Dolichos pruriens, die tropische Juckbohne, deren Haare bei Berührung heftigen Juckreiz auslösen, ist in der Homöopathie das Mittel des Juckens ohne sichtbaren Ausschlag. Beschrieben wird ein quälendes, nächtliches Jucken am ganzen Körper, das sich beim Kratzen und in der Bettwärme verstärkt und nichts zurücklässt, woran es sich festmachen ließe. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei Gürtelrose mit nachfolgenden Nervenschmerzen sowie bei Beschwerden während der Schwangerschaft und beim Zahnen.
Konstitution
Gemütsbild
Ruhelosigkeit und Gereiztheit infolge des nächtlichen JuckensUnterbrochener Schlaf durch KratzenIn den Rubriken ist ein eigenes Gemütsbild nicht ausgewiesen
Eigene Gemütsrubriken sind zu Dolichos pruriens im Repertorium nicht verzeichnet; das Mittelbild ist ganz auf Haut, Schleimhäute und Nervenschmerzen ausgerichtet. Was sich beschreiben lässt, ergibt sich mittelbar: Ein Jucken, das nachts zunimmt, durch Kratzen schlimmer wird und keine sichtbare Ursache erkennen lässt, zermürbt. Die Literatur beschreibt entsprechend Ruhelosigkeit und Reizbarkeit als Folge, nicht als eigenständiges Zeichen. Über diese Zusammenhänge hinausgehende Aussagen über das Gemüt wären an dieser Stelle nicht belegt und werden daher nicht getroffen.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Nachts, das Jucken und Brennen
- Kratzen
- Wärme und Warmwerden im Bett
- Während der Schwangerschaft
- Im Sommer; am Vormittag
- Kühle Anwendungen und kühle Luft
- Ruhe ohne Berührung der Haut
- Vermeiden von Bettwärme
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Jucken ohne sichtbaren Ausschlag mit nächtlicher Verschlimmerung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Gürtelrose und den Nervenschmerzen nach ihrem AbheilenBei Jucken der äußeren Geschlechtsteile in der Schwangerschaft im höchsten Grad verzeichnetBei Halsschmerz mit Splitterempfindung genanntBei Zahnfleischbeschwerden während des Zahnens aufgeführtBei Verstopfung während der Schwangerschaft verzeichnet
Abgrenzung
Rhus toxicodendron teilt die Bläschenausschläge mit Brennen und Jucken, bessert sich jedoch durch Bewegung und Wärme, während Dolichos gerade durch Wärme verschlimmert wird. Sulphur zeigt ebenfalls nächtliches Jucken mit Verschlimmerung durch Bettwärme, dabei aber die brennenden Hautstellen und die charakteristischen Schweiß- und Hitzezeichen. Ranunculus bulbosus und Mezereum stehen bei Gürtelrose, Mezereum mit dicken Borken und heftigen Nachschmerzen. Hepar sulphuris und Nitricum acidum teilen die Splitterempfindung. Für Dolichos spricht das Jucken ganz ohne Ausschlag, verbunden mit Splitterschmerz im Hals und Beschwerden in der Schwangerschaft.
Verwandte Mittel
Rhus toxicodendronMezereumSulphurHepar sulphurisNitricum acidumRanunculus bulbosus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.