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Materia medica · Nr. 1577

Folliculinum

Foll.

In 2 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Folliculinum ist das Follikelhormon der Eierstöcke, also ein Sarkode aus einem körpereigenen Stoff (Östrogen). Es ist vor allem in der französischen homöopathischen Schule ausgearbeitet worden und wird dort bei zyklusgebundenen Beschwerden und bei Zuständen beschrieben, in denen jemand sein eigenes Maß aus dem Blick verliert. Im vorliegenden Bestand ist es mit zwei Gemütsangaben vertreten: Langsamkeit und Mangel an Selbstvertrauen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Die Literatur beschreibt das Mittel über den hormonellen Zusammenhang und über das Gemüt, nicht über den Körperbau; genannt werden zyklusabhängige Wasseransammlung und Spannungsgefühl.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentBeschrieben wird ein Wesen, das sich stark an anderen ausrichtet, dabei den eigenen Willen zurückstellt und an sich zweifelt. Antrieb und Denken wirken verlangsamt, Entscheidungen fallen schwer. Die französische Literatur spricht von einem Gefühl, in der Beziehung zu anderen die eigene Kontur zu verlieren.

Gemütsbild

Mangel an SelbstvertrauenLangsamkeit im Denken und HandelnSich an anderen ausrichten und den eigenen Willen zurückstellenZyklusgebundene Stimmungsschwankungen, wie sie die Literatur diesem Mittel zuordnet

Die beiden besetzten Rubriken - Langsamkeit und Mangel an Selbstvertrauen - fügen sich in das Bild, das die französische Schule von Folliculinum zeichnet: ein Zustand, in dem die eigene Kraft nicht abgerufen wird, jede Regung von Selbstbehauptung von Zweifel begleitet ist und das eigene Leben wesentlich von den Erwartungen anderer bestimmt wird. Beschrieben werden ferner Stimmungsschwankungen, die dem Zyklus folgen, mit Reizbarkeit und Weinerlichkeit vor der Regel. Da im Bestand nur zwei einwertige Angaben vorliegen, bleibt das Bild hier bewusst zurückhaltend gefasst.

Ängste: Zweifel an der eigenen Kraft und am eigenen Urteil, Sorge, den Erwartungen anderer nicht zu genügen

Leitsymptome

Zyklusgebundene Beschwerden - die Literatur ordnet das Mittel dem Zusammenhang von Eierstockhormonen und Regelgeschehen zu
Spannungsgefühl in der Brust vor der Regel, in der französischen Literatur regelmäßig genannt
Wasseransammlung und Gewichtsschwankungen im Zyklusverlauf
Erschöpfung mit Verlangsamung, die zum Gemütsbild des Bestandes passt
Kopfschmerzen im Zusammenhang mit der Regel
Verschlechterung
  • Vor der Regel, in der Literatur als der Zeitraum der stärksten Beschwerden beschrieben
  • Bei hormoneller Umstellung
Verbesserung
  • Mit Einsetzen der Regel, wie es die Literatur zu diesem Mittel angibt
  • Weitere gesicherte Modalitäten liegen nicht vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben zu Speiseverlangen im Bestand besetzt
Abneigung
  • Keine Angaben zu Speiseabneigungen im Bestand besetzt

In Repertorien häufig zugeordnet

Beschwerden vor der RegelMangelndes Selbstvertrauen mit AntriebsarmutZyklusabhängige KopfschmerzenErschöpfung im Zusammenhang mit hormoneller Umstellung

Abgrenzung

Sepia officinalis, das nächstliegende klassische Mittel, zeigt statt der Anpassung eine Abkehr und Gereiztheit gegenüber den Nächsten; Pulsatilla pratensis sucht in der Unsicherheit ausdrücklich Zuspruch und Nähe, während Folliculinum eher stumm zurücktritt. Natrium muriaticum grenzt sich durch den Rückzug nach Kränkung ab, Lac humanum durch das Thema der eigenen Grenze. Zu beachten ist, dass der Bestand hier nur zwei einwertige Rubriken umfasst; das ausführliche Bild stammt aus der französischen Literatur. Hormonelle Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt.

Verwandte Mittel

Sepia officinalisPulsatilla pratensisNatrium muriaticumLac humanumOophorinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.