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Materia medica · Nr. 1280

Cundurango

Cund.

In 233 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Cundurango, eine südamerikanische Schlingpflanze aus der Familie der Seidenpflanzengewächse, ist in der Materia medica vor allem durch ein einziges, sehr prägnantes Zeichen bekannt: schmerzhafte Einrisse in den Mundwinkeln und an anderen Übergängen von Haut zu Schleimhaut. Die Repertorien führen das Mittel darüber hinaus bei geschwürigen Prozessen und Verhärtungen sowie bei Beschwerden des Magens und der Speiseröhre mit Verengungsgefühl.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden ausgezehrte, herabgekommene Menschen mit trockener, rissiger Haut an den Übergangsstellen. Ein Konstitutionstyp im engeren Sinn ist nicht überliefert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen kaum geprüfte Angaben vor. Die Literatur beschreibt Schwäche, Mattigkeit und eine Bedrückung, wie sie zehrende Krankheitsverläufe begleitet. Ein eigenständiges Charakterbild ist in der Materia medica nicht näher beschrieben.

Gemütsbild

Bedrückung und Mattigkeit bei zehrenden ZuständenUnruhe nach dem Stuhlgang, in der Brust empfundenGemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben

Cundurango wurde nie umfassend am Gesunden geprüft; sein Bild stammt weitgehend aus klinischen Beobachtungen des 19. Jahrhunderts. Die Rubrik Gemüt ist entsprechend fast leer. Verzeichnet ist eine Beklemmung in der Brust nach dem Stuhlgang, ansonsten Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf den sehr charakteristischen Lokalbefund an den Mundwinkeln und an den übrigen Übergängen von Haut zu Schleimhaut sowie auf die Beschwerden des oberen Verdauungswegs. Ein seelisches Bild mit eigenen Themen lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten.

Ängste: Beklemmung nach dem Stuhlgang, Weitere Ängste sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Schmerzhafte Risse und Einrisse in den Mundwinkeln - das kennzeichnende Zeichen des Mittels
Rissige, aufgesprungene Lippen, wunde Stellen und Ausschlag um den Mund; Verhärtung der Lippen
Geschwüre am Kinn und Schrunden an den Händen
Verengungsgefühl im Rachen und am weichen Gaumen, erschwertes Schlucken
Erbrechen von Speisen; die Repertorien führen das Mittel bei geschwürigen Magenprozessen
Harte Knoten in der Brustdrüse; Hornhautgeschwüre mit schneidendem Augenschmerz; brennender Schmerz unter dem linken Schulterblatt
Verschlechterung
  • Berührung und Bewegung der Mundwinkel, etwa beim Sprechen und Essen
  • Nach dem Stuhlgang - Beklemmung in der Brust
Verbesserung
  • Ruhe und Schonung der rissigen Stellen
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen bei den Magenbeschwerden

In Repertorien häufig zugeordnet

Schmerzhafte Risse in den MundwinkelnRissige Lippen und Hautschrunden an den HändenGeschwüre an Kinn und HornhautVerengungsgefühl in Rachen und SpeiseröhreHarte Knoten in der BrustdrüseAnalfissur

Abgrenzung

Bei Rissen in den Mundwinkeln steht Graphites nahe, zeigt dort aber die zähe, honigartige Absonderung und ein umfassenderes Hautbild; Natrium muriaticum hat die trockene Unterlippe mit dem Mittelriss und das kennzeichnende Gemütsbild des zurückgezogenen Kummers. Hydrastis canadensis teilt die Zuordnung zu zehrenden Zuständen und geschwürigen Schleimhäuten, ist jedoch durch den zähen gelben Schleim und die hartnäckige Verstopfung gekennzeichnet. Cundurango bleibt ein Mittel mit engem, dafür sehr eindeutigem Anwendungsbild.

Verwandte Mittel

GraphitesNatrium muriaticumHydrastis canadensisArsenicum albumConium maculatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.