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Materia medica · Nr. 1377

Digitoxinum

Digox.

In 7 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Digitoxinum ist ein isolierter herzwirksamer Bitterstoff aus dem Roten Fingerhut, Digitalis purpurea. Als homöopathische Arznei gehört es zu den Präparaten, die aus einem einzelnen Inhaltsstoff einer bereits geprüften Pflanze bereitet wurden; eine eigene ausgearbeitete Arzneimittelprüfung liegt nicht vor. Die Datenbasis enthält nur wenige, verstreute Einträge: Eiterung im Bereich der Allgemeinsymptome, Entzündung des Bindegewebes und eine Sehstörung, die sich bei Erbrechen oder Schluckauf verschlimmert. Das Bild ist damit sehr schmal.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Für Digitoxinum wurde kein eigenes Konstitutionsbild ausgearbeitet; das Muttermittel Digitalis purpurea ist in dieser Hinsicht ungleich besser beschrieben.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen in der Datenbasis keine Rubriken vor. Digitoxinum ist ein aus der Toxikologie abgeleitetes Präparat, dessen Angaben aus Vergiftungsbeobachtungen und nicht aus einer klassischen Prüfung stammen. Für das seelische Bild verweist die Literatur auf Digitalis purpurea, wo Angst um das Herz, Traurigkeit und ein Gefühl des Stillstehens beschrieben werden.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetFür das seelische Bild wird auf das Muttermittel Digitalis purpurea verwiesenKein eigenständiges Gemütsbild überliefert

Digitoxinum hat in der Datenbasis kein Gemütsbild. Das ist für ein Präparat, das aus einem einzelnen Inhaltsstoff bereitet wurde und dessen Angaben überwiegend aus Vergiftungsbeobachtungen stammen, der Regelfall. Wer nach dem seelischen Bild sucht, findet es beim Muttermittel Digitalis purpurea: Dort beschreibt die klassische Materia medica eine ängstliche Beklommenheit, Traurigkeit und die Empfindung, das Herz oder auch das Leben könne stillstehen. Ob diese Züge auf Digitoxinum übertragbar sind, ist nicht belegt und sollte offen bleiben. Die vorliegenden Einträge betreffen ausschließlich körperliche Vorgänge.

Ängste: In der Datenbasis sind keine Angstrubriken verzeichnet, Für Digitalis purpurea wird Angst um das Herz beschrieben

Leitsymptome

Eiterung, in den Allgemeinrubriken als eigener Eintrag geführt
Entzündung des Bindegewebes, in den klinischen Rubriken bis zur Phlegmone aufgegliedert
Sehstörung, die sich bei Erbrechen oder Schluckauf verschlimmert, eine eigentümlich verknüpfte Angabe
Übelkeit und Erbrechen als bekannte Begleiterscheinungen der Fingerhut-Gruppe
Sehstörungen mit farbigem oder verschleiertem Sehen, wie sie für Digitalis-Präparate beschrieben werden
Verschlechterung
  • Erbrechen und Schluckauf, ausdrücklich als verschlimmernder Umstand für die Sehstörung verzeichnet
  • Weitere Modalitäten sind in den vorliegenden Rubriken nicht angegeben
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet
Abneigung
  • In der Datenbasis nicht verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

EiterungsvorgängeEntzündungen des Bindegewebes, in den Repertorien als Phlegmone geführtSehstörungen, die mit Erbrechen oder Schluckauf einhergehenZustände mit Übelkeit und Sehstörung nebeneinander

Abgrenzung

Digitalis purpurea ist das Muttermittel und in jeder Hinsicht besser belegt; wer an die Fingerhut-Gruppe denkt, wird in aller Regel dort beginnen. Digitalinum steht Digitoxinum als zweites Reinstoffpräparat der Gattung am nächsten. Für Eiterungen und Phlegmonen sind Hepar sulphuris, Silicea und Mercurius solubilis die klassisch zugeordneten Mittel, für Sehstörungen mit Übelkeit Gelsemium sempervirens. Digitoxinum bleibt ein Randmittel, dessen Datenbasis nur wenige Einträge umfasst.

Verwandte Mittel

Digitalis purpureaDigitalinumStrophanthus hispidusHepar sulphuris calcareumGelsemium sempervirens

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.