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Materia medica · Nr. 1424

Electricitas

Elec.

Auch: Electr.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Electricitas gehört zu den sogenannten Imponderabilien, jenen Arzneien der Homöopathie, die nicht aus einem Stoff, sondern aus einer Energieform gewonnen wurden. Neben Magnetis polus und Sol steht die Elektrizität in dieser kleinen Gruppe, deren Prüfungen auf das 19. Jahrhundert zurückgehen. Die Repertorien führen das Mittel bei Hysterie, bei Veitstanz, bei Lähmungen, bei rheumatischen Beschwerden und bei Kopfschmerz auf. Auffällig ist die durchgehende Beziehung zu Nerven und Muskelbewegung.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Für die Imponderabilien ist kein konstitutionelles Bild im üblichen Sinn überliefert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie einzige Gemütsrubrik betrifft die Hysterie, ein Begriff der älteren Literatur für Zustände mit rasch wechselnder Erregung, überschießenden körperlichen Reaktionen und krampfartigen Anfällen ohne fassbaren Befund. Die Beschreibungen sprechen von einer erhöhten Reizbarkeit des Nervensystems, bei der schon geringe Anlässe heftige Reaktionen auslösen. Weiter reicht die Datenbasis zum Temperament nicht.

Gemütsbild

Hysterie, in den Gemütsrubriken als einziger seelischer Eintrag geführtErhöhte Reizbarkeit des NervensystemsHeftige Reaktionen auf geringe AnlässeKein weiter ausgearbeitetes seelisches Bild überliefert

Der einzige Gemütseintrag von Electricitas ist die Hysterie, wie sie die Literatur des 19. Jahrhunderts verstand: ein Zustand rasch wechselnder Erregung mit krampfartigen Erscheinungen, bei dem der Körper heftiger antwortet, als es der Anlass erwarten ließe. Diese Angabe fügt sich zu den übrigen Rubriken, die alle das Nervensystem und die Bewegung betreffen, vom Veitstanz bis zur Lähmung. Das Bild bleibt damit auf die Erregbarkeit und ihr Gegenstück, das Erlahmen, beschränkt. Über Ängste, Kummer oder besondere Vorstellungen ist für dieses Mittel nichts überliefert, und die Prüfungen der Imponderabilien sind insgesamt schmal.

Ängste: In der Datenbasis sind keine eigenen Angstrubriken verzeichnet, Die überlieferte Gemütslage betrifft die allgemeine nervöse Erregbarkeit

Leitsymptome

Klinisch dem Veitstanz zugeordnet, mit unwillkürlichen, ausfahrenden Bewegungen
Klinisch Lähmungszuständen zugeordnet, als Gegenstück zur übermäßigen Erregbarkeit
Rheumatische Beschwerden, in den klinischen Rubriken verzeichnet
Kopfschmerz, in den Kopfrubriken ohne nähere Kennzeichnung aufgeführt
Zuckungen und Empfindungen wie von Stromstößen, die den Gliedern entlang laufen
Verschlechterung
  • Gewitterstimmung und elektrisch geladene Luft, wie es die Literatur zu den Imponderabilien beschreibt
  • Erregung und Aufregung
Verbesserung
  • Ruhe und reizarme Umgebung
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Besserungsmodalitäten verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Für die Imponderabilien sind Speiseverlangen nicht überliefert
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
  • Die Rubriken betreffen ausschließlich Gemüt, Kopf und die klinischen Zuordnungen

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände mit rasch wechselnder nervöser Erregung, in Repertorien unter Hysterie aufgeführtVeitstanz mit unwillkürlichen Bewegungen, klinisch zugeordnetLähmungszuständeRheumatische BeschwerdenKopfschmerzen

Abgrenzung

Innerhalb der Imponderabilien stehen Magnetis polus australis und arcticus sowie Sol daneben; sie teilen die schmale Prüfungsgrundlage. Für den Veitstanz sind Agaricus muscarius, Cuprum metallicum und Zincum metallicum die klassisch zugeordneten Mittel, für Beschwerden nach Blitzschlag oder starkem Schreck Phosphorus. Für Zustände nervöser Übererregbarkeit wird häufig Ignatia amara oder Moschus erwogen. Electricitas kommt vor allem dort ins Blickfeld, wo die Krankengeschichte selbst auf eine Einwirkung von Strom oder Blitz weist.

Verwandte Mittel

Magnetis polus australisPhosphorusAgaricus muscariusCuprum metallicumIgnatia amara

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.