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Materia medica · Nr. 128

Cypripedium pubescens

Cypr.

In 52 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cypripedium pubescens, der Gelbe Frauenschuh, ist in der homöopathischen Literatur klassisch den Zuständen nervöser Übererregung zugeordnet. Das Repertorium zeichnet zwei Schwerpunkte: nächtliche Erregung mit Aufgeräumtheit, Lachen und Schreien beim Erwachen — in der Literatur besonders bei Kindern beschrieben — und nächtliche Samenergüsse. Dazu treten Krampfzustände und eine Erschöpfung nach durchgemachten Infekten.

Konstitution

KörperbauKein festes konstitutionelles Bild überliefert. Die Literatur bezieht das Mittel besonders auf reizbare, überwache Kinder und auf nervlich erschöpfte Erwachsene.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein überreiztes, überwaches Naturell: der Kopf arbeitet weiter, obwohl der Körper müde ist. Auf die Erregung folgt eine Phase von Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit. Reizbarkeit bis zum Jähzorn wird im ersten Grad geführt.

Gemütsbild

Nächtliche Erregung und Aufgeräumtheit beim Erwachen (Grad 2)Lachen, das in Aufschreien übergeht (Grad 2)Verschlimmerung beim Erwachen (Grad 2)Gleichgültigkeit gegenüber allem, TeilnahmslosigkeitUntröstlichkeit, Verzweiflung, Reizbarkeit

Das Gemütsbild ist bei Cypripedium ungewöhnlich gut belegt und trägt das Mittel. Kennzeichnend ist die nächtliche Erregung: der Patient — in der Literatur häufig ein Kind — wacht auf und ist sofort hellwach, aufgeräumt, lacht, spielt oder schreit, statt weiterzuschlafen. Das Repertorium führt Ekstase in der Nacht und beim Erwachen im zweiten Grad. Daneben stehen Rubriken, die das Gegenstück beschreiben: Gleichgültigkeit gegenüber allem, Apathie, Untröstlichkeit und Verzweiflung. Reizbarkeit, Jähzorn, hysterische Zustände und Delirium sind jeweils im ersten Grad besetzt. Das Bild bewegt sich damit zwischen Übererregung und nervlicher Erschöpfung.

Ängste: Untröstlichkeit und Verzweiflung in Erschöpfungszuständen, Unruhe, die das Einschlafen verhindert, Eigene Angstrubriken im engeren Sinn sind nicht ausgewiesen

Leitsymptome

Nächtliche Samenergüsse — die am höchsten bewertete körperliche Rubrik (Grad 3)
Krampfanfälle bei Kindern, Zuckungen (Grad 2)
Schlaflosigkeit und Schläfrigkeit im Wechsel, mit hellwachem Erwachen
Nervöse Erschöpfung, ausdrücklich auch nach durchgemachter Grippe
Veitstanz (Chorea), Zucken in den Gliedern
Gerstenkorn am Auge, Furunkel im Nackenbereich
Verschlechterung
  • Nachts (Grad 2)
  • Beim Erwachen (Grad 2)
  • Nach durchgemachter Grippe — nervöse Schwäche
Verbesserung
  • Zu Besserungsmodalitäten liegen im Repertorium keine eigenen Rubriken vor
  • Ruhe und gleichmäßige Umgebung werden in der Literatur allgemein genannt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Verlangensrubriken im Repertorium erfasst
Abneigung
  • Keine Abneigungsrubriken im Repertorium erfasst

In Repertorien häufig zugeordnet

Schlafstörungen mit nächtlicher Übererregung, besonders bei KindernNervöse Erschöpfung, auch nach InfektenKrampfzustände und Zuckungen im KindesalterNächtliche SamenergüsseVeitstanz (Chorea)Neuralgische Schmerzen

Abgrenzung

Bei nächtlicher Übererregung des Kindes steht Cypripedium neben Coffea, Chamomilla und Belladonna. Von Coffea unterscheidet es die aufgeräumte, geradezu vergnügte Stimmung beim Erwachen statt der reinen Gedankenflut, von Chamomilla das Fehlen der zornigen Untröstlichkeit. Die Datenbank nennt als verwandte Mittel Ambra grisea, Anacardium, Grindelia, Ignatia und Valeriana — sämtlich Mittel, die bei nervöser Übererregung geführt werden.

Verwandte Mittel

Coffea crudaValeriana officinalisIgnatia amaraAmbra griseaAnacardium orientaleChamomilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.