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Materia medica · Nr. 1608

Gallicum acidum

Gal-ac.

Auch: Gall-ac.

In 39 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Gallicum acidum, die Gallussäure, wurde in der alten Arzneilehre als zusammenziehendes Mittel bei Blutungen verwendet und ist auf diesem Weg in die homöopathische Materia medica gelangt. Das Repertorium führt es bei Blutungen, großen Hämorrhoiden mit Verstopfung und asthmatischer Atmung. Auffällig ist ein kleines, aber deutliches Gemütsbild aus Grobheit, Eifersucht und Fluchen bei gleichzeitig mangelndem Selbstvertrauen.

Konstitution

KörperbauEin eigenes Konstitutionsbild ist nicht ausgearbeitet. Die Rubriken deuten auf geschwächte, zu Blutungen und Auszehrung neigende Menschen; Lungenschwindsucht wird ausdrücklich geführt.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentDas Gemütsbild zeigt einen ungewöhnlichen Gegensatz: Auf der einen Seite Grobheit, Fluchen, Eifersucht und ein Aufspringen aus dem Bett, auf der anderen Seite ausdrücklich mangelndes Selbstvertrauen. Die Literatur beschreibt daraus einen Menschen, dessen Unsicherheit sich nach außen als Schroffheit zeigt.

Gemütsbild

Grobheit und schroffes AuftretenFluchen und befremdliche RedeweiseEifersuchtMangelndes Selbstvertrauen

Für ein so kleines Mittel ist das Gemütsbild von Gallicum acidum bemerkenswert deutlich gezeichnet. Das Repertorium führt Grobheit, Fluchen, seltsame Redeweise und Eifersucht - zusammengenommen ein Bild von Enthemmung und Reizbarkeit im Umgang. Dazu tritt Delirium und das Aufspringen aus dem Bett, was auf fieberhaft-verwirrte Zustände weist. Der Gegenzug ist das ausdrücklich verzeichnete mangelnde Selbstvertrauen: Die Schroffheit steht nicht für Stärke, sondern verdeckt Unsicherheit. Der Datenbestand ist mit wenigen Dutzend Rubriken klein, und die Angaben sind sämtlich niedrig gewichtet; das Bild ist daher als Hinweis zu lesen, nicht als gesichertes Porträt. Wer das Mittel erwägt, geht in der Regel vom körperlichen Bild aus, insbesondere von Blutungsneigung und Hämorrhoiden.

Ängste: Keine eigenständigen Angstrubriken im Datenbestand verzeichnet, Unsicherheit und Selbstzweifel treten an die Stelle klar benannter Ängste

Leitsymptome

Blutungsneigung - klinisch ausdrücklich geführt und der historische Ausgangspunkt des Mittels
Große Hämorrhoiden mit wundem Schmerz, dazu Verstopfung
Asthmatische Atmung; Lungenschwindsucht wird geführt
Nesselausschlag der Haut
Kopfschmerz, der mit Nackenschmerz einhergeht
Rauheit im hinteren Nasenraum; allgemeine Schwäche
Verschlechterung
  • Im vorliegenden Datenbestand keine Verschlechterungen ausdrücklich verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Im vorliegenden Datenbestand keine Besserungen verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen im Repertorium verzeichnet
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen im Repertorium verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

BlutungsneigungGroße, wunde Hämorrhoiden mit VerstopfungAsthmatische AtembeschwerdenNesselausschlagKopfschmerz mit NackenbeteiligungRauheit im hinteren Nasenraum

Abgrenzung

Hamamelis virginiana ist bei venöser Stauung, Hämorrhoiden und passiven Blutungen weit besser geprüft und tritt mit dem kennzeichnenden Wundheitsgefühl der Venen hervor. Acidum nitricum teilt die wunden, splitterartigen Schmerzen am After und die Blutungsneigung, ist aber durch den scharfen Uringeruch und die große Reizbarkeit unterschieden. Aesculus hippocastanum wird bei Hämorrhoiden mit Kreuzschmerz und dem Gefühl von Splittern im Mastdarm verglichen. Von den anderen Säuremitteln unterscheidet sich Gallicum acidum durch die geringe Prüfungsgrundlage.

Verwandte Mittel

Hamamelis virginianaAcidum nitricumAesculus hippocastanumAcidum tannicumCollinsonia canadensis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.