nicht als Konstitutionsmittel.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Neuralgische Schmerzen - der Leitzug des Mittels, passend zum Salicylsäuregehalt der Pflanze
Rheumatische Beschwerden, in den klinischen Rubriken ausdrücklich aufgeführt
Schmerz in den unteren Gliedmaßen, ausdrücklich als Ischiasschmerz verzeichnet
Schmerz in der Brustwand im Sinne einer Pleurodynie
Entzündliche Reizung des Magens mit Brennen
Schmerzen, die sich entlang des Nervenverlaufs ausbreiten
Verschlechterung
  • Bewegung des betroffenen Beins bei Ischiasschmerz
  • Kälte und Nässe, wie bei rheumatischen Beschwerden üblich
  • Nachts, wenn der Nervenschmerz zunimmt
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • Entlastende Lagerung des schmerzenden Gliedes

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei neuralgischen Schmerzen aufgeführtBei rheumatischen Beschwerden genanntBei Ischiasschmerz im Bein verzeichnetBei Schmerz in der Brustwand (Pleurodynie) aufgeführtBei Reizung und Entzündung des Magens genannt

Abgrenzung

Acidum salicylicum stammt aus demselben Stoffkreis und ist bei rheumatischen Beschwerden mit Ohrensausen und Schwindel besser ausgearbeitet; Spiraea ulmaria teilt die Herkunft der Salicylsäure aus der Pflanze. Bei Ischiasschmerz sind Colocynthis mit Besserung durch starken Druck und Anziehen des Beins, Gnaphalium polycephalum mit dem Wechsel von Schmerz und Taubheit sowie Rhus toxicodendron mit Besserung durch fortgesetzte Bewegung die geläufigen Vergleichsmittel. Für Gaultheria procumbens spricht die Verbindung von neuralgischem Bein- und Brustwandschmerz mit Magenreizung.

Verwandte Mittel

Acidum salicylicumColocynthisGnaphalium polycephalumRhus toxicodendronSpiraea ulmaria

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.