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Materia medica · Nr. 1635

Galvanismus

Galv.

In 22 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Galvanismus ist kein Stoff, sondern ein Imponderabile: potenziert wurde die Wirkung des galvanischen Stroms, also der Elektrizität aus der Berührung zweier Metalle. Solche Mittel wurden im 19. Jahrhundert von Hahnemann und seinen Nachfolgern in die Materia medica aufgenommen; überliefert ist nur ein kleiner Bestand von 22 Rubriken, sämtlich im niedrigsten Grad. Der Schwerpunkt liegt auf Lähmungs-, Krampf- und Erschöpfungszuständen des Nervensystems.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine Angaben vor. Als Imponderabile hat Galvanismus keinen Konstitutionstyp; das Mittel wird über die überlieferten Einzelzeichen und über die Vorgeschichte erwogen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie einzige Gemütsangabe des Repertoriums ist die geistige Erschöpfung. Beschrieben wird also kein Charakterzug, sondern ein Zustand der Entkräftung, in dem das Denken schwerfällt und die Kräfte nicht mehr tragen. Weitere Aussagen wären nicht belegt.

Gemütsbild

Geistige Erschöpfung und ZerschlagenheitKraftlosigkeit des DenkensKein weiteres Gemütsbild überliefert

Das Gemütskapitel von Galvanismus umfasst eine einzige Rubrik: die Erschöpfung des Geistes. Damit ist ein Zustand gemeint, in dem die geistige Kraft aufgebraucht ist, das Denken zäh wird und jede Anforderung als zu viel erscheint. Weitere Gemütsangaben sind nicht überliefert, was bei einem so alten und wenig geprüften Mittel erwartbar ist. Die überlieferten Angaben stammen aus Beobachtungen an Menschen, die dem galvanischen Strom ausgesetzt waren, und aus vereinzelten Prüfungen des frühen 19. Jahrhunderts. Ein ausgearbeitetes Seelenbild im Sinne der großen Mittel besteht nicht; wer Galvanismus erwägt, tut das über das körperliche Bild.

Ängste: Keine benannten Ängste überliefert, Im Repertorium nicht verzeichnet

Leitsymptome

Lähmungszustände - das durchgehende Thema des Mittels
Krampfzustände bis hin zum Wundstarrkrampf
Rheumatische Beschwerden
Speichelfluss mit vermehrtem Speichel, dazu Beschwerden der Zunge und Zahnschmerz
Sehstörungen mit Trugbildern und Lichterscheinungen
Asthmatische Atembeschwerden; Durchfall und Hämorrhoiden; Wasseransammlung im Kopf
Verschlechterung
  • Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine Angaben überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

LähmungszuständeKrampfzuständeGeistige und körperliche ErschöpfungRheumatische BeschwerdenVermehrter Speichelfluss und ZahnschmerzSehstörungen mit Trugbildern

Abgrenzung

Galvanismus gehört zur kleinen Gruppe der Imponderabilien und steht damit neben Magnetis polus arcticus und Magnetis polus australis, Electricitas und X-ray, die alle aus einer Kraftwirkung und nicht aus einem Stoff bereitet sind. Innerhalb dieser Gruppe ist Electricitas am nächsten verwandt und teilt die Lähmungs- und Nervenzeichen. Für Lähmungen mit Speichelfluss und Zahnbeschwerden liegt Mercurius solubilis näher, für Krampfzustände Cuprum metallicum, jeweils mit weit besser belegten Bildern. Wegen der schmalen Datenlage wird Galvanismus in der Praxis selten und meist nur bei entsprechender Vorgeschichte erwogen.

Verwandte Mittel

ElectricitasMagnetis polus australisCuprum metallicumMercurius solubilisCausticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.