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Materia medica · Nr. 127

Cyclamen europaeum

Cycl.

In 5.176 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cyclamen europaeum, das Alpenveilchen, ist in den Repertorien vor allem durch seine Sehstörungen gekennzeichnet: Flimmern, Flackern, Funken, Nebelsehen und vorübergehende Blindheit im Zusammenhang mit Kopfschmerz. Der typische Zustand ist der einer erschöpften, blassen, frostigen Person, die sich zurückzieht und sich verlassen fühlt. Klassisch wird das Mittel Beschwerden von Frauen mit unregelmäßiger Menstruation zugeordnet, häufig verbunden mit Schuldgefühlen und Reue.

Konstitution

KörperbauBlass, anämisch wirkend, wenig kräftig. Die Literatur beschreibt häufig Frauen mit Erschöpfung, Blutarmut und Neigung zu Frostbeulen.
Thermalitätfrostig
TemperamentZurückgezogen, leicht gekränkt, mürrisch beim Erwachen. Die klassische Materia medica hebt Gewissensbisse und ein anhaltendes Gefühl hervor, etwas falsch gemacht zu haben. Trost wird nicht gesucht; der Rückzug ist eher still als vorwurfsvoll.

Gemütsbild

Verlassenes Gefühl bei gleichzeitigem RückzugReue und Gewissensbisse, Gefühl der PflichtverletzungLeichte KränkbarkeitReizbarkeit besonders unmittelbar nach dem Erwachen

Die vorliegenden Rubriken nennen das verlassene Gefühl, leichte Beleidigtsein, Reizbarkeit beim Erwachen und Ruhelosigkeit während der Menses. Die klassische Materia medica ergänzt das für Cyclamen typische Bild eines Menschen, der sich von Vorwürfen — meist selbstgemachten — verfolgt fühlt und darüber schwermütig wird. Der Zustand ist eher gedrückt und in sich gekehrt als aufbrausend. Auffallend ist die Verbindung von Gemütsverstimmung und Sehstörungen: Beides tritt in den Aufzeichnungen der Prüfer nebeneinander auf. Insgesamt handelt es sich um eine leise, erschöpfte Verfassung.

Ängste: Furcht, etwas versäumt oder falsch gemacht zu haben, Ängstliche Ruhelosigkeit während der Menses

Leitsymptome

Flimmern, Flackern und Funkensehen vor den Augen, besonders während Kopfschmerz; auch Nebelsehen und Trübsehen beim Erwachen
Kopfschmerz mit vorübergehender Blindheit, verschlimmert beim Aufstehen, gebessert beim Gehen
Gefühl, als trage man eine Kappe oder einen Reifen um den Kopf
Unverträglichkeit von Fett und Schweinefleisch mit nachfolgender Verdauungsstörung
Menstruationsstörungen in wechselnder Ausprägung: zu früh, reichlich, klumpig oder spärlich
Ausgeprägte Kälte der Hände, Frostbeulen, Frost besonders abends und im Freien
Verschlechterung
  • Abends und nachts
  • Sitzen und Stehen, also Ruhe
  • Fette Speisen und Schweinefleisch
  • Freie, kalte Luft
Verbesserung
  • Bewegung und Gehen
  • Berührt werden
  • Warmes Zimmer

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Unverdaulichem wird in den Rubriken genannt
  • Durst besonders abends und nachts, bei sonst geringem Appetit
Abneigung
  • Abneigung gegen fette, schwere Speisen
  • Abneigung gegen Butter und Brot
  • Abneigung gegen Bier

In Repertorien häufig zugeordnet

Kopfschmerz mit Sehstörungen und Flimmerbildern, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtMenstruationsbeschwerden mit wechselndem Charakter der BlutungVerdauungsstörungen nach fetten SpeisenSchwindel mit TrübsehenSchlaflosigkeit

Abgrenzung

Pulsatilla teilt die Unverträglichkeit von Fett, die Frostigkeit und die wechselhaften Menses, sucht aber ausdrücklich Trost und frische Luft; Cyclamen zieht sich zurück und verträgt das Freie schlecht. Gegenüber Gelsemium, das ebenfalls Sehstörungen vor dem Kopfschmerz zeigt, fehlt bei Cyclamen die zittrige Schwäche und Benommenheit. Von Sepia unterscheidet die Besserung durch Berührtwerden, die Sepia gerade nicht kennt.

Verwandte Mittel

PulsatillaChina officinalisAmbra griseaSepiaGelsemium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.