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Materia medica · Nr. 3813

Sanguis Didelphis Virginiana

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In 80 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sanguis Didelphis Virginiana ist ein Tiermittel aus dem Blut des Virginia-Opossums, des einzigen Beuteltiers Nordamerikas — jenes Tieres, das sich bei Gefahr tot stellt. Es gehört zu den neueren, aus modernen Prüfungen stammenden Mitteln, und die überlieferten Rubriken liegen nahezu vollständig im Gemütskapitel. Beschrieben werden ein Zustand von geistiger Abwesenheit und Zerstreutheit, Reizbarkeit durch Geräusche und Kleinigkeiten, anfallsweise Angst sowie ein Rückzug aus der Gesellschaft, der ausdrücklich auch nahestehende Menschen einschließt.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Zu diesem Mittel liegen fast ausschließlich Gemütssymptome vor; ein körperliches Konstitutionsbild ist nicht ausgearbeitet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZerstreut, innerlich unaufgeräumt und rasch gereizt. Die Rubriken nennen Ärger über Geräusche und über Kleinigkeiten, ein Nicht-ordnen-Können der eigenen Angelegenheiten sowie den Wunsch, im Bett zu bleiben. Dazwischen steht eine eigentümliche Empfindung von Behagen und Geborgenheit.

Gemütsbild

Zerstreutheit und geistige Abwesenheit, besonders beim AutofahrenErschwerte Konzentration mit leerem Gefühl im KopfReizbarkeit durch Geräusche und durch KleinigkeitenAbneigung gegen Gesellschaft, ausdrücklich auch gegen Freunde und nahestehende MenschenAnfallsweise auftretende Angst, bis zur Beklemmung der AtmungRückzug ins Bett, Unfähigkeit, etwas geordnet zu tun

Das überlieferte Bild ist ein Gemütsbild. Im Mittelpunkt steht ein Zustand der Geistesabwesenheit, der in den Rubriken auffallend häufig an das Autofahren gebunden ist: Man ist unterwegs und zugleich nicht da, die Gedanken lassen sich nicht sammeln, beim Versuch der Konzentration entsteht eine Leere. Verwirrung tritt bei alltäglichen Angelegenheiten auf, und es besteht das Gefühl, wie in einem Traum zu leben. Daneben verzeichnen die Rubriken eine gereizte Empfindlichkeit gegenüber Lärm und Nichtigkeiten sowie eine Angst, die anfallsweise kommt, die Atmung beengt und sich gerade dann einstellt, wenn zuvor Unbeschwertheit herrschte. Der Rückzug ist der auffälligste Zug: Gesellschaft verschlechtert, und dies gilt eigens auch für vertraute und geliebte Menschen; der Betroffene will im Bett bleiben. Dazu tritt, scheinbar gegenläufig, eine Empfindung von Behagen und Sicherheit — beim Beuteltier liegt das Bild von Rückzug und Bergung nahe. Da fast keine körperlichen Rubriken vorliegen, sollte die Mittelwahl auf diese Gemütszüge gestützt werden.

Ängste: Anfallsweise Angst, die die Atmung beengt, Angst nach unbeschwerten, sorglosen Zuständen, Angst in Gesellschaft, die zum Rückzug drängt

Leitsymptome

Beklemmung der Atmung im Angstanfall, in den Rubriken als die Atmung hindernde Angst geführt
Geräuschempfindlichkeit; Ohrgeräusche stören die Konzentration
Bedürfnis, liegen zu bleiben, mit Antriebslosigkeit
Weitere körperliche Symptome sind in den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Verschlechterung
  • Gesellschaft, besonders die vertrauter Menschen
  • Geräusche und Lärm
  • Autofahren, mit Verlust der Aufmerksamkeit
  • Versuch, sich zu konzentrieren
  • Nach heiteren, sorglosen Stimmungen
Verbesserung
  • Alleinsein und Rückzug
  • Liegen, im Bett bleiben
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Besserungen verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen, im Bett zu bleiben
  • Verlangen nach Rückzug und geschütztem Alleinsein
Abneigung
  • Abneigung gegen Gesellschaft, auch gegen nahestehende Menschen
  • Abneigung gegen Lärm und Störung

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände von Zerstreutheit und Konzentrationsstörung mit leerem KopfAnfallsweise Angstzustände mit Beengung der AtmungReizbarkeit durch Geräusche und geringfügige AnlässeRückzug aus dem sozialen Umfeld bei erhaltener ZuneigungVerwirrung in alltäglichen Angelegenheiten, Gefühl wie im Traum zu leben

Abgrenzung

Sepia officinalis teilt die Abneigung gegen Gesellschaft, auch gegen die eigenen Angehörigen, zeigt aber dazu ein ausgeprägtes körperliches Bild mit Senkungsgefühl und Besserung durch Bewegung. Natrium muriaticum zieht sich zurück, weil es verletzt wurde, und meidet Trost. Ambra grisea und Baryum carbonicum kennen die Verwirrung in Gesellschaft. Sanguis Didelphis Virginiana bleibt vor allem dort im Blickfeld, wo Geistesabwesenheit, Reizbarkeit durch Geräusche und ein Rückzug in die Bergung zusammentreffen — die körperliche Seite ist bisher kaum ausgearbeitet.

Verwandte Mittel

Sepia officinalisNatrium muriaticumAmbra griseaLac caninum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.