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Materia medica · Nr. 152

Fluoris acidum

Fl-ac.

In 4.260 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Fluoricum acidum, die Flusssäure, ist in den Repertorien vor allem den harten Geweben zugeordnet: Knochenkaries, Zahnkaries, brüchige und deformierte Nägel, Haarausfall in Flecken. Ein zweiter Schwerpunkt sind Krampfadern und Geschwüre der Unterschenkel. Im Gemüt beschreibt die klassische Materia medica einen Menschen, der sich innerlich von nahestehenden Personen löst, Bindungen als Einengung erlebt und dabei körperlich wie seelisch nach Weite und Kühle verlangt.

Konstitution

KörperbauHäufig kräftig wirkend, mit vorzeitiger Alterung des Gewebes: dünnes, ausfallendes Haar, brüchige Nägel, dunkle Zähne. Die Literatur beschreibt eine Neigung zu erweiterten Venen und schlecht heilenden Geschwüren.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentVital und rastlos, dabei mit auffallender Gleichgültigkeit gegenüber engen Bindungen. Die Rubriken nennen Teilnahmslosigkeit gegenüber geliebten Personen. Wärme wird schlecht ertragen, kühle Luft und Bewegung im Freien tun gut.

Gemütsbild

Teilnahmslosigkeit gegenüber nahestehenden MenschenBindung wird als Einengung erlebtGesteigerte Sinnlichkeit ohne emotionale BindungRastlosigkeit und Bedürfnis nach Bewegung im Freien

Die Rubriken führen die Teilnahmslosigkeit gegen geliebte Personen ausdrücklich auf, dazu Wollust und Lüsternheit sowie Verschlimmerung durch Unterhaltung. Die klassische Materia medica beschreibt einen Menschen, dem Verantwortung und dauerhafte Bindungen zur Last werden und der die eigene Freiheit über die Beziehung stellt; Vermeulen und Morrison arbeiten diesen Zug ausführlich heraus. Auffallend ist dabei, dass die Person nach außen kraftvoll und unternehmungslustig wirkt, während die innere Anteilnahme fehlt. Abendliche Angstzustände und Schweiß bei Angst sind aufgeführt. Insgesamt zeigt sich eine warme, betriebsame, aber emotional distanzierte Verfassung.

Ängste: Angst, die sich abends verschlimmert, Angst mit ausbrechendem Schweiß, Sorge um materielle Sicherheit, in der Literatur beschrieben

Leitsymptome

Karies der Knochen und Entzündungen des Knochens, in den Repertorien mit hohem Grad
Zahnkaries mit dunkler Verfärbung der Zähne, dazu Speichelfluss
Haarausfall, auch fleckweise; das Haar wird trocken und dünn
Krampfadern der Beine und Unterschenkel, dazu schlecht heilende Geschwüre
Nagelgeschwüre und deformierte, brüchige Nägel
Tränenfluss mit Fistelbildung am Tränenapparat, Gefühl von Sand in den Augen
Verschlechterung
  • Wärme, warme Räume, warme Anwendungen
  • Sommer wie Winter, also Temperaturextreme
  • Schreiben und längeres Verweilen in einer Haltung
  • Nach dem Abgang von Blähungen
Verbesserung
  • Kühle und kalte Anwendungen
  • Gehen im Freien
  • Nach dem Stuhlgang
  • Bewegung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach kalten Getränken und kühler Luft, in der Literatur beschrieben
  • Verlangen nach würzigen und stark gesalzenen Speisen wird genannt
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Wärme und warmen Getränken
  • Unverträglichkeit warmer Räume und warmer Anwendungen

In Repertorien häufig zugeordnet

Knochen- und Zahnkaries, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtKrampfadern und UnterschenkelgeschwüreHaarausfall, auch fleckweiseNagelveränderungen und NagelbettentzündungenErkrankungen des Tränenapparats mit Fistelbildung

Abgrenzung

Silicea steht dem Knochenbild nahe, ist aber ausgeprägt frostig, ängstlich und nachgiebig, während Fluoricum acidum Wärme meidet und sich innerlich abgrenzt. Von Calcium fluoratum trennt der stärkere Bezug zum Gemüt und die auffallende Verschlimmerung durch Wärme. Phosphoricum acidum kennt ebenfalls Erschöpfung und Haarausfall, zeigt jedoch die stille Gleichgültigkeit nach Kummer statt der rastlosen Betriebsamkeit.

Verwandte Mittel

SiliceaCalcium fluoratumPhosphoricum acidumCalcium phosphoricumPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.