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Materia medica · Nr. 137

Erigeron canadensis

Erig.

In 367 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Erigeron canadensis, das Kanadische Berufkraut aus der Familie der Korbblütler, ist in der Materia medica vor allem als Blutungsmittel beschrieben. Kennzeichnend sind hellrote, stoßweise hervorbrechende Blutungen aus verschiedenen Organen, die sich bei Bewegung und Anstrengung verstärken. Im Vordergrund stehen Gebärmutterblutungen, Nasenbluten und Blut im Urin, begleitet von Reizzuständen der Harnwege.

Konstitution

KörperbauEin besonderer Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben. Beschrieben wird das Mittel überwiegend bei Frauen im gebärfähigen Alter, im Wochenbett und in den Wechseljahren.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin ausgeprägtes Gemütsbild liegt nicht vor. Die Rubriken verzeichnen lediglich Antriebslosigkeit und fehlenden Ehrgeiz, wie sie nach Blutverlusten auftreten. Die Literatur beschreibt das Mittel vorrangig über die körperliche Symptomatik.

Gemütsbild

Fehlender Ehrgeiz, AntriebsarmutErschöpfung nach BlutverlustKein eigenständiges chronisches Gemütsbild überliefert

Das Gemüt tritt bei Erigeron deutlich hinter die körperlichen Zeichen zurück. Die Repertorien führen im Kapitel Gemüt im Wesentlichen den Mangel an Ehrgeiz auf; weitere charakteristische Gemütsrubriken sind nur schwach besetzt. Die klassische Materia medica beschreibt die seelische Verfassung als Folge des Zustands: Nach wiederholten oder starken Blutungen bleiben Mattigkeit, Gleichgültigkeit und Antriebslosigkeit zurück. Ein eigenes, über die akute Situation hinausreichendes Gemütsbild ist in der Literatur nicht ausgearbeitet.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Hellrote, stoßweise hervorbrechende Blutungen; die Repertorien führen hellrotes und schwallartiges Blut in hohem Grad auf
Verstärkte, zu reichliche Menstruation, die bei Bewegung und Anstrengung erneut in Schüben einsetzt
Gebärmutterblutung außerhalb der Regel, auch während und nach der Geburt sowie im Zusammenhang mit Fehlgeburt; wiederkehrender Wochenfluss, der bereits heller geworden war
Nasenbluten mit hellem Blut; ebenso in den Rubriken verzeichnet: Bluthusten und Bluterbrechen
Blutung aus der Blasenschleimhaut mit Reizung der Harnwege; ammoniakalisch riechender Urin
Reißende Gelenkschmerzen, besonders am Ellbogen, sowie ziehende Beinschmerzen am Abend; sogenannte Wachstumsschmerzen sind verzeichnet
Verschlechterung
  • Anstrengung und körperliche Belastung, besonders in Bezug auf Blutungen
  • Bewegung
  • Während und nach der Geburt
  • Bei feuchtem Wetter, ausdrücklich während Regen
  • Abends, hinsichtlich der Gliederschmerzen
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen
  • Vermeiden jeder Anstrengung
  • Wärme und Schonung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei hellroten, schwallartigen Blutungen unterschiedlicher Herkunft aufgeführtKlassisch zugeordnet zu zu reichlicher Menstruation, die sich bei Bewegung verstärktBei Gebärmutterblutungen im Zusammenhang mit Geburt, Wochenbett und Fehlgeburt verzeichnetBei Nasenbluten mit hellem Blut genanntBei Blut im Urin mit gleichzeitiger Reizung von Blase und Harnröhre beschriebenBei reißenden Gelenk- und Gliederschmerzen aufgeführt

Abgrenzung

Von Trillium pendulum, das ebenfalls hellrote, schwallartige Blutungen zeigt, unterscheidet sich Erigeron durch die enge Verbindung zu Blase und Harnröhre und das Fehlen des Trillium-typischen Gefühls, der Körper falle auseinander. Millefolium teilt das helle Blut, jedoch ohne die ausgeprägte Verschlimmerung durch Anstrengung. Sabina zeigt Blutungen mit ziehenden Schmerzen vom Kreuz zur Schambeinregion. Terebinthina, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, steht der Erigeron-Verbindung von Blutung und Harnwegsreizung besonders nahe.

Verwandte Mittel

TerebinthinaTrillium pendulumMillefoliumSabinaHamamelisIpecacuanha

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.