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Materia medica · Nr. 142

Euphrasia officinalis

Euphr.

In 3.467 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Euphrasia officinalis, der Augentrost, ist in der Materia medica das Mittel des scharfen, wundmachenden Tränenflusses bei mildem Schnupfen. Kennzeichnend ist die Umkehrung des Allium-cepa-Bildes: Die Augen brennen und tränen beißend, das Nasensekret bleibt mild und wässrig. Dazu gehört ein Husten, der nur tagsüber auftritt und im Liegen nachlässt.

Konstitution

KörperbauKein bestimmter Konstitutionstyp; das Mittel wird nach den örtlichen Zeichen an Augen und Nase bestimmt.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen keine Rubriken vor. Beschrieben wird eine im akuten Katarrh licht- und windempfindliche Verfassung, die Dunkelheit und geschlossene Räume sucht. Ein eigenständiges Gemütsbild ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Zum Gemüt liegen keine Rubriken vorLicht- und Windempfindlichkeit prägen das VerhaltenBestimmung überwiegend nach den örtlichen Zeichen

Die Repertoriumsdaten führen für Euphrasia keine Gemütsrubriken auf, und auch die klassische Materia medica beschreibt das Mittel fast ausschließlich über die Augen- und Nasensymptome. Auffällig ist allenfalls die starke Lichtscheu: Betroffene blinzeln unablässig, wenden sich vom Licht ab und suchen den abgedunkelten Raum, während Sonnen- und Tageslicht die Beschwerden sofort verstärken. Weitergehende seelische Züge sind in der Literatur nicht näher beschrieben und werden hier nicht ergänzt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Reichlicher, beißend scharfer Tränenfluß, der die Lidränder und Wangen wund macht, bei gleichzeitig mildem, wässrigem Schnupfen
Brennende, gerötete und geschwollene Lidränder mit ausgeprägter Lichtscheu und ständigem Blinzeln
Entzündung der Bindehaut, katarrhalisch und nach Erkältung; Geschwüre der Hornhaut
Tränenfluß beim Schnupfen, beim Husten und im Wind
Husten nur am Tage, morgens und nach dem Aufstehen schlimmer, im Liegen besser; reichlicher schleimiger Auswurf
Dumpfer Stirnkopfschmerz katarrhalischer Art, durch Druck gebessert
Verschlechterung
  • Licht, besonders Sonnen- und Tageslicht
  • Wind und frische Luft im Freien
  • Abends
  • Am Tage, morgens nach dem Aufstehen (Husten)
  • Langes Schlafen
Verbesserung
  • Dunkelheit und abgedunkelte Räume
  • Liegen (Husten)
  • Baden, kalte Waschungen der Augen
  • Essen (Husten)

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Licht und Wind werden gemieden

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei katarrhalischen Bindehautentzündungen mit scharfem Tränenfluß aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Erkältungen mit brennenden Augen und mildem SchnupfenBei Heuschnupfen mit starkem Augenbrennen genanntBei Fieber im Verlauf von Masern und anderen Ausschlagskrankheiten verzeichnetBei Reizzuständen der Lidränder in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Allium cepa ist der wichtigste Vergleich und verhält sich genau umgekehrt: dort scharfes, wundmachendes Nasensekret bei mildem Tränenfluß, bei Euphrasia scharfe Tränen bei mildem Schnupfen. Von Pulsatilla unterscheidet Euphrasia das Fehlen der wechselhaften Gemütslage und der dicken, gelben Absonderung. Aconitum kann im ersten Stadium einer Augenentzündung nach kaltem Wind in Betracht kommen, dort mit plötzlichem Beginn, Unruhe und Angst. Gelsemium teilt die schweren Lider und den Katarrh, hat aber ausgeprägte Mattigkeit und Schwere im ganzen Körper.

Verwandte Mittel

Allium cepaPulsatillaAconitum napellusGelsemiumArsenicum album

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.