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Materia medica · Nr. 1554

Ferula glauca

Ferul.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ferula glauca ist ein Doldenblütler aus der Gattung des Steckenkrauts, zu der auch die Mutterpflanze des Asant gehört. In der Materia medica ist es ein kleines Mittel. Das überlieferte Bild verbindet ein stark gesteigertes sexuelles Verlangen mit Juckreiz im äußeren Genitalbereich und mit trägen Verdauungsbeschwerden: langsame Verdauung, Durchfall, Hämorrhoiden und wunde Stellen im Mund.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert; das Mittel wird über die Verbindung von Erregung und Verdauungsträgheit bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine erregbare, drängende Verfassung, in der das sexuelle Verlangen in den Vordergrund tritt und schwer zur Ruhe kommt. Daneben steht die Trägheit der Verdauung, die das Bild eigentümlich zweiteilt. Weitergehende Aussagen zum Charakter wären nicht belegt.

Gemütsbild

Stark gesteigertes sexuelles Verlangen (Nymphomanie)Erregbarkeit, die schwer zur Ruhe kommtUnruhe durch anhaltenden JuckreizGetriebenheit bei zugleich träger Verdauung

Der einzige Gemütszug, den das Repertorium verzeichnet, ist ein stark gesteigertes sexuelles Verlangen bei Frauen. Es wird als drängend und schwer zu beruhigen beschrieben und geht in den Quellen mit körperlicher Erregung und Unruhe einher. Der im selben Bild verzeichnete Juckreiz im äußeren Genitalbereich hält diese Erregung wach und stört den Schlaf. Auffällig ist der Gegensatz zum übrigen Bild: Während die Erregung drängt, ist die Verdauung träge und schwerfällig. Ein weiter ausgearbeitetes Gemütsbild ist in der klassischen Materia medica nicht beschrieben; Ferula glauca bleibt ein Mittel mit wenigen, dafür deutlichen Angaben.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Stark gesteigertes sexuelles Verlangen - der kennzeichnendste Zug des Mittels
Juckreiz im äußeren weiblichen Genitalbereich, an der Scham
Langsame, träge Verdauung mit Schweregefühl nach dem Essen
Durchfall
Hämorrhoiden
Wunde Stellen und Aphthen im Mund
Verschlechterung
  • Nach dem Essen, wegen der trägen Verdauung
  • Abends und nachts, wenn Juckreiz und Erregung zunehmen
Verbesserung
  • Kühle Anwendungen bei Juckreiz
  • Leichte Kost und Bewegung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei stark gesteigertem sexuellem Verlangen aufgeführtBei Juckreiz im äußeren weiblichen Genitalbereich genanntBei langsamer, träger Verdauung verzeichnetBei Durchfall und Hämorrhoiden aufgeführtBei Aphthen im Mund genannt

Abgrenzung

Asa foetida stammt aus derselben Gattung und ist bei nervöser Auftreibung des Leibes, aufsteigendem Druck und übelriechenden Absonderungen weit besser ausgearbeitet. Bei stark gesteigertem sexuellem Verlangen sind Platinum metallicum mit Hochmut und Empfindlichkeit der Teile, Origanum majorana mit drängender Unruhe und Murex purpurea die geläufigen Vergleichsmittel. Für Juckreiz an der Scham stehen Kreosotum, Sepia und Caladium seguinum im Vordergrund. Für Ferula glauca spricht das Zusammentreffen dieser Erregung mit träger Verdauung und Aphthen.

Verwandte Mittel

Asa foetidaPlatinum metallicumOriganum majoranaCaladium seguinumSepia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.