Curare ist das südamerikanische Pfeilgift, das die Übertragung vom Nerv zum Muskel unterbricht und dadurch Lähmung ohne Bewusstseinsverlust bewirkt. Entsprechend steht das Mittel in der Materia medica für schmerzlose Muskelschwäche und Lähmungen bei erhaltener Empfindung, für abgeschwächte Reflexe und für erschlaffte, kraftlose Muskulatur. Beschrieben wird ein Zustand, in dem der Wille vorhanden ist, der Muskel ihm aber nicht mehr folgt.
Konstitution
Gemütsbild
Erschöpfung und Kraftlosigkeit als bestimmendes ErlebenScheu vor Waschen und vor Wasser, in den Rubriken verzeichnetGleichgültigkeit und Antriebslosigkeit bei erhaltenem BewusstseinBeschwerden nach Überanstrengung einzelner Muskelgruppen
Das Gemütsbild von Curare ist nur schwach überliefert; die Repertorien führen als seelisches Zeichen im Wesentlichen die Scheu vor Waschen und vor Wasser auf. Bestimmend ist stattdessen die Erfahrung der Kraftlosigkeit: Die Betroffenen sind bei klarem Bewusstsein, während der Körper dem Willen nicht mehr gehorcht. Die Literatur beschreibt daraus folgend Gleichgültigkeit, Antriebslosigkeit und eine Erschöpfung, die sich nach Anstrengung nicht erholt. Kennzeichnend ist ferner die in den Rubriken vermerkte Verschlechterung der Arme beim Klavierspielen, also durch feine, wiederholte Muskelarbeit. Weitergehende seelische Zuschreibungen lassen sich nicht belegen.
Ängste: Scheu vor Wasser und vor dem Waschen, Beklemmung bei Schwäche der Atmung
Leitsymptome
- Feuchtigkeit und Nässe
- Körperliche Anstrengung, besonders wiederholte Feinarbeit
- Abends
- Liegen im Bett, hinsichtlich der Fußschmerzen
- Kälte
- Ruhe
- Wärme
- In den vorliegenden Rubriken sind nur wenige bessernde Umstände ausgewiesen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen; der Appetit wird als wechselhaft beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei schmerzloser Lähmung mit erhaltener Empfindung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Muskelschwäche mit abgeschwächten ReflexenBei Lähmung des Oberlids verzeichnetBei Schwäche und Erschöpfung alter Menschen genanntBei Beschwerden nach wiederholter Feinarbeit der Hände in der Literatur beschriebenBei Krampfanfällen mit starrer Muskelspannung aufgeführt
Abgrenzung
Conium maculatum teilt die aufsteigende Lähmung und die Schwäche alter Menschen, ist aber durch den Schwindel beim Umdrehen des Kopfes und die Verhärtung der Drüsen gekennzeichnet. Gelsemium zeigt Lähmungsgefühl mit Zittern, schweren Lidern und Durstlosigkeit, meist bei akuten Zuständen. Causticum steht bei fortschreitender Muskelschwäche mit Verkürzung der Sehnen und Besserung durch feuchtes Wetter, was der Modalität von Curare gerade entgegensteht. Für Curare spricht das Nebeneinander von völliger Kraftlosigkeit und ungestörtem Bewusstsein.
Verwandte Mittel
Conium maculatumGelsemiumCausticumPlumbum metallicumCocculus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.