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Materia medica · Nr. 126

Cuprum metallicum

Cupr.

In 6.977 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cuprum metallicum ist das homöopathisch aufbereitete Kupfer und gilt in der klassischen Materia medica als eines der großen Krampfmittel. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei krampfartigen, zuckenden und zusammenschnürenden Zuständen aller Muskelgebiete – von Wadenkrämpfen über Bauchkoliken bis zu Krampfhusten und konvulsiven Anfällen. Charakteristisch ist der Wechsel von heftiger Anspannung und plötzlichem Zusammenbrechen mit Blaufärbung und kaltem, kleinem Puls.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur wird kein einheitlicher Habitus beschrieben; genannt werden sowohl magere, sehnige, unruhige Menschen als auch Zustände bei kräftigen Personen. Die Rubrik Fettleibigkeit ist mit mittlerem Grad vertreten.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird ein angespanntes, überreiztes Wesen mit innerer Unruhe und Nervosität. Auf Anstrengung – körperlich wie geistig – folgt rasch Erschöpfung. Die Repertorien führen Neurasthenie und geistige Schwäche nach Anstrengung im höchsten Grad.

Gemütsbild

innere Verkrampfung und Zurückhalten bis zum plötzlichen Ausbruchnervöse Ruhelosigkeit bei gleichzeitiger ErschöpfungErschrecken und SchreckfolgenZurückgezogenheit und Widerstand gegen Berührung

Die Materia medica beschreibt ein Gemüt, das lange zusammenhält und dann anfallsartig entlädt: Schreien, heftige Bewegungen, Zorn, danach Erschöpfung und Teilnahmslosigkeit. Berührung und Trost werden abgelehnt, jeder Reiz von außen kann einen Anfall auslösen. Nach Schreck oder unterdrückten Gefühlen und Hautausschlägen können nach klassischer Auffassung krampfartige Zustände folgen; die Rubrik Konvulsionen durch Schreck ist entsprechend vertreten. Geistige Anstrengung verschlechtert deutlich und führt in einen Zustand von Leere und Schwäche. Insgesamt zeichnen die Rubriken ein Bild von Übererregbarkeit auf dem Boden großer Erschöpfung.

Ängste: Angst nach Schreck und vor plötzlichen Sinneseindrücken, Angst vor Kontrollverlust während der krampfartigen Zustände, Furcht vor Berührung und Annäherung

Leitsymptome

Krämpfe der Waden, Unterschenkel und Beine, oft nächtlich und schmerzhaft (Grad 3)
Daumen einwärts gezogen, Finger krampfhaft zur Faust geballt – ein klassisches Kennzeichen des Mittels
Krampfhafter, erstickender, anfallsweiser Husten; die Rubrik Husten durch kalte Getränke gebessert ist charakteristisch
Magen- und Bauchkrämpfe mit Zusammenziehen, Gurgeln im Magen und Erbrechen
Bläuliche Verfärbung von Gesicht und Lippen, Cyanose, kalte Füße, kleiner bis unfühlbarer Puls
Konvulsionen tonisch-klonischer Art, Chorea (besonders linksseitig), Opisthotonus
Verschlechterung
  • Berührung
  • vor und während der Menses
  • Erbrechen
  • Weinen
  • Neumond
  • geistige Anstrengung
Verbesserung
  • kalte Getränke, besonders beim Husten
  • Trinken während des Frostes
  • Schweiß (während des Schwitzens lassen die Beschwerden nach)
  • Druck auf die Stirn bei dumpfem Kopfschmerz

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • kalte Getränke, die auch die Beschwerden bessern
  • in der Literatur wird zeitweise Verlangen nach kaltem Wasser genannt
Abneigung
  • Zu ausgeprägten Nahrungsabneigungen liegen in den vorliegenden Rubriken keine hochgradigen Angaben vor
  • beschrieben wird ein süßlicher, metallischer Geschmack im Mund, der die Nahrungsaufnahme stören kann

In Repertorien häufig zugeordnet

krampfartige Zustände der Skelettmuskulatur, Waden- und FingerkrämpfeKeuchhusten und spasmodischer, erstickender HustenBauch- und Magenkoliken mit Zusammenziehenkonvulsive Zustände und choreatische BewegungsunruheKollapszustände mit Blaufärbung, Kälte und kaum fühlbarem PulsBeschwerden nach unterdrückten Ausschlägen oder Absonderungen

Abgrenzung

Von Veratrum album unterscheidet sich Cuprum durch die im Vordergrund stehende Krampfkomponente; bei Veratrum überwiegen Kollaps mit kaltem Schweiß, heftiges Erbrechen und Durchfall gleichzeitig. Nux vomica hat ebenfalls Krämpfe, jedoch mit Reizbarkeit, Überempfindlichkeit gegen Sinneseindrücke und deutlichem Bezug zu Genussmitteln. Plumbum zeigt Koliken mit eingezogenem Bauch und Lähmungen, wo Cuprum die Zusammenziehung mit Blaufärbung und Kälte in den Vordergrund stellt.

Verwandte Mittel

Nux vomicaPlumbum metallicumVeratrum albumBelladonnaCamphoraHepar sulphuris calcareum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.