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Materia medica · Nr. 1494

Euonymus europaea

Euon.

In 244 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Euonymus europaea, das Pfaffenhütchen, ist ein kleines Mittel mit einem sehr eigentümlichen Leitzeichen: dem Gefühl, zu schweben oder in der Luft zu treiben. Dazu treten Schwindel mit Benommenheit in der Stirn, ein einseitiger, von links nach rechts wandernder Kopfschmerz, schmerzloser Durchfall und Beschwerden der Leber- und Gallengegend. Beengung und Angst in der Herzgegend runden das Bild ab.

Konstitution

KörperbauKein umschriebener Körperbau überliefert. Die Literatur nennt vor allem Menschen mit träger Leber- und Verdauungstätigkeit, ohne einen Typus festzulegen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird eine matte, überdrüssige Stimmung: Alles fällt zur Last, die Kräfte reichen nicht. Dazu kommt eine Benommenheit, in der die Umgebung unwirklich erscheint und der eigene Körper leicht und ungeführt wirkt. Ein weiter ausgearbeitetes Charakterbild liegt in der Materia medica nicht vor.

Gemütsbild

Gefühl zu schweben, als trage der Boden nichtBenommenheit und UmnebeltseinÜberdruss, alles ist zu vielBeklemmende Angst in der Herzgegend

Das auffälligste Merkmal von Euonymus europaea ist eine Störung des Körpergefühls: Betroffene beschreiben, sie schwebten oder flögen, der eigene Körper habe kein Gewicht. Dieses Empfinden ist die am höchsten bewertete Angabe des Mittels und findet sich sowohl unter den allgemeinen Empfindungen als auch beim Schwindel wieder, dort mit Benommenheit im Stirnbereich. Daneben führt das Repertorium eine überdrüssige, ermüdete Gemütslage. Ein zweiter Zug ist die Angst, die in der Herzgegend empfunden wird und von Beengung beim tiefen Einatmen begleitet sein kann. Insgesamt bleibt das Gemütsbild schmal - Euonymus ist ein wenig geprüftes Mittel, dessen Verordnung sich auf wenige, dafür klare Zeichen stützt.

Ängste: Angst mit Beklemmung in der Herzgegend, Unsicherheit durch das Schwebegefühl

Leitsymptome

Gefühl, zu schweben oder in der Luft zu treiben - das kennzeichnende Zeichen des Mittels
Schwindel mit Benommenheit in der Stirn
Einseitiger Kopfschmerz, links beginnend und nach rechts wandernd, drückend, stechend, betäubend
Schmerzloser Durchfall mit Beschwerden am After
Druck und Schmerz in der Lebergegend, teils kolikartig; Verschlimmerung nach dem Essen
Beklemmung und Angst in der Herzgegend, wundes Zerschlagenheitsgefühl in der Brust; abwechselnd rechts und links auftretender Hüftschmerz
Verschlechterung
  • Nach dem Essen - Bauch- und Leberbeschwerden
  • Tiefes Einatmen - Beengung der Brust
Verbesserung
  • Ruhiges Liegen mildert das Schwebegefühl
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach tiefem Durchatmen
Abneigung
  • Keine charakteristische Speiseabneigung überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Schwindel mit SchwebegefühlEinseitiger, wandernder KopfschmerzLeber- und Gallenbeschwerden mit KolikenSchmerzloser DurchfallBeklemmung und Angst in der HerzgegendWechselnd auftretende Hüft- und Knieschmerzen

Abgrenzung

Das Schwebegefühl teilt Euonymus mit Cannabis indica und Lac caninum, doch fehlen hier die überschießenden Sinnestäuschungen des einen und der Seitenwechsel der Halsentzündung des anderen. Chelidonium majus und Lycopodium clavatum stehen bei den Leberbeschwerden nahe, zeigen jedoch nicht das kennzeichnende Körpergefühl. Von Euonymus atropurpurea, dem amerikanischen Spindelbaum, unterscheidet die Literatur nicht immer scharf; dort steht der Leberbezug noch stärker im Vordergrund.

Verwandte Mittel

Euonymus atropurpureaChelidonium majusCannabis indicaLycopodium clavatumPodophyllum peltatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.