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Materia medica · Nr. 136

Equisetum hiemale

Equis.

In 397 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Equisetum hiemale, der Winterschachtelhalm, ist in der Materia medica ein ausgesprochenes Blasenmittel. Kennzeichnend ist ein anhaltendes Völlegefühl in der Blase, das auch nach dem Wasserlassen nicht nachlässt, verbunden mit ständigem Harndrang und einem drückenden, wunden Schmerz. Beschrieben werden häufig Kinder mit nächtlichem Einnässen sowie Erwachsene mit gereizter Blase und spärlichem, dunklem Urin.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben. Das Mittel wird nach den örtlichen Blasenzeichen bestimmt und häufig bei Kindern mit nächtlichem Einnässen beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine belastbaren Rubriken vor. Die Literatur beschreibt das Mittel als örtlich wirkendes Harnmittel ohne ausgearbeitetes seelisches Bild.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenBelastung durch den ständigen, quälenden HarndrangUnruhe durch nächtliches Erwachen zum WasserlassenAuswahl vorrangig nach den Blasen- und Urinzeichen

Equisetum ist im Repertorium fast ausschließlich über Rubriken der Harnorgane vertreten. Ein Gemütsbild mit charakteristischen Wesenszügen, Ängsten oder Wahnideen ist nicht ausgewiesen. Was sich sagen lässt, ergibt sich mittelbar aus dem Beschwerdebild: Der anhaltende Harndrang und das nicht nachlassende Völlegefühl in der Blase belasten den Alltag, der Nachtschlaf wird durch Drang und unwillkürlichen Abgang gestört. Weitergehende seelische Aussagen wären nicht durch Quellen gedeckt; das Mittel wird nach den örtlichen Zeichen gewählt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Völlegefühl in der Blase, in den Repertorien im höchsten Grad geführt; es bleibt auch nach dem Wasserlassen bestehen
Anhaltender, ständiger Harndrang
Drückender Blasenschmerz nach dem Wasserlassen sowie wunder, empfindlicher Schmerz der Blase
Entzündung der Blasenschleimhaut
Unwillkürlicher Harnabgang nachts; Wasserlassen tropfenweise
Spärlicher, dunkler bis roter Urin mit schleimigem, gelbem Bodensatz
Prickeln in der Harnröhre, Beteiligung der Nieren
Schneidende Schmerzen innerlich mit allgemeiner Empfindlichkeit, nachts verstärkt
Schmerz in den Lenden; Verhärtungen nach Entzündungen im höchsten Grad verzeichnet
Verschlechterung
  • Nachts, besonders unwillkürlicher Harnabgang und Schmerzen
  • Nach dem Wasserlassen, hinsichtlich des Drucks
  • Berührung und Druck auf die Blasengegend
  • Bewegung und Erschütterung
Verbesserung
  • Ruhiges Liegen
  • Wärme über der Blasengegend
  • Reichliches Trinken, hinsichtlich des Brennens

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei anhaltendem Völlegefühl der Blase im höchsten Grad aufgeführtBei ständigem Harndrang mit tropfenweisem Wasserlassen verzeichnetKlassisch zugeordnet zu nächtlichem unwillkürlichem Harnabgang, besonders bei KindernBei Entzündung der Blasenschleimhaut genanntBei spärlichem, dunklem Urin mit schleimigem Bodensatz beschriebenBei drückendem Blasenschmerz nach dem Wasserlassen aufgeführt

Abgrenzung

Cantharis zeigt das brennende, schneidende Wasserlassen mit unerträglichem Drang und heftiger Entzündung, während bei Equisetum der Schmerz eher dumpf drückend ist und das Völlegefühl auch nach dem Wasserlassen bestehen bleibt. Apis mellifica teilt die Blasenreizung mit stechenden Schmerzen und Durstlosigkeit. Chimaphila umbellata steht bei Blasen- und Prostatabeschwerden mit schleimigem Bodensatz und dem Gefühl, auf einer Kugel zu sitzen. Für Equisetum spricht besonders das anhaltende, durch das Wasserlassen unbeeinflusste Völlegefühl in Verbindung mit nächtlichem Einnässen.

Verwandte Mittel

CantharisApis mellificaChimaphila umbellataFerrum phosphoricumCausticumSarsaparilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.