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Materia medica · Nr. 129

Daphne indica

Daph.

In 828 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Daphne indica, der indische Seidelbast, ist ein selten geprüftes Mittel aus derselben Pflanzenfamilie wie Mezereum. Die Materia medica beschreibt einen Zustand mit eigentümlichen Trennungs- und Größenempfindungen am Kopf, brennenden Magenbeschwerden nach dem Essen und auffällig veränderten, übelriechenden Harnabsonderungen. Das Bild ist schmal und beruht auf einer begrenzten Prüfung.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; die vorliegende Prüfung gibt dazu keine Anhaltspunkte.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken verzeichnen Unentschlossenheit und Zorn mit Zittern. Beschrieben wird eine Verfassung, in der der Kranke sich schwer entscheiden kann und bei Ärger körperlich erregt reagiert. Ein durchgearbeitetes Temperamentsbild liegt nicht vor.

Gemütsbild

Gefühl, wie getrennt oder abgespalten zu seinUnentschlossenheit und UnschlüssigkeitZorn, der von Zittern begleitet wirdBenommenheit mit erschwerter Orientierung

Das Gemütsbild von Daphne indica ist wenig ausgearbeitet und in den Rubriken nur in niedrigen Graden verzeichnet. Auffällig ist die Empfindung, wie getrennt zu sein — dieselbe Wahrnehmung tritt körperlich als Gefühl auf, der Kopf sei vom Rumpf abgelöst. Daneben stehen Unentschlossenheit und Unschlüssigkeit, also die Schwierigkeit, zu einem Entschluss zu kommen. Bei Ärger wird ein Zorn beschrieben, der mit Zittern einhergeht, also körperlich mitschwingt. Die klassische Materia medica nennt darüber hinaus Reizbarkeit und Verstimmung, ohne ein zusammenhängendes chronisches Gemütsbild zu zeichnen. Weiterreichende Aussagen wären an dieser Stelle nicht belegt.

Ängste: Beunruhigung durch das Gefühl der Abgetrenntheit vom eigenen Körper, Im Übrigen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Gefühl, als sei der Kopf vom Körper getrennt — kennzeichnende Empfindung dieses Mittels
Hitzegefühl im Scheitelbereich; Völlegefühl im Kopf, als wolle er bersten
Gefühl der Vergrößerung der Augen, als ob sie hervorstehen; enge Pupillen
Doppeltsehen sowie bewegliche Flecken im Gesichtsfeld
Brennender Magenschmerz, der sich nach dem Essen verschlimmert; Erbrechen beim Husten
Rückenschmerzen, die sich nach dem Essen verschlimmern; ziehende Schmerzen der Wirbelsäule, schneidend im Brustwirbelbereich
Harn dick aussehend, hellgelb, mit eitrigem, festhaftendem oder rotem Bodensatz
Harngeruch faulig oder wie faule Eier — ein auffälliges Kennzeichen
Verschlimmerung bei abnehmendem Mond
Verschlechterung
  • Nach dem Essen (Magen- und Rückenschmerzen)
  • Bei abnehmendem Mond
  • Beim Husten (Erbrechen)
  • Bei Zorn und Aufregung
Verbesserung
  • Ruhe
  • Frische Luft
  • Nüchternheit vor der Mahlzeit

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Trennungs- und Größenempfindungen am Kopf aufgeführtBei brennenden Magenbeschwerden mit Verschlimmerung nach dem Essen verzeichnetKlassisch zugeordnet zu übelriechendem Harn mit auffälligem BodensatzBei Sehstörungen mit Doppeltsehen und beweglichen Flecken genanntBei Rückenbeschwerden mit Verschlimmerung nach der Mahlzeit beschrieben

Abgrenzung

Mezereum, aus derselben Pflanzenfamilie, ist weit besser geprüft und steht vor allem bei brennenden Knochenschmerzen und dickborkigen Hautausschlägen, die Daphne indica nicht kennzeichnen. Aurum metallicum, in der Materia medica als verwandt genannt, teilt Knochenbeschwerden und schweren Gemütsdruck, zeigt aber ein deutlich ausgearbeitetes Gemütsbild. Fluoricum acidum und Staphisagria werden ebenfalls als verwandt genannt. Für Daphne indica sprechen die Verbindung von Trennungsempfindung am Kopf, der Verschlimmerung nach dem Essen und dem faulig riechenden Harn.

Verwandte Mittel

MezereumAurum metallicumFluoricum acidumStaphisagriaBryonia albaRhus toxicodendron

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.