Fluoricum acidum, die Flusssäure, ist in den Repertorien vor allem den harten Geweben zugeordnet: Knochenkaries, Zahnkaries, brüchige und deformierte Nägel, Haarausfall in Flecken. Ein zweiter Schwerpunkt sind Krampfadern und Geschwüre der Unterschenkel. Im Gemüt beschreibt die klassische Materia medica einen Menschen, der sich innerlich von nahestehenden Personen löst, Bindungen als Einengung erlebt und dabei körperlich wie seelisch nach Weite und Kühle verlangt.
Konstitution
Gemütsbild
Teilnahmslosigkeit gegenüber nahestehenden MenschenBindung wird als Einengung erlebtGesteigerte Sinnlichkeit ohne emotionale BindungRastlosigkeit und Bedürfnis nach Bewegung im Freien
Die Rubriken führen die Teilnahmslosigkeit gegen geliebte Personen ausdrücklich auf, dazu Wollust und Lüsternheit sowie Verschlimmerung durch Unterhaltung. Die klassische Materia medica beschreibt einen Menschen, dem Verantwortung und dauerhafte Bindungen zur Last werden und der die eigene Freiheit über die Beziehung stellt; Vermeulen und Morrison arbeiten diesen Zug ausführlich heraus. Auffallend ist dabei, dass die Person nach außen kraftvoll und unternehmungslustig wirkt, während die innere Anteilnahme fehlt. Abendliche Angstzustände und Schweiß bei Angst sind aufgeführt. Insgesamt zeigt sich eine warme, betriebsame, aber emotional distanzierte Verfassung.
Ängste: Angst, die sich abends verschlimmert, Angst mit ausbrechendem Schweiß, Sorge um materielle Sicherheit, in der Literatur beschrieben
Leitsymptome
- Wärme, warme Räume, warme Anwendungen
- Sommer wie Winter, also Temperaturextreme
- Schreiben und längeres Verweilen in einer Haltung
- Nach dem Abgang von Blähungen
- Kühle und kalte Anwendungen
- Gehen im Freien
- Nach dem Stuhlgang
- Bewegung
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach kalten Getränken und kühler Luft, in der Literatur beschrieben
- Verlangen nach würzigen und stark gesalzenen Speisen wird genannt
- Unverträglichkeit von Wärme und warmen Getränken
- Unverträglichkeit warmer Räume und warmer Anwendungen
In Repertorien häufig zugeordnet
Knochen- und Zahnkaries, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtKrampfadern und UnterschenkelgeschwüreHaarausfall, auch fleckweiseNagelveränderungen und NagelbettentzündungenErkrankungen des Tränenapparats mit Fistelbildung
Abgrenzung
Silicea steht dem Knochenbild nahe, ist aber ausgeprägt frostig, ängstlich und nachgiebig, während Fluoricum acidum Wärme meidet und sich innerlich abgrenzt. Von Calcium fluoratum trennt der stärkere Bezug zum Gemüt und die auffallende Verschlimmerung durch Wärme. Phosphoricum acidum kennt ebenfalls Erschöpfung und Haarausfall, zeigt jedoch die stille Gleichgültigkeit nach Kummer statt der rastlosen Betriebsamkeit.
Verwandte Mittel
SiliceaCalcium fluoratumPhosphoricum acidumCalcium phosphoricumPulsatilla
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.