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Materia medica · Nr. 1507

Euphorbia lathyris

Euph-l.

In 5 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Euphorbia lathyris, die Kreuzblättrige Wolfsmilch oder Springwolfsmilch, ist ein Wolfsmilchgewächs, dessen Samen und Milchsaft heftig auf den Darm wirken. Genau dort liegt der überlieferte Schwerpunkt: Die Datenbasis führt das Mittel geschlossen bei Durchfall, Ruhr und choleraartigen Zuständen. Hinzu tritt eine kleine, aber kennzeichnende Angabe - Erbrechen beim Husten.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Das Mittel wird über die heftige Wirkung auf den Darm beschrieben, nicht über einen Körperbau.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen keine eigenen Angaben vor; die Datenbasis enthält keine Gemütsrubriken. Die Zuordnung beruht auf der stark abführenden Wirkung der Pflanzenteile.

Gemütsbild

Keine eigenen Gemütsrubriken überliefertErschöpfung und Hinfälligkeit bei heftigen DurchfällenIn der Literatur nicht näher beschrieben

Für Euphorbia lathyris sind keine Gemütsrubriken hinterlegt. Die Literatur beschreibt die Pflanze über ihre drastische Wirkung auf den Verdauungskanal; sie wurde früher als scharfes Abführmittel verwendet und galt wegen ihrer Heftigkeit als gefährlich. Die Mattigkeit und Angst, die stürmische Durchfälle begleiten, gehört zum Zustand selbst und ist kein geprüftes Arzneimittelbild. Die Auswahl geht deshalb vom Stuhlbefund und vom Verlauf aus.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Durchfall - die tragende Angabe des Mittels, in der Datenbasis eigens verzeichnet
Choleraartige Zustände mit stürmischer Entleerung und rascher Entkräftung
Ruhrartige Durchfälle mit Drang und schmerzhaftem Stuhlgang
Erbrechen beim Husten - eine kleine, aber kennzeichnende Angabe aus dem Magenkapitel
Verschlechterung
  • Nach dem Essen und Trinken, wie bei stürmischen Durchfällen allgemein beschrieben
  • Husten, wodurch Erbrechen ausgelöst wird
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen nach der Entleerung
  • Wärme am Bauch

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Durchfall aufgeführtIn Repertorien bei choleraartigen Zuständen genanntIn Repertorien bei ruhrartigen Durchfällen verzeichnetIn Repertorien bei Erbrechen im Zusammenhang mit Husten geführt

Abgrenzung

Croton tiglium, ein naher Verwandter aus derselben Familie, ist bei plötzlichem, schussartigem Durchfall gleich nach dem Essen oder Trinken weit besser ausgearbeitet. Veratrum album zeigt heftige Entleerungen mit kaltem Schweiß auf der Stirn und großer Hinfälligkeit. Aloe socotrina steht bei Unsicherheit des Schließmuskels mit Drang und Blähung. Für das Erbrechen beim Husten ist Ipecacuanha das geläufige Mittel. Euphorbia lathyris bleibt daneben ein kleiner Eintrag, dessen Zuordnung sich aus der drastischen Wirkung der Pflanze erklärt.

Verwandte Mittel

Croton tigliumVeratrum albumAloe socotrinaIpecacuanhaEuphorbia corollata

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.