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Materia medica · Nr. 132

Dolichos pruriens

Dol.

In 189 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Dolichos pruriens, die tropische Juckbohne, deren Haare bei Berührung heftigen Juckreiz auslösen, ist in der Homöopathie das Mittel des Juckens ohne sichtbaren Ausschlag. Beschrieben wird ein quälendes, nächtliches Jucken am ganzen Körper, das sich beim Kratzen und in der Bettwärme verstärkt und nichts zurücklässt, woran es sich festmachen ließe. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei Gürtelrose mit nachfolgenden Nervenschmerzen sowie bei Beschwerden während der Schwangerschaft und beim Zahnen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; klassisch beschrieben sind Beschwerden von zahnenden Kindern, von Schwangeren und von Menschen mit Hautleiden.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentZum Gemüt liegen kaum eigene Rubriken vor. Die Literatur beschreibt eine ruhelose, gereizte Verfassung, wie sie aus dem unaufhörlichen Jucken folgt: Der Schlaf wird unterbrochen, die Aufmerksamkeit bleibt an der Haut gebunden, die Geduld schwindet. Ein eigenständiges seelisches Bild ist nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit und Gereiztheit infolge des nächtlichen JuckensUnterbrochener Schlaf durch KratzenIn den Rubriken ist ein eigenes Gemütsbild nicht ausgewiesen

Eigene Gemütsrubriken sind zu Dolichos pruriens im Repertorium nicht verzeichnet; das Mittelbild ist ganz auf Haut, Schleimhäute und Nervenschmerzen ausgerichtet. Was sich beschreiben lässt, ergibt sich mittelbar: Ein Jucken, das nachts zunimmt, durch Kratzen schlimmer wird und keine sichtbare Ursache erkennen lässt, zermürbt. Die Literatur beschreibt entsprechend Ruhelosigkeit und Reizbarkeit als Folge, nicht als eigenständiges Zeichen. Über diese Zusammenhänge hinausgehende Aussagen über das Gemüt wären an dieser Stelle nicht belegt und werden daher nicht getroffen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Heftiges Jucken ohne sichtbaren Ausschlag, nachts verschlimmert; Kratzen und Wärme verstärken es
Gürtelrose mit Bläschen, in den Repertorien im hohen Grad verzeichnet, ebenso die Nervenschmerzen nach dem Abheilen
Halsschmerz wie von einem eingedrungenen Splitter, im hohen Grad aufgeführt; auch allgemein die Empfindung von Splittern in den Schmerzrubriken
Jucken der äußeren weiblichen Geschlechtsteile im höchsten Grad verzeichnet, klassisch während der Schwangerschaft
Beschwerden am Zahnfleisch: Rötung, Schwellung, wunder Schmerz, wie sie beim Zahnen beschrieben werden; Beschwerden am weichen Gaumen im höchsten Grad aufgeführt
Verstopfung während der Schwangerschaft im hohen Grad verzeichnet; schaumiger Stuhl
Bläuliche Verfärbung der Haut, brennende Empfindung nachts, Verhärtungen der Haut; trockene Ausschläge an den Beinen
Wund-zerschlagene Empfindung, Zusammenzucken, Krämpfe bei Kindern verzeichnet
Verschlechterung
  • Nachts, das Jucken und Brennen
  • Kratzen
  • Wärme und Warmwerden im Bett
  • Während der Schwangerschaft
  • Im Sommer; am Vormittag
Verbesserung
  • Kühle Anwendungen und kühle Luft
  • Ruhe ohne Berührung der Haut
  • Vermeiden von Bettwärme

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Jucken ohne sichtbaren Ausschlag mit nächtlicher Verschlimmerung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Gürtelrose und den Nervenschmerzen nach ihrem AbheilenBei Jucken der äußeren Geschlechtsteile in der Schwangerschaft im höchsten Grad verzeichnetBei Halsschmerz mit Splitterempfindung genanntBei Zahnfleischbeschwerden während des Zahnens aufgeführtBei Verstopfung während der Schwangerschaft verzeichnet

Abgrenzung

Rhus toxicodendron teilt die Bläschenausschläge mit Brennen und Jucken, bessert sich jedoch durch Bewegung und Wärme, während Dolichos gerade durch Wärme verschlimmert wird. Sulphur zeigt ebenfalls nächtliches Jucken mit Verschlimmerung durch Bettwärme, dabei aber die brennenden Hautstellen und die charakteristischen Schweiß- und Hitzezeichen. Ranunculus bulbosus und Mezereum stehen bei Gürtelrose, Mezereum mit dicken Borken und heftigen Nachschmerzen. Hepar sulphuris und Nitricum acidum teilen die Splitterempfindung. Für Dolichos spricht das Jucken ganz ohne Ausschlag, verbunden mit Splitterschmerz im Hals und Beschwerden in der Schwangerschaft.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronMezereumSulphurHepar sulphurisNitricum acidumRanunculus bulbosus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.