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Materia medica · Nr. 1409

Bacillus dysenteriae (Bach)

Dys.

Auch: Dys-co.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Bacillus dysenteriae, meist als Dysentery Co. geführt, gehört zu den Darmnosoden, die Edward Bach und später John Paterson aus nicht laktosevergärenden Darmbakterien bereiteten. Ihr Bild ist das der vorwegnehmenden Anspannung: Menschen, die vor jeder Prüfung, jedem Auftritt, jeder Reise innerlich zusammenziehen und deren Nervosität sich unmittelbar auf den Magen-Darm-Bereich legt. Im Repertorium am stärksten hervorgehoben ist das Zwölffingerdarmgeschwür.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden meist zarte, angespannte, eher schmale Menschen; die Anspannung ist bis in die Körperhaltung hinein sichtbar. In den klinischen Rubriken ist zusätzlich brüchiger Knochenbau verzeichnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentGewissenhaft, zurückhaltend und leicht aus der Fassung zu bringen. Die Erwartung eines Ereignisses wiegt schwerer als das Ereignis selbst; sobald es beginnt, lässt die Spannung häufig nach. Betroffene trauen sich wenig zu und meiden es, im Mittelpunkt zu stehen.

Gemütsbild

Vorwegnehmende Anspannung vor EreignissenMangel an SelbstvertrauenGeistige und körperliche Anspannung, die nicht abfälltBeklemmung in engen RäumenZurückhaltung und Scheu vor Aufmerksamkeit

Das Gemütsbild dieser Darmnosode ist von einer inneren Spannung bestimmt, die sich im Voraus aufbaut. Der Gedanke an eine bevorstehende Prüfung, an eine Verabredung oder an eine Reise erzeugt Unruhe, Nervosität und ein Zusammenziehen im Bauch; die Rubrik der geistigen Anspannung ist eigens verzeichnet. Dazu tritt ein Mangel an Selbstvertrauen: Betroffene halten sich zurück, äußern sich vorsichtig und rechnen eher mit dem eigenen Versagen als mit dem Gelingen. Das Repertorium führt außerdem die Furcht in engen Räumen, die Beklemmung in Aufzügen, Menschenmengen und geschlossenen Räumen. In der Beschreibung Patersons stehen diese Züge in engem Zusammenhang mit den Beschwerden des oberen Verdauungswegs: Was seelisch nicht gelöst wird, meldet sich als Magen- und Zwölffingerdarmbeschwerde.

Ängste: Vorwegnehmende Angst vor bevorstehenden Ereignissen, Beklemmung und Furcht in engen Räumen, Angst zu versagen, den Erwartungen nicht zu genügen

Leitsymptome

Geschwür des Zwölffingerdarms - die am höchsten bewertete Angabe des Mittels, im Repertorium zweifach ausgewiesen
Beschwerden im Oberbauch mit ausdrücklichem Bezug auf den Zwölffingerdarm
Magen- und Darmbeschwerden, die durch Nervosität und Erwartungsspannung ausgelöst werden
Anhaltende körperliche Spannung, die sich nicht lösen lässt
Beklemmung in geschlossenen Räumen mit Bedürfnis nach frischer Luft
In den klinischen Rubriken bei brüchigem Knochenbau aufgeführt
Verschlechterung
  • Erwartung eines Ereignisses, vor Prüfungen und Auftritten
  • Enge Räume, Menschenmengen, geschlossene Fahrzeuge
  • Aufregung und Zeitdruck
Verbesserung
  • Frische Luft und Weite
  • Wenn das erwartete Ereignis begonnen hat
  • Ruhe und vertraute Umgebung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Die Literatur zu den Darmnosoden nennt ein Verlangen nach Süßem
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien beim Geschwür des Zwölffingerdarms im höchsten hier vorliegenden Grad aufgeführtBei nervöser Anspannung mit Erwartungsangst genanntBei Mangel an Selbstvertrauen verzeichnetBei Beklemmung in engen Räumen aufgeführtBei Magenbeschwerden im Zusammenhang mit Aufregung genanntIn den klinischen Rubriken bei brüchigem Knochenbau aufgeführt

Abgrenzung

Argentum nitricum ist das nächstverwandte Mittel und teilt die Erwartungsangst, die Beklemmung in engen Räumen und die Magenbeschwerden; dort stehen jedoch Hast, Impulse an Abgründen und ein ausgeprägtes Verlangen nach Süßem im Vordergrund. Arsenicum album zeigt Unruhe und Ordnungsbedürfnis mit nächtlicher Verschlimmerung und brennenden Schmerzen. Kalium carbonicum teilt die Zwölffingerdarmbeschwerden und die Pflichtstrenge, mit Verschlimmerung in den frühen Morgenstunden. Lycopodium clavatum steht bei Versagensangst mit Blähung und Nachlassen der Angst, sobald begonnen wird. Für diese Nosode spricht die durchgehende Verbindung von Erwartungsspannung und Beschwerden des Zwölffingerdarms.

Verwandte Mittel

Argentum nitricumArsenicum albumKalium carbonicumLycopodium clavatumGelsemiumMorgan (Bach)

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.