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Materia medica · Nr. 131

Dioscorea villosa

Dios.

In 2.472 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Dioscorea villosa, die Yamswurzel, ist in der Materia medica das Mittel der Kolik, die sich durch Strecken bessert. Beschrieben werden heftige, schneidende, um den Nabel kreisende Bauchschmerzen, die in alle Richtungen ausstrahlen und beim Zusammenkrümmen unerträglich werden, beim Durchstrecken des Körpers dagegen nachlassen. Damit steht das Mittel in scharfem Gegensatz zu den meisten anderen Kolikmitteln.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird nicht ausgeführt; beschrieben werden Menschen mit Neigung zu Blähungskoliken, Gallenbeschwerden und nervöser Erschöpfung.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken enthalten im Gemütsbereich Ruhelosigkeit nach Mitternacht sowie eine Abneigung gegen Gesellschaft, in den Repertorien als Abneigung gegen Frauen und Scheu vor Männern geführt. Beschrieben wird ein zurückgezogener, durch die Beschwerden erschöpfter Zustand.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit, besonders nach MitternachtRückzug und Scheu vor BegegnungenErschöpfung durch wiederkehrende KolikenMissmut nach durchwachten Nächten

Das Gemüt ist in den Rubriken nur mit wenigen Einträgen belegt. Verzeichnet sind Ruhelosigkeit nach Mitternacht sowie eine Abneigung gegen den Kontakt mit anderen Menschen. Die klassische Literatur beschreibt Dioscorea überwiegend über die körperlichen Zeichen; ein ausgearbeitetes seelisches Konstitutionsbild liegt nicht vor. Was sich zeigt, ist die Wirkung des Beschwerdebildes selbst: Wer nachts von schneidenden Koliken geweckt wird und sich stundenlang wälzt, wird tagsüber matt, freudlos und wenig gesellig. Die Literatur bringt diesen Zustand auch mit sexueller Erschöpfung und nächtlichen Samenverlusten in Verbindung.

Ängste: In den Rubriken nicht näher belegt, Unruhe und Ohnmachtsgefühl beim Erwachen

Leitsymptome

Heftige, schneidende Bauchkolik um den Nabel, die sich beim Durchstrecken und Zurückbeugen bessert und beim Zusammenkrümmen verschlimmert
Die Schmerzen strahlen von der Bauchmitte in alle Richtungen aus, in Rücken, Brust und Arme; sie wandern und wechseln den Ort
Lautes Kollern und Rumpeln im Bauch mit Blähungsabgang; Blähungen nach dem Essen
Gallenkolik mit Schmerzen in der Lebergegend, ausstrahlend nach rechts und in den Rücken
Magenschmerz schneidend oder brennend, morgens betont, gebessert durch Aufstoßen
Nächtliche Samenverluste, teils ohne Erektion, mit Kältegefühl und Schlaffheit der Genitalien und nachfolgender Schwäche
Morgendlicher Durchfall mit reichlichem Blähungsabgang
Verschlechterung
  • Beim Zusammenkrümmen und Vorwärtsbeugen
  • Vor dem Stuhlgang
  • Morgens
  • Im Liegen
  • Nach dem Essen und durch Tee
Verbesserung
  • Durch Durchstrecken und Zurückbeugen des Körpers
  • Durch Aufstoßen
  • Durch Bewegung und Umhergehen
  • Im Freien und im Stehen
  • Durch Druck auf den Magen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zu ausgeprägten Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Tee, der die Beschwerden verstärkt
  • Reichliche Mahlzeiten; Überessen verschlimmert deutlich

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Bauchkoliken mit Besserung durch Durchstrecken aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Blähungskoliken bei Säuglingen und ErwachsenenGenannt bei Gallenkolik mit ausstrahlenden SchmerzenVerzeichnet bei nächtlichen Samenverlusten mit nachfolgender SchwächeAufgeführt bei morgendlichem Durchfall mit reichlichem BlähungsabgangGenannt bei Nieren- und Harnleiterkoliken mit schneidendem Schmerz

Abgrenzung

Colocynthis ist das Gegenstück: dort bessern sich die Koliken deutlich durch Zusammenkrümmen und harten Druck, oft nach Ärger. Magnesium phosphoricum bessert sich ebenfalls durch Krümmen und Wärme. Bei Dioscorea ist es umgekehrt, das Durchstrecken bringt Erleichterung, und die Schmerzen strahlen weit aus und wechseln den Ort. Nux vomica zeigt Koliken beim reizbaren, überarbeiteten Menschen mit vergeblichem Stuhldrang.

Verwandte Mittel

ColocynthisMagnesium phosphoricumNux vomicaMagnesium carbonicumChelidonium majus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.