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Materia medica · Nr. 1485

Eserinum

Esin.

In 15 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Eserinum ist das Physostigmin, das Alkaloid der westafrikanischen Calabarbohne, und steht dem Gesamtmittel Physostigma venenosum nahe. Die Repertorien führen es fast ausschließlich am Auge: enge Pupillen, Krampf des Ziliarmuskels, krampfhafter Lidschluss und grüner Star. Dazu treten vermehrter Speichelfluss und starkes Schwitzen, wie sie aus den Vergiftungsbeobachtungen bekannt sind.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau ist nicht überliefert. Das Mittel wird über die Augen- und Drüsenerscheinungen bestimmt, nicht über eine Konstitution.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegt nichts Belastbares vor. Die Prüfungs- und Vergiftungsberichte halten die körperlichen Erscheinungen fest und lassen die Gemütsverfassung offen.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertBeklemmung während der VergiftungserscheinungenVerschreibung erfolgt nach dem Augenbefund

Für Eserinum sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Alkaloid gelangte über die Augenheilkunde in die Materia medica, wo es zur Verengung der Pupille verwendet wurde; die Beobachtungen betreffen daher das Auge und die Drüsenabsonderung. Aus den Vergiftungsberichten ist eine allgemeine Beklemmung mit Schweißausbruch und Speichelfluss überliefert, die jedoch kein Charakterbild ergibt. Das breitere Gemütsbild von Physostigma venenosum mit Furchtsamkeit und Unruhe ist dort beschrieben und nicht ohne Weiteres auf die Einzelsubstanz zu übertragen. Wer das Mittel erwägt, geht vom Augenbefund aus.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Enge, zusammengezogene Pupillen; die kennzeichnende Wirkung der Substanz am Auge
Krampf des Ziliarmuskels mit Akkommodationsstörung und Sehstörung in die Ferne
Krampfhafter Lidschluss, das Auge lässt sich nicht offen halten
Grüner Star, in den Repertorien ausdrücklich verzeichnet
Vermehrter Speichelfluss
Reichliches Schwitzen; dazu Kopfschmerz, oft über den Augen
Verschlechterung
  • Anstrengung der Augen, Nahsehen, künstliches Licht
  • In der übrigen Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Schließen der Augen und Ruhe im Dunkeln
  • In der übrigen Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Krampf des Ziliarmuskels mit AkkommodationsstörungEnge PupillenKrampfhafter LidschlussGrüner StarVermehrter SpeichelflussKopfschmerz bei Augenanstrengung

Abgrenzung

Physostigma venenosum ist das Gesamtmittel aus derselben Bohne und ungleich besser geprüft; es teilt Pupillenverengung und Ziliarkrampf, bringt aber zusätzlich Muskelzuckungen, Rückenmarksbeschwerden und Frostgefühl mit. Jaborandi, Pilocarpus, teilt Speichelfluss, Schwitzen und Akkommodationskrampf und ist bei Augenermüdung nach Naharbeit das häufiger genannte Mittel. Ruta graveolens steht bei Überanstrengung der Augen durch Lesen und Feinarbeit im Vordergrund. Bei grünem Star werden klassisch Phosphorus, Gelsemium und Spigelia genannt.

Verwandte Mittel

Physostigma venenosumJaborandiRuta graveolensGelsemium sempervirensSpigelia anthelmia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.