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Materia medica · Nr. 1376

Digitalinum

Digin.

In 17 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Digitalinum ist das aus dem Roten Fingerhut gewonnene Glykosid und damit ein isolierter Wirkstoff des Mittels Digitalis purpurea. In den Repertorien steht es fast ausschließlich mit Herzbeschwerden: Herzklopfen, Klappenfehler und allgemeine Herzaffektionen. Es teilt die Ausrichtung des Fingerhuts auf Kreislauf und Herzschlag, ist aber deutlich schmaler geprüft als die Gesamtpflanze.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Quellen beschreiben keinen eigenen Konstitutionstyp; das Mittel wird nach den Kreislaufzeichen gewählt.
Thermalitätfrostig
TemperamentZu Wesen und Grundstimmung liegt nur eine Rubrik vor: Wahnvorstellungen im Sinne von Einbildungen, Halluzinationen und Sinnestäuschungen. Die Literatur beschreibt für die Fingerhutmittel eine schwerfällige, gedämpfte Stimmungslage mit dem Gefühl bedrohter Lebenskraft, ohne dass dies für das isolierte Glykosid eigens geprüft wäre.

Gemütsbild

Wahnvorstellungen mit Einbildungen und Sinnestäuschungen — die einzige verzeichnete GemütsrubrikGedämpfte, schwerfällige Stimmungslage bei HerzbeschwerdenAngstgefühl in der Herzgegend, wie es für die Fingerhutmittel beschrieben wird

Der Gemütsanteil ist schmal. Verzeichnet ist allein die Neigung zu Wahnvorstellungen, Einbildungen und Sinnestäuschungen im niedrigsten Grad. Klassisch wird für Digitalis und seine Bestandteile beschrieben, dass die Angst nicht als seelisches Thema für sich steht, sondern körperlich in der Herzgegend empfunden wird — als beklemmende Todesfurcht, die mit dem verlangsamten oder aussetzenden Herzschlag zusammenhängt. Für Digitalinum selbst bleibt das eine Ableitung aus dem Mutterstoff, die die Quellen nicht eigens belegen.

Ängste: Beklemmende Angst in der Herzgegend, aus dem Bild der Fingerhutmittel abgeleitet, Sinnestäuschungen und Einbildungen, in einer Rubrik verzeichnet

Leitsymptome

Herzklopfen, in den Rubriken eigens aufgeführt
Klappenfehler und allgemeine Erkrankungen des Herzens
Asthmatische Atmung, klassisch mit dem Gefühl, der Atem setze aus
Hervortreten der Augäpfel, in einer Rubrik als Exophthalmus verzeichnet
Samenergüsse ohne Beischlaf
Schwindel mit Durchfall
Verschlechterung
  • Aufrichten und Aufsetzen, wie es für die Fingerhutmittel beschrieben wird
  • Körperliche Anstrengung
  • Musik und Erregung, klassisch bei Digitalis genannt
Verbesserung
  • Ruhige Rückenlage
  • Frische Luft
  • Weitere Modalitäten sind für das Glykosid nicht geprüft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseverlangen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseabneigungen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

HerzklopfenErkrankungen der HerzklappenAsthmatische AtembeschwerdenHervortreten der AugäpfelSchwindel und Durchfall im Zusammenhang mit Kreislaufbeschwerden

Abgrenzung

Digitalis purpurea ist die weit ausführlicher geprüfte Gesamtpflanze mit dem bekannten langsamen, unregelmäßigen Puls, der Blässe und dem Gefühl, das Herz stehe still — sie ist bei entsprechendem Bild die erste Wahl der Prüfer. Digitalinum wird in der Literatur als deren isolierter Wirkstoff geführt und dort erwogen, wo die Herzzeichen im Vordergrund stehen. Von Crataegus, das als Kreislaufmittel milder beschrieben wird, trennt es die ausgeprägte Klappen- und Halluzinationsthematik; Spigelia zeigt Herzklopfen mit stechenden Schmerzen und Verschlimmerung durch Bewegung.

Verwandte Mittel

Digitalis purpureaCrataegus oxyacanthaSpigelia anthelmiaKalmia latifoliaConvallaria majalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.