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Materia medica · Nr. 1526

Fel tauri

Fel.

In 15 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Fel tauri ist die Galle des Rindes und gehört damit zu den Sarkoden, den Zubereitungen aus gesundem tierischem Gewebe. Ihr Bezugsfeld ist die Verdauung: Die Repertorien führen sie bei gestörter Magentätigkeit, bei Gallenkolik und Leberschmerz sowie bei wechselnder Verstopfung und Durchfall. Das Mittel ist wenig geprüft und wird über den Verdauungsbefund bestimmt.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau ist nicht überliefert. Beschrieben werden Menschen mit träger Verdauung und schlechter Verträglichkeit fetter Speisen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegt in der Literatur nichts Belastbares vor. Erwähnt wird die Verdrießlichkeit, die anhaltende Leber- und Verdauungsbeschwerden mit sich bringen, ohne dass daraus ein eigener Charakterzug wird.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertVerdrießlichkeit bei anhaltenden VerdauungsbeschwerdenVerschreibung erfolgt nach dem Verdauungsbefund

Für Fel tauri sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Als Sarkode wurde das Mittel wegen seines organbezogenen Zusammenhangs mit Galle, Leber und Fettverdauung in die Materia medica aufgenommen, nicht aufgrund einer umfassenden Arzneimittelprüfung am Gesunden. Die Literatur beschreibt daher fast ausschließlich Verdauungserscheinungen. Was sich mittelbar erschließen lässt, ist die Missgestimmtheit, die eine dauernd gereizte Verdauung begleitet; sie ist aber nicht kennzeichnend. Für eine Verschreibung nach Gemütssymptomen ist die Grundlage zu schmal.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Gestörte Magentätigkeit mit Völlegefühl und schlechter Verträglichkeit fetter Speisen
Schmerz in der Lebergegend, in den Repertorien der Gallenkolik zugeordnet
Wechsel von Verstopfung und Durchfall; träger, lehmfarbener Stuhl
Kopfschmerz im Zusammenhang mit der gestörten Verdauung
Asthmatische Atmung als einzelner Eintrag verzeichnet
Rheumatische Beschwerden sind ebenfalls als Einzeleintrag genannt
Verschlechterung
  • Fette, reichliche Speisen
  • Nach dem Essen; Druck der Kleidung auf die Lebergegend
Verbesserung
  • Nach Entleerung des Darms
  • Ruhe und leichte Kost

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Fette Speisen, die die Beschwerden verstärken

In Repertorien häufig zugeordnet

Gestörte Magentätigkeit mit Unverträglichkeit fetter SpeisenGallenkolik und LeberschmerzWechsel von Verstopfung und DurchfallKopfschmerz bei VerdauungsstörungRheumatische Beschwerden

Abgrenzung

Chelidonium majus ist das meistgenannte Lebermittel mit dem kennzeichnenden Schmerz unter dem rechten Schulterblatt und der gelben Zunge mit Zahneindrücken. Lycopodium clavatum teilt die Blähung und die Verschlimmerung am späten Nachmittag. Chionanthus virginicus wird bei Gallenstauung mit lehmfarbenem Stuhl genannt, Berberis vulgaris bei ausstrahlender Gallen- und Nierenkolik. Fel tauri bleibt daneben ein schmales Sarkodenmittel, das vor allem bei Unverträglichkeit fetter Speisen erwogen wird.

Verwandte Mittel

Chelidonium majusLycopodium clavatumChionanthus virginicusBerberis vulgarisCarduus marianus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.