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Materia medica · Nr. 139

Eupatorium perfoliatum

Eup-per.

Auch: eup-p

In 1.386 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Eupatorium perfoliatum, der Wasserdost aus der Familie der Korbblütler, wird in der Materia medica als Mittel fieberhafter Zustände mit tiefsitzenden Knochenschmerzen beschrieben. Kennzeichnend ist das Gefühl, als seien alle Knochen zerbrochen, verbunden mit unstillbarem Durst und Frostschauern. Die englische Volksbezeichnung des Krauts weist auf diesen Knochenschmerz hin.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird vor allem bei akuten fieberhaften Zuständen beschrieben.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen in den Rubriken keine ausgeprägten Angaben vor. Die Literatur schildert im Fieberzustand eine unruhige, stöhnende Verfassung, in der die Schmerzen keine Erleichterung durch Lageveränderung finden.

Gemütsbild

Unruhe und Stöhnen unter dem Eindruck der GliederschmerzenErschöpfung und Niedergeschlagenheit im FieberverlaufIn den vorliegenden Rubriken sind Gemütssymptome nicht ausgewiesen

Zu Eupatorium perfoliatum liegen in den vorliegenden Rubriken keine belastbaren Gemütssymptome vor. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel überwiegend als akutes Fiebermittel und schildert die seelische Verfassung als Folge der körperlichen Qual: Die Kranken stöhnen und wälzen sich, finden aber durch Bewegung keine Erleichterung, weil jede Lage schmerzt. Beschrieben wird eine bedrückte, erschöpfte Stimmung während des Fieberverlaufs. Weitergehende Aussagen zum Gemüt sind aus der Datenlage nicht abzuleiten.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Tiefer Knochenschmerz mit dem Gefühl, die Knochen seien zerbrochen; besonders in Armen, Beinen, Handgelenken und im Rücken
Wundheits- und Zerschlagenheitsgefühl am ganzen Körper, auch als äußerlicher Druckschmerz
Unstillbarer, extremer Durst, besonders vor dem Frost und vor dem Erbrechen; Verlangen nach kalten Getränken
Erbrechen von Galle im Hitzestadium; Trinken löst Frostschauer und Erbrechen aus
Frost, der morgens gegen sieben Uhr beginnt, vom Rücken ausgeht und absteigend verläuft, mit Zittern und Schaudern
Berstender, pulsierender Kopfschmerz im Hinterkopf, mit Wundheitsgefühl; Augen schmerzen wie zerschlagen
Rückenschmerzen in der Lendenregion, wund und wie zerbrochen
Schnupfen mit Niesen, tränenden Augen und rotgeränderten Lidern
Verschlechterung
  • Kalte Luft und Kaltwerden
  • Bewegung, besonders bei Übelkeit und Kopfschmerz
  • Trinken, das Frost und Erbrechen auslöst
  • Morgens, in den frühen Stunden
  • Liegen bei Hinterkopfschmerz
Verbesserung
  • Schwitzen, sobald es einsetzt
  • Erbrechen der Galle bei manchen Beschwerden
  • Ruhiges Liegen mit dem Gesicht nach unten, in der Literatur beschrieben
  • Wärme und Zudecken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kalte Getränke
  • Eis und kaltes Wasser, in der Literatur beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei fieberhaften Zuständen mit heftigen Knochen- und Gliederschmerzen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Frostschauern mit unstillbarem DurstBei Kopfschmerz im Hinterkopf mit Wundheitsgefühl verzeichnetBei gallig-bitterem Erbrechen im Fieberverlauf genanntBei Rückenschmerzen mit Zerschlagenheitsgefühl in der Literatur beschriebenBei Schnupfen mit Niesen und tränenden Augen aufgeführt

Abgrenzung

Bryonia teilt die Zerschlagenheit und den Durst auf große Mengen, bessert sich aber ausgeprägt durch absolute Ruhe und festen Druck, während bei Eupatorium der Knochenschmerz im Vordergrund steht und keine Lage Erleichterung bringt. Rhus toxicodendron hat ebenfalls Gliederschmerzen, jedoch mit deutlicher Besserung durch fortgesetzte Bewegung und Ruhelosigkeit. Arnica zeigt das Zerschlagenheitsgefühl der Weichteile, nicht den bohrenden Knochenschmerz. Für Eupatorium spricht die Verbindung von Knochenschmerz, galligem Erbrechen und heftigem Durst vor dem Frost.

Verwandte Mittel

BryoniaRhus toxicodendronArnica montanaNux vomicaChina officinalisNatrium muriaticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.