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Materia medica · Nr. 1406

Duboisinum

Duboin.

Auch: Dubin

In 55 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Duboisinum ist das Alkaloid aus Duboisia myoporoides, einem australischen Nachtschattengewächs, und steht dem Atropin nahe. Entsprechend zeichnet das Repertorium ein Bild, das von weiten, lichtstarren Pupillen, Lähmung der Akkommodation und Trockenheit aller inneren Teile bestimmt ist, verbunden mit Schwindel, Verwirrtheit und Delirium. Es ist ein Mittel der Belladonna-Gruppe mit deutlichem Schwerpunkt am Auge.

Konstitution

KörperbauKein eigenes konstitutionelles Bild überliefert; das Mittel wird über das akute Vergiftungs- und Prüfungsbild zugeordnet und nicht über den Körperbau.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentBeschrieben wird ein Zustand von Benommenheit und Verwirrtheit mit Misstrauen und trügerischen Vorstellungen. Die geistige Leistungsfähigkeit ist deutlich beeinträchtigt (Rubrik 'Verstand: beeinträchtigt', Grad 3). Es handelt sich um ein akutes, nicht um ein konstitutionelles Temperamentsbild.

Gemütsbild

Misstrauen (Grad 2)Trügerische Vorstellungen und Einbildungen (Grad 3)Verwirrtheit bis DeliriumBeeinträchtigte geistige Klarheit

Das Gemütsbild von Duboisinum ist das eines akuten Erregungs- und Verwirrungszustandes, wie er aus der Nachtschattengruppe bekannt ist. Das Repertorium führt Einbildungen und beeinträchtigten Verstand im dritten Grad, Misstrauen im zweiten und Delirium im ersten bis zweiten Grad. Charakteristisch ist die Verbindung mit dem Sehen: die Rubrik 'Photomanie' — eine ausgeprägte Zuwendung zum Licht — steht mit Grad 4 an der Spitze des Mittels. Dazu tritt, dass beim Lesen die Buchstaben ineinanderlaufen. Das Bild ist damit stärker sinnesbezogen als seelisch ausgestaltet; über die genannten Rubriken hinaus liegt keine ausgearbeitete Charakterzeichnung vor.

Ängste: Misstrauen gegenüber der Umgebung, Benommenheit mit dem Gefühl zu fallen — im Repertorium als Rückwärtsfallen geführt

Leitsymptome

Weite, lichtstarre, unregelmäßige Pupillen (Mydriasis) — ein Kernzeichen des Mittels (Grad 3)
Lähmung der Ziliarmuskulatur mit Akkommodationsstörung, Weitsichtigkeit (Grad 2 bis 3)
Beim Lesen laufen die Buchstaben ineinander (Grad 3)
Ausgeprägte Trockenheit der inneren Teile — Mund, Hals, Schleimhäute (Grad 3)
Schwindel mit Taumeln, Gefühl des Rückwärtsfallens, der Raum dreht sich (Grad 2 bis 4)
Ataxie der Glieder, Lähmungserscheinungen (Grad 1 bis 2)
Verschlechterung
  • Nach Mitternacht (Grad 2)
  • Beim Lesen und bei Naharbeit — die Schrift verschwimmt
  • Rückwärtsneigen, mit Neigung rückwärts zu fallen
Verbesserung
  • Zu Besserungsmodalitäten liegen im Repertorium keine eigenen Rubriken vor
  • Ruhe und Abdunkeln werden in der Literatur bei den Augensymptomen allgemein genannt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zuwendung zum Licht (Photomanie) — kein Nahrungsverlangen, aber die auffälligste Rubrik des Mittels
Abneigung
  • Keine Abneigungsrubriken im Repertorium erfasst

In Repertorien häufig zugeordnet

Akkommodationsstörungen und PupillenerweiterungSchwindel mit Fallneigung nach hintenVerwirrtheitszustände und DeliriumTrockenheit von Mund und RachenReizhusten aus der BronchialgabelBeschwerden im Kindesalter (im Repertorium eigens geführt)

Abgrenzung

Duboisinum steht Belladonna, Hyoscyamus und Stramonium nahe, mit denen es Pupillenerweiterung, Trockenheit und Delirium teilt. Von Belladonna trennt es die geringere Hitze und Gefäßfülle, von Hyoscyamus die geringere Enthemmung; das Eigene an Duboisinum ist die Betonung des Sehens — Photomanie, ineinanderlaufende Buchstaben, Akkommodationslähmung. Gegenüber Gelsemium, das ebenfalls Sehstörungen und Schwindel führt, fehlt Duboisinum die schwere Lidschwere und die Zitterschwäche.

Verwandte Mittel

BelladonnaHyoscyamus nigerStramoniumGelsemium sempervirensAtropinum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.