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Materia medica · Nr. 148

Ferrum phosphoricum

Ferr-p.

In 2.137 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ferrum phosphoricum, das phosphorsaure Eisen, ist eines der zwölf Schüßler-Salze und wird in der Materia medica als Mittel des ersten Entzündungsstadiums beschrieben. Kennzeichnend ist ein Zustand zwischen Blässe und plötzlicher Röte: fliegende Hitze im Gesicht bei sonst blasser, erdfahler Haut, dazu ein schneller, weicher Puls und mäßiges Fieber ohne ausgeprägten Frost. Beschrieben wird eine Verfassung zwischen der stürmischen Heftigkeit des Aconitum und der ruhigen Schwere des Gelsemium.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden zarte, blasse, leicht ermüdbare Menschen mit blutarmem Aussehen, die dennoch leicht erröten und zu Blutungen neigen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen nur wenige Rubriken vor: Unduldsamkeit am Nachmittag und Zorn mit Zittern. Die Literatur beschreibt eine nervöse, empfindliche und leicht erregbare Verfassung ohne die Todesfurcht des Aconitum; ein ausgearbeitetes Gemütsbild ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Nervöse Erregbarkeit mit rascher ErmüdungZorn mit ZitternUnduldsamkeit, besonders am NachmittagEmpfindlichkeit gegen Geräusche und Licht bei Kopfschmerz

Das Kapitel Gemüt ist bei Ferrum phosphoricum nur schwach besetzt; verzeichnet sind Unduldsamkeit am Nachmittag und Zorn, der von Zittern begleitet wird. Die klassische Literatur beschreibt eine nervöse, leicht erregbare und rasch erschöpfte Verfassung, die zwischen Lebhaftigkeit und Kraftlosigkeit wechselt. Kennzeichnend ist dabei, dass die seelische Ebene nicht die Heftigkeit von Aconitum erreicht: Es fehlt die panische Unruhe mit Todesfurcht. Deutlich verzeichnet ist stattdessen die körperliche Überempfindlichkeit, etwa gegen Licht, Geräusche und jede Erschütterung während des Kopfschmerzes. Über diese Angaben hinaus ist das Gemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine eigenen Angstrubriken ausgewiesen, Die Literatur beschreibt allenfalls eine unbestimmte Unruhe bei Fieber

Leitsymptome

Erstes Stadium fieberhafter Entzündungen mit mäßigem Fieber ohne ausgeprägten Frost und schnellem, weichem Puls
Blasse, erdfahle Gesichtsfarbe mit umschriebener Röte bei Kopfschmerz; Wechsel von Blässe und Erröten
Kopfschmerz, der durch Licht, Geräusche und jede Erschütterung verschlimmert wird, dazu Pulsieren in der Stirn
Neigung zu hellroten Blutungen: Nasenbluten, Blut im Auswurf, Blutbeimengung im Urin
Beginnende Entzündungen der Bronchien und der Lunge, dazu Katarrh der Nase und roter, entzündeter Rachen
Zahnschmerzen, die durch Kälte gebessert und durch Wärme verschlechtert werden; unwillkürlicher Harnabgang beim Husten
Verschlechterung
  • Bewegung und Erschütterung
  • Nachts und gegen vier Uhr morgens
  • Kalte Luft und Zugluft
  • Berührung, Licht und Geräusche
  • Rechte Körperseite
Verbesserung
  • Kalte Anwendungen, besonders bei Zahn- und Gesichtsschmerz
  • Ruhe und Liegen
  • Langsame Bewegung an frischer Luft
  • Nasenbluten bessert den Kopfschmerz

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den Rubriken nicht eigens ausgewiesen
  • Die Literatur nennt Verlangen nach anregenden und sauren Speisen
Abneigung
  • Abneigung gegen Milch ist verzeichnet
  • In der Literatur genannt: Abneigung gegen Fleisch, dessen Genuss Sodbrennen auslöst

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien beim ersten Stadium fieberhafter Entzündungen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu beginnenden Katarrhen der Nase und der BronchienBei Mittelohrentzündung im Anfangsstadium genanntBei hellroten Blutungen wie Nasenbluten verzeichnetBei Kopfschmerz mit Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Erschütterung aufgeführtAls drittes Schüßler-Salz in der Literatur bei Blutarmut und rascher Ermüdung beschrieben

Abgrenzung

Aconitum napellus steht ebenfalls am Beginn fieberhafter Erkrankungen, dort jedoch nach Kälteeinwirkung mit plötzlichem, stürmischem Beginn, brennendem Durst, trockener Hitze und ausgeprägter Angst; Ferrum phosphoricum beginnt schleichender und ohne Todesfurcht. Belladonna zeigt hochrotes Gesicht, klopfende Karotiden und glänzende Augen, also eine deutlich heftigere Blutfülle. Gelsemium teilt den schleichenden Beginn, hat aber ausgeprägte Schwere, Zittern und Durstlosigkeit. Bei bereits eitrigen Absonderungen wird eher Kalium sulfuricum oder Hepar sulphuris genannt.

Verwandte Mittel

Aconitum napellusBelladonnaGelsemiumChina officinalisKalium muriaticumKalium sulfuricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.