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Materia medica · Nr. 1325

Cynara scolymos

Cyna.

In 1 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cynara scolymos ist die Artischocke, eine Distelpflanze aus der Familie der Korbblütler, deren Blätter seit der Antike als Bittermittel für Leber und Galle verwendet werden. In der Homöopathie ist sie ein kleines, überwiegend organbezogenes Mittel ohne umfassende Arzneiprüfung; die Literatur ordnet sie dem Leber-Galle-Bereich und dem Fettstoffwechsel zu. In OpenHomeopath liegt bislang eine einzige Rubrik vor - die Zuordnung zur Sykose -, sodass das Bild hier sehr schmal bleibt.

Konstitution

KörperbauDie Literatur beschreibt keinen eigenen Konstitutionstyp. Genannt werden am ehesten Menschen mit träger Verdauung und Neigung zu Übergewicht, ohne dass dies durch Prüfungssymptome belegt wäre.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine geprüften Angaben vor. Die ältere Literatur schildert allenfalls eine allgemeine Trägheit und Verdrießlichkeit, wie sie mit Leberbeschwerden einhergehen kann. Als Organmittel wird Cynara scolymos ohne eigene Temperamentszeichnung geführt.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertTrägheit und Verdrießlichkeit im Zusammenhang mit LeberbeschwerdenAls Organmittel ohne geprüfte Gemütssymptome beschrieben

Cynara scolymos ist in der homöopathischen Literatur ein Organmittel und kein durchgezeichnetes Konstitutionsmittel. Ein Gemütsbild aus Arzneiprüfungen liegt nicht vor. Genannt wird lediglich die allgemeine Verdrießlichkeit und Antriebslosigkeit, die traditionell mit Leber- und Gallebeschwerden in Verbindung gebracht wird. Die einzige Rubrik im vorliegenden Datenbestand ordnet das Mittel der Sykose zu, einem der klassischen Miasmen Hahnemanns; über das Gemüt sagt das nichts aus. Wer Cynara scolymos erwägt, geht in aller Regel vom körperlichen Befund und vom Verlauf aus.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Zuordnung zur Sykose - die einzige im Repertorium verzeichnete Angabe des Mittels
Druck und Völlegefühl in der Lebergegend, klassisch dem Mittel zugeordnet
Träge Verdauung nach fetten Speisen mit Aufstoßen und Blähung
Bitterer Geschmack im Mund, in der Literatur genannt
Kopfschmerz mit Übelkeit im Zusammenhang mit Verdauungsstörungen
Verschlechterung
  • Nach fetten und reichlichen Mahlzeiten
  • Nach Alkohol, in der Literatur genannt
Verbesserung
  • Nach Entleerung und in Ruhe
  • Weitere Modalitäten sind nicht gesichert überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Verlangen im Repertorium verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen fette Speisen wird in der Literatur genannt, ist aber nicht durch Rubriken belegt
  • Weitere Abneigungen nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Sykotische Zuordnung - einzige RepertoriumsrubrikLeber- und Gallebeschwerden mit Völlegefühl, klassisch dem Mittel zugeordnetTräge Verdauung nach fetter KostStörungen des Fettstoffwechsels, wie sie die Literatur dem Ausgangsstoff zuschreibt

Abgrenzung

Chelidonium majus ist das bekannteste Lebermittel dieser Gruppe und durch den Schmerz unter dem rechten Schulterblatt gekennzeichnet, den Cynara scolymos nicht führt. Carduus marianus, ebenfalls eine Distel, wird bei Leberstauung mit Schwellung und Druck geführt und steht Cynara botanisch wie in der Anwendung am nächsten. Taraxacum teilt den bitteren Geschmack und die Zuordnung zum Gallefluss, hat aber die charakteristische landkartenartige Zunge.

Verwandte Mittel

Carduus marianusChelidonium majusTaraxacum officinaleLycopodium clavatumChionanthus virginica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.